Wie kam das Spanische nach Afrika? In welchen Varianten und Kommunikationsdomänen wird es heute verwendet? Welche Sprachpraxen und kulturelle Identitäten machen sich Menschen in Äquatorialguinea zu Gebrauch, die Spanisch im Kontakt mit afrikanischen Sprachen benutzen? Inwieweit ziehen die Menschen aus der Mehrsprachigkeit einen praktischen Nutzen?
Ähnlich wie Portugiesisch, Französisch oder Englisch hat auch die spanische Sprache den Rang einer Weltsprache, nicht nur aufgrund seiner sehr großen Anzahl von Sprechern, sondern auch wegen seiner enormen Verbreitung. Wie im Falle anderer wichtiger europäischer Sprachen ist dies auf die Kolonialzeit zurückzuführen. So ist das Spanische bis heute auch in Afrika präsent, vorrangig in Äquatorialguinea.
Doch Spanisch in Afrika? Wenn man an spanischsprachige Länder denkt, kommt mir zunächst Südamerika oder Spanien selbst in den Sinn. Die Verbreitung der spanischen Sprache auf dem afrikanischen Kontinent ist kaum bekannt und wird bei der Rede von der Hispanophonie häufig vergessen. Nicht nur in Äquatorialguinea, wo das Spanische seit 1979 die offizielle Amtssprache ist, auch beispielsweise in Marokko wird, wenn auch nur inoffiziell, Spanisch gesprochen. In einigen Diskussion stellt sich zudem die Frage, ob man die Kanarischen Inseln, auf denen ebenfalls Spanisch gesprochen wird, nicht eher zu Afrika als zu Europa zählen würde, da diese geographisch gesehen in der Nähe von Afrika liegen. Zusätzlich blickt die spanischsprachige Schriftliteratur Äquatorialguineas auf eine etwa knapp hundertjährige Geschichte zurück.
Dabei möchte ich mich in meiner Hausarbeit zunächst auf die Sprachgeschichte der einzigen spanischen Kolonie im subsaharischen Afrika (Guinea Española) und die derzeitige Sprachsituation Äquatorialguineas konzentrieren. Und wie dies mit der Sprachstruktur zusammenhängt. Dahingehend untersuche ich im Rahmen der Sprachstruktur phonetisch-phonologische, morphosyntaktische und lexikalische Besonderheiten des äquatorialguineischen Spanischs. Abschließend werde ich die Sprachpflege und dabei besonders die Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sprachgeschichte
2.1 Geschichte
2.2 Derzeitige Sprachsituation
3 Sprachstruktur
3.1 Phonetisch-Phonologische Besonderheiten
3.2 Morphosyntaktische Besonderheiten
3.3 Lexikalische Besonderheiten
4 Sprachpflege
4.1 Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española
4.1.1 Geschichte der AEGLE
4.1.2 Aufgaben der AEGLE
4.2 Literatur aus Äquatorialguinea
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachgeschichte und die aktuelle sprachliche Situation des Spanischen in Äquatorialguinea. Ziel ist es, die Entwicklung der Sprache in der einzigen spanischsprachigen Nation Afrikas nachzuvollziehen sowie die spezifischen linguistischen Besonderheiten auf phonetischer, morphosyntaktischer und lexikalischer Ebene aufzuarbeiten und die Rolle der Sprachpflege durch die Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der spanischen Kolonialherrschaft in Äquatorialguinea.
- Analyse der sprachlichen Besonderheiten im äquatorialguineischen Spanisch.
- Die Rolle der spanischen Sprache als Bildungs- und Amtssprache im Kontrast zu den Regionalsprachen.
- Institutionalisierung der Sprachpflege durch die Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española.
- Literarische Entwicklungen und Herausforderungen im Land.
Auszug aus dem Buch
3 Sprachstruktur
Nicht nur geschichtlich und geographisch ist Äquatorialguinea sehr komplex, sondern Äquatorialguinea zeichnet sich ebenfalls durch seine sprachliche Vielfalt aus. Obwohl Spanisch die lengua oficial von Äquatorialguinea ist, stellt sie nicht die Muttersprache der Bevölkerung dar (vgl. Patzelt & Herling, 2013, 261).
Viele Guineer sprechen zu Hause fast ausschließlich Spanisch und ermutigen ihre Kinder oft, Spanisch zu sprechen, anstatt die indigenen Sprachen oder Pichinglis zu verwenden. In der Realität sieht das allerdings so aus, dass Spanische oft mit den Muttersprachen der jeweiligen Sprecher vermischt wird. Es ist fast unmöglich, ein Gespräch einer einzigen Sprachkategorie zuzuordnen und daher sind die Äquatorialguineer in Unterhaltungen sicher nur Spanisch, Fang oder Bubi zu sprechen, während die eigentliche Produktion durch ein hohes Maß an Code-Switching gekennzeichnet ist (vgl. Lipski, 2000, 11-38).
Con los ojos cerrados cualquier hispanoparlante que conozca las variedades del español mundial puede identificar inmediatamente al nativo de Guinea Ecuatorial. (Lipski, 2007, 110)
Die sprachlichen Besonderheiten Äquatorialguineas sind vor allem zurückzuführen, auf die Sprachkontakte innerhalb der Bevölkerung mit der verbundenen mangelnden Sprachbeherrschung, die im Folgenden beschrieben werden (vgl. Patzelt & Herling, 2013, 261).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung des Spanischen in Äquatorialguinea sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Sprachgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die koloniale Historie Äquatorialguineas und die daraus resultierende Etablierung des Spanischen sowie die aktuelle Status der Sprache.
3 Sprachstruktur: Hier werden die spezifischen phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten des lokalen Spanisch im Kontakt mit indigenen Sprachen analysiert.
4 Sprachpflege: Dieser Abschnitt widmet sich der Gründung und den Aufgaben der Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española sowie der Literatur in Äquatorialguinea.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Rolle Äquatorialguineas innerhalb der Hispanophonie.
Schlüsselwörter
Spanisch, Äquatorialguinea, Sprachkontakt, Linguistik, Phonetik, Morphosyntaktik, Lexikologie, Sprachpflege, AEGLE, Kolonialgeschichte, Hispanophonie, Bantusprachen, Sprachvarietät, Mehrsprachigkeit, Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Stellung des Spanischen in Äquatorialguinea, dem einzigen spanischsprachigen Land auf dem afrikanischen Kontinent.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die historische Entwicklung, die heutige Sprachsituation, linguistische Merkmale der Sprache und die Institutionalisierung der Sprachpflege vor Ort.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die einzigartige Ausprägung des Spanischen in Äquatorialguinea durch Sprachkontakte zu identifizieren und die Rolle der Sprachakademie AEGLE aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse der bestehenden Forschung zum äquatorialguineischen Spanisch basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sprachgeschichte, die Analyse der Sprachstruktur mit ihren Varietäten und Fehlern sowie die Sprachpflege durch die Academia Ecuatoguineana.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Spanisch, Äquatorialguinea, Sprachkontakt, Sprachpflege und kulturelle Identität.
Welchen Einfluss haben die indigenen Sprachen auf das Spanische?
Die indigenen Sprachen, insbesondere Fang und Bubi, führen in Kontakt mit dem Spanischen zu Phänomenen wie Code-Switching und spezifischen Aussprachevarianten.
Welche Rolle spielt die AEGLE für die Sprache?
Die Academia Ecuatoguineana de la Lengua Española dient der Pflege, Festigung und Standardisierung des Spanischen in Äquatorialguinea als gemeinsames Erbe.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Spanisch in Afrika. Äquatorialguinea, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1453827