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Macht und Katastrophe

Katastrophen aus volkskundlicher Sicht

Titel: Macht und Katastrophe

Hausarbeit , 2006 , 15 Seiten , Note: 1

Autor:in: Hubert Feichter (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Also wird ein Machtverhältnis immer von einer potenteren Seite auf eine Weitere ausgeübt. Auf welche Weise diese genannte potentere Seite an die Macht gelangt, sollte dabei einer Differenzierung unterzogen werden, deshalb, da Macht nicht nur beispielweiße durch Gewalt erzwungen werden sondern auch durch Autorität zugesprochen werden kann. Doch ähnelt ein Machtverhältnis in vielen Fällen dem voraufklärerischen Zustand der Unmündigkeit und widerspricht dem Prinzip des freien Willens, da jenem, auf welchen sich die Macht auswirkt, die Freiheit frei zu denken und zu handeln beziehungsweise Selbstbestimmung auszuüben, nicht mehr gegeben wird. Dies verursacht unter anderem ein starkes Konfliktpotenzial, welches sich je nach sozialem Ausmaß und je nach gesellschaftlicher Situation verschieden widerspiegeln kann. Wenn dieses so genannte Konfliktpotenzial nicht früh genug überwunden beziehungsweise bezwungen werden kann, erfolgt ein Aufstau, welcher sich jeder Zeit bis hin zu seiner Kulmination entladen kann. Als Bezeichnung für die Zeit in welcher der Aufstau erfolgt, eignet sich der Begriff der Krise, welche durch einen Konflikt ausgelöst werden kann, besonders gut. Diese muss nicht unbedingt in einer massiven Entladung enden. So kann sich die Lage zweier Machtblöcke bei wechselseitigen Bemühen auch ohne Krisenexplosion entspannen und bereinigen. Kommt es dennoch zu einer solchen massiven Entladung, kann es ebenso im Allgemeinen oder speziell im subjektiv empfundenen Verständnis zu einer Katastrophe führen. Doch können die Begriffe Macht und Katastrophe auch anders in Zusammenhang gebracht werden, wenn man davon ausgeht, dass ein Konflikt, welcher im größeren Ausmaß in einer Katastrophe enden kann, dazu beiträgt Gesellschaften neu zu ordnen, neu zu definieren oder neu zu formieren. Nichtsdestoweniger wird vor allem während Zeiten von Konflikten, Krisen und Katastrophen nicht nur die Gesellschaftsstruktur durchlässiger und neu geordnet, sondern auch deren Mächteverhältnisse und Mächtegeflechte. Liegt demnach dem Prinzip der drei gesellschaftlichen K`s (Konflikt, Krise, Katastrophe), wenn man dabei überhaupt von einem Prinzip sprechen kann, ein Prinzip der Macht zugrunde und umgekehrt? Besteht zwischen ihnen ein Zusammenhang eines regulierenden Effektes der als gesellschaftlicher Katalysator eine gesellschaftliche Neuordnung in ihrer Mikro- oder Makrosphäre hervorrufen kann?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Machtbegriff

3. Entstehung von Macht in prästaatlichen Gesellschaften

4. Macht und Herrschaft

5. Katastrophe, Nutzen zur Neuformierung von Macht and back again

6. Durch Macht verursachte Antagonien

7. Der Wille zur Macht

8. Fazit

9. Bibliografie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Macht, Konflikten und Katastrophen und analysiert, inwiefern Katastrophen als Katalysatoren für die gesellschaftliche Neuordnung von Machtverhältnissen fungieren können.

  • Definition und soziologische Konzepte von Macht
  • Entwicklung von Machtstrukturen in prästaatlichen Gesellschaften
  • Unterscheidung zwischen Macht und Herrschaft
  • Die Rolle von Konflikten, Krisen und Katastrophen als gesellschaftliche Katalysatoren
  • Psychologische und philosophische Aspekte des Machtwillens

Auszug aus dem Buch

Der Machtbegriff

Der deutsche Soziologe Max Weber definierte den Begriff Macht, einer der zentralen Aspekte des sozialen Lebens, in seinem Werk „Wirtschaft und Gesellschaft“ wie folgt,

Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance besteht.“2

Chance heißt hierbei so viel wie eine wertfreie Situation, wenn man so will eine Möglichkeit. Das besondere an dieser Definition ist, dass von einer Legitimation des mit Macht bezeichneten Tuns und der Situation abgesehen wird. Macht lässt sich demnach ausüben, wenn die Konstellationen dafür günstig beziehungsweise gegeben sind.3 Macht ist für Weber eine gefährliche, aber im Bezug auf das unbewegliche Herrschaftskonstrukt der Moderne, gleichermaßen rettende Kraft. Er bestimmt Macht als individuelles Handeln, das innerhalb einer sozialen Beziehung, aber nicht unbedingt innerhalb gesellschaftlicher Ordnungen stattfinden muss, wobei er Macht als soziologisch amorph, instabil, sporadisch und kaum fassbar beschreibt.4

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Macht als sozialen Aspekt und stellt die These auf, dass Konflikte, Krisen und Katastrophen als Katalysatoren für gesellschaftliche Neuordnungen wirken.

