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Orte der Erinnerung. Psychoanalytische und systemkritische Ansätze zu W. G. Sebalds "Austerlitz"

Title: Orte der Erinnerung. Psychoanalytische und systemkritische Ansätze zu W. G. Sebalds "Austerlitz"

Research Paper (undergraduate) , 2021 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ilona Gruber Drivdal (Author)

German Studies - Miscellaneous

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Die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges sind in den letzten Jahrzehnten durch die Literatur wieder in Erinnerung gebracht und thematisiert worden. Erste Stimmen hatten sich bereits während der Kriegsgeschehen aus dem Exil gemeldet, und unmittelbar nach dem Krieg fanden sich in Deutschland kritische junge Autoren zusammen unter dem Wahlspruch „Nie wieder Krieg“! Es wurde dringend, der Nachkriegsgesellschaft der 50er Jahre, die sich im Konsumrausch des „Wirtschaftswunders“ betäubte, die Augen zu öffnen; Der Holocaust sollte nicht in Vergessenheit geraten. – Diese Werke waren in nüchternem, sozialkritisch-realistisch geprägtem Stil gehalten, oder auch pädagogisch-agitatorisch, wie z.B. bei Brecht. „Keine Gedichte nach Auschwitz“ war die von Adorno proklamierte These, bis dann Paul Celan einige Jahre später beweisen konnte, dass auch die Lyrik die Leiden des Exils und der Tortur zum Ausdruck bringen konnte.

In neuerer Zeit hat sich das Prosastück Austerlitz von W. G. Sebald (1944-2001) in der Literaturwelt bemerkbar gemacht. Dieses Werk, herausgegeben 2001, ist teilweise auf Zeugenaussagen realer Personen aufgebaut, die er als Fiktion bearbeitet hat, wie Sebald in einem Spiegel-Interview kurz vor seinem Tod erklärt hat (Spiegel, 2001). Austerlitz handelt von einem jüdischen Kind, das von seinen Eltern mit dem Kindertransport nach England geschickt wurde, um das Naziregime zu überleben. An einem Bahnhof verlieren sich alle Spuren. Wir folgen Jaques Austerlitz auf seinen „Erinnerungsspuren“, die sein Freund, der Autor, in einer verschlüsselten Weise darstellt, die nicht wie die konventionelle Geschichtsschreibung auf einer Anreihung von Fakten und Zahlen, sondern auf einer psychologisch-philosophischen Metaphorik aufbaut, die uns eine neue Sichtweise auf die Geschichte vermitteln soll, damit wir das Verdrängte in unserem kollektiven Erinnern erschließen und für eine hoffentlich bessere Zukunft nutzbar machen können. Wir wollen diesen Erinnerungsspuren Austerlitz‘ folgen und in Sebalds Montage von Text und bildlichen Darstellungen „herumwühlen“, im besonderen Hinblick auf den Gebrauch der Metaphorik, um, auch mit einem Blick auf die Erzählweise, ein Gesamtbild zu „basteln“. Schließlich wollen wir die Anliegen des Autors hinterfragen: was ist sein Weltbild, welche Botschaft will er vermitteln?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Im Panoptikum der Baugeschichte

1 Einstieg mit unsicheren Schritten

2 Metaphorik der Dunkelheit

3 Metaphorik von Natur und Kultur

4 Monumente der Macht

5 Geschichte der Gewalt

III Im Labyrinth der Selbstfindung

1 Ein anderer Name

2 Schmerzensspuren

3 Der Wendepunkt

4 Die Herkunft

IV Zusammenfassung: Prozesse der Erinnerung

1 Erzählweise

2 Fundstücke

V Theoretische Ansätze: Psychoanalyse und Gesellschaftskritik

1 Die Psychoanalyse: Sigmund Freuds Zaubertafel

2 Geschichtsschreibung: Walter Benjamins Modell der Ausgrabungen

VI Identitäts- und Gedächtnisforschung

1 Im Archiv des Gedächtnisses

2 Orte der Erinnerung

VI Was sind die Anliegen Sebalds? Versuch einer Konklusion

1 Sozialkritische Ansätze: Gesellschaft und Geschichtsschreibung

2 Philosophische Ansätze: Die Dimension der Zeit

3 Die Poesie der Dunkelheit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht W. G. Sebalds Roman "Austerlitz" unter psychoanalytischen und systemkritischen Aspekten. Ziel ist es, die in der Erzählweise und Metaphorik des Werkes verborgene Auseinandersetzung mit historischem Trauma, kollektivem Gedächtnis und der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschichte zu dekonstruieren und hinter die Botschaft des Autors zu blicken.

  • Analyse der Metaphorik von Dunkelheit, Natur und Kultur.
  • Untersuchung der Erzählstrukturen und des "Bricolage"-Prinzips.
  • Psychoanalytische Deutung von Identitätsverlust und Erinnerung.
  • Kritik an der konventionellen Geschichtsschreibung im Sinne Walter Benjamins.
  • Bedeutung von Architektur und Orten als Träger des kollektiven Gedächtnisses.

