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Sprecherwechsel im Rahmen der Konversationsanalyse. Didaktisierung für den DaF-Unterricht

Titel: Sprecherwechsel im Rahmen der Konversationsanalyse. Didaktisierung für den DaF-Unterricht

Hausarbeit , 2024 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marie Ritter (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bedeutung der mündlichen Kommunikation im Deutschunterricht für Deutschlernende aus dem Ausland steht im Fokus dieser Arbeit. Oft erleben Lernende einen "Praxisschock", wenn sie trotz guter Beherrschung des Schriftdeutschen Schwierigkeiten haben, gesprochenes Deutsch zu verstehen. Diese Arbeit soll eine Möglichkeit für den Einsatz von Transkripten im Deutschunterricht darstellen und die Frage beantworten, wie das umsetzbar sein kann. Durch die Einbeziehung von Transkripten authentischer Kommunikation im Unterricht können diese Verständnisprobleme reduziert werden. Im Vergleich zu konstruierten Gesprächen bieten Transkripte einen realistischen Einblick in die deutsche Alltagskommunikation und ermöglichen es, wiederkehrende Gesprächsmerkmale zu erkennen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern ein Phänomen der gesprochenen Sprache im Rahmen des DaF-Unterrichts didaktisiert werden kann. Dafür wird sich diese Arbeit in zwei Bereiche untergliedern. Zunächst wird mithilfe des theoretischen Teils eine Grundlage geschaffen. Diese Grundlage besteht aus der Vorstellung der Konversationsanalyse sowie der Darlegung der notwendigen Begriffe.

Im zweiten, empirischen Teil der Arbeit werden zunächst die Datengrundlage und das verwendete Vor-gehen sowie die konkrete Beschreibung des Unterrichtskontextes vorgestellt, für welchen das Phänomen didaktisiert wurde. Das Phänomen, auf das sich in dieser Arbeit fokussiert wird, ist der Sprecherwechsel.

Der Sprecherwechsel ist eines der prägnantesten Merkmale innerhalb eines mündlichen Gesprächs, wes-halb er auch in dieser Arbeit im Vordergrund steht. An ausgewählten Szenen des Transkripts wird gezeigt, dass sich hinter den scheinbar spontan ablaufenden Prozessen der Sprecherorganisation nachweisbare Regelhaftigkeiten befinden. Nach der Analyse und Auswertung der Daten werden diese vor dem Hintergrund einer möglichen Didaktisierung diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1 Grundlagen der Konversationsanalyse

2.2 Diskussion relevanter Begriffe

3. Empirischer Teil

3.1 Vorstellung der Datengrundlage

3.2 Methodisches Vorgehen

3.3 Analyse der Daten

3.4 Didaktisierung des Materials

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Sprecherwechsels in authentischen Gesprächsaufzeichnungen, um daraus konkrete Möglichkeiten für die Didaktisierung im DaF-Unterricht abzuleiten. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Lernende durch die Analyse von Transkripten ein tieferes Verständnis für die sequenzielle Struktur mündlicher Kommunikation entwickeln können.

  • Grundlagen der Konversationsanalyse und relevante Fachbegriffe
  • Empirische Untersuchung von Sprecherwechsel-Sequenzen in authentischem Videomaterial
  • Didaktische Konzepte zur Implementierung von Transkriptarbeit im DaF-Unterricht
  • Förderung der Hör- und Lesekompetenz durch reale Gesprächsanalysen

Auszug aus dem Buch

3.3 Analyse der Daten

Das Transkript beginnt mit einem Redebeitrag von Sprecher S1. Er stellt eine Frage, in der er das von S1 und S2 gemeinsame Essverhalten zusammenfassen möchte. Die gleichbleibende Intonation (vgl. BIRKNER et al., 2020: 125 f.) und die folgende Mikropause stellen eine Möglichkeit zur Übernahme des Rederechts durch Sprecher S2 dar. Statt eines Sprecherwechsels spricht jedoch Sprecher S1 weiter. Durch den syntaktisch, prosodisch und semantisch abgeschlossenen Redebeitrag (Transkript, Z. 0002: ich ESse (.) UNglaublich (.) WEnig zuhausè (.) DAS kann ich auf jeden Fall sagen-.) kann der folgende Unterbrechungsversuch (vgl. GRAFEN; LIEDKE, 2012: 263) von Sprecher S2 erklärt werden. Sprecher S2 sieht aufgrund der vollständigen Abgeschlossenheit den nächstmöglichen Übernahmepunkt voraus und möchte diesen in Zeile 0004 realisieren. Daraus entwickelt sich allerdings ein Unterbrechungsversuch, der durch Sprecher S1 abgeblockt wird.

