Im Rahmen dieser Arbeit werden nun unterschiedliche Definitionen und die Bedeutsamkeiten von Urvertrauen dargestellt. Es wird überprüft, ob es eine einstimmige Begriffserklärung gibt, oder ob dieser Terminus zu umfassend ist.
Vertrauen zu können ist eine Fähigkeit, welche nicht wegzudenken ist. Jeden Tag begleitet Vertrauen die Menschen von früh bis spät und das auch meist unbewusst. Sei es in der Arbeit, im Straßenverkehr, beim Einkauf oder beim Sport. Vertrauen ist wohl eine der wichtigsten Überzeugungen, die man zum Leben braucht.
Man vertraut jedoch nicht nur in die eigene Umwelt und den Mitmenschen, man muss sich auch selbst vertrauen, um unbeschwert existieren zu können.
Ein wichtiger Bestandteil des Vertrauens ist das Urvertrauen, auf welches in dieser Arbeit eingegangen wird. Es ist ein Konstrukt, welches unterschiedlich interpretiert und beschrieben wird. Der wohl größte Unterschied zwischen Urvertrauen und Vertrauen besteht darin, dass Urvertrauen anhaltend und Vertrauen variabel ist, weshalb man die Begriffe nicht als absolut ident bezeichnen kann. (Vertrauensbuch zur Salutogenese, 2012)
Trotz allem ist es von Bedeutung sich mit dieser Überzeugung auseinanderzusetzen und den Wert dahinter zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begründung
2.1 Peter Wust
3 Entwicklung
3.1 Psychische Entwicklung nach Erik H. Erikson
3.2 Biosoziologische Entwicklung nach Dieter Claessens
4 Definitionen
4.1 Otto Friedrich Bollnow
4.2 Karen Joseph
4.3 Balthasar Staehelin
4.4 Brigitte Boothe
4.5 John Bowlby
4.6 Mary Ainsworth
4.7 Roger
4.8 Arne Grøn
5 Versuch einer globalen Definition
6 Urvertrauen als positive Empfindung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das psychologische Konstrukt des Urvertrauens, um dessen Vielschichtigkeit zu beleuchten und zu prüfen, ob der Begriff wissenschaftlich eindeutig definierbar ist oder ob er zu umfassend für eine allgemeingültige Festlegung bleibt.
- Historische Herleitung des Begriffs durch verschiedene Theoretiker
- Differenzierung zwischen psychologischer und biosoziologischer Entwicklung
- Vergleichende Analyse verschiedener Definitionsversuche in der Literatur
- Betrachtung von Urvertrauen als existenzielle und lebenslange Empfindung
- Diskussion der Operationalisierbarkeit und Messbarkeit des Konzepts
Auszug aus dem Buch
3.1 Psychische Entwicklung nach Erik H. Erikson
Der Psychologe Erik H. Erikson hat den Begriff „Basic Trust“ 1950 in seinem Buch „Childhood and Society“ gefestigt. Laut Erikson´s Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung beginnt der Mensch in seinem ersten Lebensjahr mit der Schaffung eines Selbstvertrauens und eines Vertrauens in die Umwelt. Das Kleinkind bindet sich mit diesem Vertrauen anfangs an eine Bezugsperson, welche als sein erster Versorger fungiert. Stillt diese Person die Wünsche nach Liebe, Nahrung und Aufmerksamkeit, geht diese Innigkeit in das Vertrauen des Kindes über. (Grundvertrauen: Hermeneutik eines Grenzphänomens, 2013)
Das Urvertrauen bezieht sich hier jedoch nicht nur auf die Vertrauensperson. Das Kind lernt auch, sich selbst zu vertrauen und schafft damit eine Basis für seine lebenslange Entwicklung. (Scheck, 2005)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas Urvertrauen sowie Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Eindeutigkeit des Begriffs.
2 Begründung: Historischer Rückblick auf die Urheberschaft des Terminus mit Fokus auf den Philosophen Peter Wust.
3 Entwicklung: Gegenüberstellung der psychologischen Perspektive nach Erik H. Erikson und der biosoziologischen Betrachtungsweise durch Dieter Claessens.
4 Definitionen: Detaillierte Darstellung verschiedener theoretischer Definitionen von Urvertrauen durch diverse Experten und Wissenschaftler.
5 Versuch einer globalen Definition: Synthese der verschiedenen Ansätze zur Herleitung einer übergreifenden Begriffsbestimmung.
6 Urvertrauen als positive Empfindung: Untersuchung der Bedeutung des Urvertrauens für das Wohlbefinden, zwischenmenschliche Bindungen und den Glauben.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Definiertheit und Messbarkeit.
Schlüsselwörter
Urvertrauen, Grundvertrauen, Psychologie, Biosoziologie, Erik H. Erikson, Vertrauen, Begriffserklärung, Existenz, Emotionen, Selbstvertrauen, Entwicklung, Bezugsperson, Konstrukt, Salutogenese, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff des Urvertrauens, seiner theoretischen Herleitung und der Schwierigkeit, diesen in der Psychologie einheitlich zu definieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den verschiedenen wissenschaftlichen Definitionen und der Bedeutung des Urvertrauens für die menschliche Entwicklung und Psyche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob der Begriff „Urvertrauen“ eindeutig definiert werden kann oder ob er für eine solche Eindeutigkeit zu komplex und vielschichtig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der verschiedene theoretische Ansätze, Modelle und Definitionen unterschiedlicher Autoren gegenübergestellt und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Begründung, Entwicklungsmodelle, eine Übersicht verschiedener Definitionsversuche und eine Diskussion über Urvertrauen als Gefühlslage.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Urvertrauen, Grundvertrauen, Psychische Entwicklung, Bindungstheorie und die wissenschaftliche Begriffsklärung.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Erik Erikson von der von Dieter Claessens?
Während Erikson den Fokus auf die psychosoziale Entwicklung im ersten Lebensjahr und die Bindung zur Bezugsperson legt, betrachtet Claessens den Begriff stärker aus einer biosoziologischen Perspektive der lebenslangen Haltung gegenüber der Umwelt.
Ist Urvertrauen nach Ansicht der Autorin messbar?
Die Autorin stellt am Ende fest, dass der Begriff zwar etabliert, aber bisher nicht ausreichend operationalisiert ist, und lässt die Frage nach der genauen Messbarkeit offen.
- Arbeit zitieren
- Valentina Hinterberger (Autor:in), 2022, Der Begriff des Urvertrauens und seine Definition, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1458008