Auszug aus dem Buch

1 Einstieg mit unsicheren Schritten

Zum Einstieg in den Roman begleitet den Leser eine Stimmung der Dunkelheit und der Unsicherheit. Verblüffend bei dieser Ankunft, auf dem Bahnhof – und in unserer Geschichte – ist das Eingeständnis des Erzählers, dass er nicht sicher ist, warum er überhaupt dort war (daraufhin weist auch der Name der Bahnhofshalle, auf Französisch „Salle des pas perdus“, übersetzt „Halle der verlorenen Ursachen“). Seine Unsicherheit bezieht sich sowohl auf die erzählte Zeit – die „unsichere Schritte“ des Ankommenden, der „undeutlich wahrgenommen“ hat, wie auch auf die Erzählzeit – er gibt zu, in seinen Erinnerungen durcheinandergeraten zu sein (12). Der Autor will damit signalisieren, dass sein Gedächtnis lückenhaft und unzuverlässig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einführung konturiert die Relevanz der Literatur bei der Aufarbeitung der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs und leitet in die Analyse von Sebalds Austerlitz über.

II Im Panoptikum der Baugeschichte: Das Kapitel untersucht die zentralen Metaphern der Bahnhofshalle und der Tiere, die für ein tieferes Verständnis von Entfremdung und Machtverhältnissen in Europa stehen.

III Im Labyrinth der Selbstfindung: Hier wird der Prozess der Identitätsfindung des Protagonisten Jaques Austerlitz nachgezeichnet, von der Kindheit bis zur Entdeckung seiner Herkunft.

IV Zusammenfassung: Prozesse der Erinnerung: Eine theoretische Einordnung der Erzählweise sowie der diskontinuierlichen Struktur ("Bricolage") des literarischen Textes.

V Theoretische Ansätze: Psychoanalyse und Gesellschaftskritik: Das Kapitel verknüpft Sebalds Werk mit Freuds Traumata-Modellen und Walter Benjamins Ausgrabungsmetaphorik der Geschichte.

VI Identitäts- und Gedächtnisforschung: Untersuchung der Funktionsweise des episodischen und semantischen Gedächtnisses im Kontext literarischer Narrative.

VI Was sind die Anliegen Sebalds? Versuch einer Konklusion: Abschließende Betrachtung von Sebalds Weltbild sowie eine philosophische Reflexion über Zeit, Licht und Dunkelheit.

Schlüsselwörter

Austerlitz, W. G. Sebald, Erinnerung, Trauma, Psychoanalyse, Geschichtsschreibung, Metaphorik, Melancholie, Identität, Baugeschichte, Walter Benjamin, Gedächtnisforschung, Identitätsverlust, kollektives Gedächtnis, Bricolage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Roman "Austerlitz" von W. G. Sebald hinsichtlich seiner psychologischen und gesellschaftskritischen Tiefe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Erinnerungsarbeit, das trauma-basierte Gedächtnis, die Kritik an der offiziellen Geschichtsschreibung sowie die Analyse von Architektur und Macht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel besteht darin, durch die Entschlüsselung von Sebalds Metaphorik zu verstehen, welches Weltbild und welche Botschaft der Autor in Bezug auf das Verdrängte der europäischen Geschichte vermitteln will.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der literaturwissenschaftliche Analyse mit psychoanalytischen Theorien (Freud) und geschichtsphilosophischen Konzepten (Benjamin) kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählstruktur, die Dekonstruktion von Machtsymbolen der Architektur und die schrittweise Aufdeckung der Identität des Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Erinnerungsspuren, Holocaust, Kollektivgedächtnis, Metaphorik, Melancholie und die Bedeutung von Orten für die Geschichte.

Inwiefern spielt der Bahnhof in Sebalds Roman eine Rolle?

Der Bahnhof fungiert als zentraler Ort der Abreise und der traumatischen Trennung sowie als Ausgangspunkt für die archäologische Suche nach der eigenen, verloren gegangenen Vergangenheit.

Was bedeutet die "Bricolage" in Bezug auf Sebalds Erzählstil?

Es beschreibt das stückweise Zusammenfügen von Textfragmenten und visuellen Dokumenten, um eine Erinnerung zu konstruieren, die nicht linear, sondern lückenhaft und bruchstückhaft verläuft.

Warum ist das "dunkle Erdreich" als Metapher so bedeutsam?

Es verweist auf die Notwendigkeit, durch behutsame "Ausgrabungen" tief liegende, schmerzhafte Schichten der persönlichen und gesellschaftlichen Geschichte freizulegen.

Welche Rolle spielt die Zeitmessung in der Arbeit?

Die Uhr wird als Instrument der Gleichschaltung und Kontrolle identifiziert, während das "Jenseits" der Zeit für den Moment der wahren, individuellen Erinnerung steht.

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Details

Title
Orte der Erinnerung. Psychoanalytische und systemkritische Ansätze zu W. G. Sebalds "Austerlitz"
College
University of Bergen  (Deutsche Literatur)
Course
Seminar
Grade
1
Author
Ilona Gruber Drivdal (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1455329
ISBN (eBook)
9783963567025
ISBN (Book)
9783963567032
Language
German
Tags
Natur / Kultur Zeitgeist der Moderne Goethes Naturverständnis Veredelung und Umgestaltung wilde Natur versus gestaltete Natur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilona Gruber Drivdal (Author), 2021, Orte der Erinnerung. Psychoanalytische und systemkritische Ansätze zu W. G. Sebalds "Austerlitz", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1455329
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