Nach einer intermediären Pause (vgl. GRAFEN; LIEDKE, 2012: 269), die dahingehend interpretiert werden kann, dass Sprecher S1 den Unterbrechungsversuch wahrnimmt und darüber bzw. weiterdenkt, spricht er zum vorherigen Thema weiter. Da es sich um eine Unterbrechung, genauer gesagt um einen Unterbrechungsversuch handelt, vollzieht Sprecher S2 hier die Selbstwahl (vgl. GRAFEN; LIEDKE, 2012: 262).

Nachdem Sprecher S1 weitergesprochen und eine starke Tonhöhenbewegung am Ende seiner Äußerung vollzogen hat, übernimmt Sprecher S2 erneut durch Selbstwahl das Rederecht. Dieses Mal findet ein reibungsloser Sprecherwechsel statt. Nach dem Redebeitrag „ich ESS zuHAUSe BROT?“ (Transkript, Z. 0006) entsteht eine Pause, die aufgrund der semantisch-syntaktisch-prosodischen Abgeschlossenheit als möglicher Übergabepunkt charakterisiert werden kann. Sprecher S1 übernimmt an dieser Stelle aber nicht und Sprecher S2 erweitert daraufhin seinen Redebeitrag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz authentischer Transkripte für den DaF-Unterricht und führt in die Problematik des Sprecherwechsels ein.

2. Theoretischer Teil: Es werden die soziologischen Grundlagen und zentralen Begriffe der Konversationsanalyse dargelegt, die für das Verständnis der weiteren Untersuchung unerlässlich sind.

3. Empirischer Teil: Die Arbeit präsentiert die Analyse eines konkreten Transkripts und entwickelt daraus einen schrittweisen didaktischen Plan für den DaF-Unterricht.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert die Chancen und Herausforderungen bei der Verwendung von authentischem Material und betont dessen Wert für die Vermittlung mündlicher Sprachpraxis.

Schlüsselwörter

Konversationsanalyse, Sprecherwechsel, DaF-Unterricht, Transkript, didaktische Reduktion, mündliche Kommunikation, Turn-Taking, Gesprächsstrukturen, authentische Sprache, Interaktion, didaktische Sequenzierung, Hördifferenzierung, Sprachlernprozess, Diskursanalyse, Fremdsprachenerwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse mündlicher Interaktionsstrukturen, insbesondere dem Sprecherwechsel, und deren didaktischer Nutzbarmachung im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Konversationsanalyse, die Arbeit mit Transkripten, die Analyse kommunikativer Phänomene sowie methodische Ansätze der Fremdsprachendidaktik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, wie Lernende durch die systematische Auseinandersetzung mit Transkripten ein tieferes Verständnis für mündliche Gesprächsabläufe und Sprecherwechsel-Regeln gewinnen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf die methodischen Instrumentarien der Konversationsanalyse, um anhand eines Transkripts die sequenzielle Organisation von Gesprächen zu untersuchen und darauf aufbauend didaktische Impulse zu entwerfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung in die Konversationsanalyse sowie einen empirischen Analyseteil, der in eine achtstündige Unterrichtsplanung für den DaF-Bereich mündet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprecherwechsel, Konversationsanalyse, DaF-Didaktik, authentisches Sprachmaterial, Turn-Taking und Gesprächssequenzierung.

Warum wurde gerade ein YouTube-Video als Datengrundlage gewählt?

Das Video dient als Beispiel für authentische, spontane gesprochene Sprache, die sich deutlich von didaktisierten Lehrbuchdialogen abhebt, was eine realistische Analyse der Interaktionsmerkmale erlaubt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Abgeschlossenheit und Sprecherwechsel?

Die Arbeit analysiert die Kriterien syntaktischer, semantischer und prosodischer Abgeschlossenheit. Erst wenn diese erfüllt sind, ist ein "Übergabepunkt" zum nächsten Sprecher erreicht.

Warum wird im empirischen Teil das Konzept der "didaktischen Reduktion" betont?

Da authentische Sprache hochkomplex ist, muss sie für Lernende schrittweise aufbereitet werden. Die didaktischen Einheiten führen die Lernenden vom einfachen Lesen bis zur selbstständigen Dialoganalyse.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der DaF-Praxis?

Die Autorin schlussfolgert, dass trotz des Aufwands die Arbeit mit authentischen Transkripten unverzichtbar ist, um Lernenden einen realistischen Einblick in die deutsche Sprache jenseits des Lehrbuch-Standards zu geben.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprecherwechsel im Rahmen der Konversationsanalyse. Didaktisierung für den DaF-Unterricht
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Interkulturelle Kommunikation)
Veranstaltung
Kommunikationsanalyse I
Note
1,0
Autor
Marie Ritter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
24
Katalognummer
V1459297
ISBN (eBook)
9783389004890
ISBN (Buch)
9783389004906
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikationsanalyse Konversationsanalyse DaZ Deutsch als Zweitsprache Didaktisierung Transkript Sprecherwechsel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Ritter (Autor:in), 2024, Sprecherwechsel im Rahmen der Konversationsanalyse. Didaktisierung für den DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1459297
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Leseprobe aus  24  Seiten
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