2. Der Machtbegriff: Dieses Kapitel definiert Macht basierend auf Max Weber und unterscheidet verschiedene Machtgrundlagen wie Aktionsmacht, instrumentelle Macht, autoritative Macht und objektvermittelte Macht.

3. Entstehung von Macht in prästaatlichen Gesellschaften: Hier wird die Entwicklung von Macht in frühen Gemeinschaften analysiert, wobei Verwandtschaft, Reziprozitätsprinzipien und die Entstehung von Führungspositionen (head man, big man, chief) im Fokus stehen.

4. Macht und Herrschaft: Das Kapitel differenziert zwischen Macht als allgemeinem Phänomen und Herrschaft als institutionalisierter Form, die auf Legitimität und Legalität beruht.

5. Katastrophe, Nutzen zur Neuformierung von Macht and back again: Anhand historischer Beispiele aus der Antike bis zum 20. Jahrhundert wird erläutert, wie Krisenzeiten zur Machtkonzentration und dem Aufstieg einzelner Führungspersonen oder neuer Mächte führen können.

6. Durch Macht verursachte Antagonien: Dieser Abschnitt thematisiert soziale Antagonien und Konflikte, die durch Machtunterschiede entstehen, und diskutiert die psychologischen Triebkräfte hinter gewaltsamen Entladungen.

7. Der Wille zur Macht: Die philosophischen Ansätze von Friedrich Nietzsche zum „Willen zur Macht“ werden hier als Ausdruck einer dynamischen Gesamtheit dargestellt, die den menschlichen Drang zur Selbstbehauptung beschreibt.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Machtverhältnisse den Keim für soziale Katastrophen bilden, diese jedoch gleichzeitig als notwendige Dynamik für die kulturelle Emanzipation und gesellschaftliche Weiterentwicklung dienen.

9. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Macht, Herrschaft, Katastrophe, Konflikt, Krise, Max Weber, Friedrich Nietzsche, soziale Dynamik, Reziprozität, Antagonien, Gesellschaftsstruktur, Willen zur Macht, Soziologie, Prästaatliche Gesellschaften, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen und ethnologischen Analyse von Macht und ihrem dynamischen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Konflikten und Katastrophen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Macht, die Entstehung von Machtstrukturen in frühen Gesellschaften, die Abgrenzung von Herrschaft sowie die Funktion von Katastrophen als gesellschaftliche Katalysatoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Katastrophen als Ausgangspunkt für eine gesellschaftliche Neuordnung der Machtverhältnisse dienen und wie der Mensch innerhalb dieser Dynamik agiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse soziologischer Begriffe und zieht Analogien sowie historische Beispiele (von der Antike bis zur Neuzeit) zur Veranschaulichung heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Macht bei Max Weber, die Entwicklung von Macht in prästaatlichen Gruppen, das Reziprozitätsprinzip, die Unterscheidung von Herrschaftstypen und die philosophische Perspektive Nietzsches.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Macht, Herrschaft, Katastrophe, Konflikt, Krise und soziale Dynamik.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einem „head man“ und einem „chief“?

Der „head man“ besitzt eine geringe, oft nicht maßgebliche Entscheidungskraft, während die Position des „chief“ ökonomisch und verwandtschaftlich fester abgesichert ist und dessen Entscheidungen befolgt werden müssen.

Warum spielt das Reziprozitätsprinzip bei der Machtentstehung eine Rolle?

Die Unterbrechung des Reziprozitätsprinzips (das Geben und Nehmen von Gaben) führt zu Abhängigkeiten, die soziale Stresszustände erzeugen und somit das Konfliktpotenzial erhöhen, was wiederum Machtverschiebungen begünstigt.

Welche Rolle spielt die „Krise“ im Kontext der Macht?

Die Krise wird als eine Phase des Aufstaus von Konfliktpotenzial gesehen, die als Katalysator wirkt und in einer Katastrophe kulminieren kann, welche letztlich die Mächteverhältnisse neu ordnet.

Wie interpretiert der Autor den „Willen zur Macht“ bei Nietzsche?

Der Autor versteht Nietzsches Konzept nicht als bloßes Ziel, Macht auszuüben, sondern als Ausdruck des „ewigen Werdens“ und der Notwendigkeit, sich in einer Umwelt voller gegensätzlicher Kräfte zu behaupten.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Macht und Katastrophe
Untertitel
Katastrophen aus volkskundlicher Sicht
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Veranstaltung
Grundlagen der Europäischen Ethnologie
Note
1
Autor
Hubert Feichter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V146085
ISBN (Buch)
9783640565153
ISBN (eBook)
9783640565580
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Katastrophe Macht Wille zur Macht prästaatliche Gesellschaften Machtbegriff Macht und Herrschaft Herrschaft Neuformierung Antagonie Antagonien Konflikt Krise Katalysator Machverhältnis Verhältnis homo homino lupus est lupus Dynamik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hubert Feichter (Autor:in), 2006, Macht und Katastrophe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/146085
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