Diese Hausarbeit untersucht die Notwendigkeit und Wirksamkeit von Patientencoaching als ergänzende Behandlungsform bei depressiven Episoden. Kapitel 2 legt die theoretischen Grundlagen dar, definiert depressive Episoden und diskutiert ihre gesellschaftlichen Auswirkungen sowie wirtschaftlichen Folgen. Es werden Kennzahlen zur Evaluierung des Patientencoachings vorgestellt. Kapitel 3 entwickelt ein Konzept für Patientencoaching bei leichten bis mittelschweren Fällen, einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen, Finanzierung und Evaluation. Kapitel 4 betrachtet die Schnittstellen zu anderen Sektoren, während Kapitel 5 die Abgrenzung von Patientencoach und Fallmanager sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit untersucht. Kapitel 6 fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich des Patientencoachings.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Depressionen
2.1 Depressive Episode
2.2 Entstehung
2.3 Behandlungsprogramme und Therapieformen
2.4 Häufigkeit, Anzahl der Fehltage, Kosten
2.5 Depressive Episode und Health Management Services
3 Konzept Patientencoaching
3.1 Inhalte und Ziele des Konzepts
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.3 Datenschutz
3.4 Preisgestaltung
3.5 Teilnehmeridentifikation und Einschreibung
3.6 Evaluation und zwei Kennzahlen
3.7 Drei Interventionsformen
3.7.1 Telefoncoaching
3.7.2 Online-Unterstützungsprogramm als Selbsthilfe
3.7.3 Online-Projekt mit integriertem Diskussionsforum
4 Zwei Schnittstellen in andere Sektoren
4.1 Schnittstelle Hausarzt
4.2 Schnittstelle Krankenkasse
5 Patientencoaching / Fallmanagement
5.1 Begriff und Bereich Fallmanagement
5.2 Begriff und Bereich Patientencoaching
5.3 Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Praxisbeispiel
6 Fazit Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Notwendigkeit ergänzender Behandlungsformen bei depressiven Episoden aufzuzeigen und ein Konzept für ein effektives Patientencoaching zu entwickeln, um Wartezeiten auf Therapieplätze zu überbrücken und die Versorgungsqualität zu verbessern.
- Theoretische Grundlagen depressiver Episoden und deren gesellschaftliche Auswirkungen.
- Entwicklung eines strukturierten Patientencoaching-Konzepts bei depressiven Störungen.
- Bedeutung rechtlicher Rahmenbedingungen und des Datenschutzes im Health Management.
- Analyse von Interventionsformen wie Telefoncoaching und Online-Selbsthilfeprogrammen.
- Schnittstellenmanagement zwischen Patientencoaching, Hausärzten und Krankenkassen.
- Abgrenzung und Kooperationsmöglichkeiten von Patientencoaching und Fallmanagement.
Auszug aus dem Buch
3.7.1 Telefoncoaching
Telefoncoaching kann die Versorgungslücke schließen, die bei der Wartezeit auf einen Therapieplatz entsteht und so z.B. die Erfolge einer stationären Therapie sichern. Möglich ist auch eine zusätzliche Begleitung zur ärztlichen Betreuung über einen längeren Zeitraum, um unterstützend, z.B. bei der Medikamenteneinnahme, zu wirken (Mauer, 2016, S. 17).
Telefoncoaching konnte nachweislich zu geringeren Krankheitskosten in Bezug auf die Interventionen bei depressiven Episoden führen. Dies zeigte eine Studie, die Telefoncoaching über zwölf Monate begleitete und anschließend auswertete, mit dem Ergebnis der signifikanten Reduktion der Gesamtleistungen für den Kostenträger. Diese Studie soll in dieser Hausarbeit als Beispiel für das Telefoncoaching dienen. Alle Programminhalte und Aktivitäten erfolgten orientiert an der nationalen Versorgungsleitlinie für unipolare Depression (Gerlach-Reinholz et al., 2017, S. 811–817).
Rahmenbedingungen
Die jeweils zwanzigminütigen Telefonate wurden ausschließlich von medizinischem Assistenzpersonal durchgeführt. Alle Coaches verfügten über eine 3-jährige Ausbildung als Medizinische Fachangestellter (MFA) oder Gesundheitspfleger und über Berufserfahrung in der Psychiatrie. Die Interventionen wurden durch die Sanvartis GmbH entwickelt und durchgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Zunahme psychischer Erkrankungen und schlägt Patientencoaching als ergänzende Maßnahme zur Überbrückung von Wartezeiten und Unterstützung vor.
2 Depressionen: Dieses Kapitel definiert die depressive Episode, betrachtet Häufigkeitsdaten, wirtschaftliche Folgen und die notwendigen diagnostischen Kriterien gemäß ICD-10.
3 Konzept Patientencoaching: Hier wird ein konkretes Konzept für ein Patientencoaching bei leichten bis mittelschweren Depressionen entworfen, inklusive rechtlicher Aspekte, Evaluation und Interventionsmöglichkeiten.
4 Zwei Schnittstellen in andere Sektoren: Das Kapitel analysiert die notwendige Kooperation zwischen Patientencoaches, Hausärzten und Krankenkassen zur effizienten Fallsteuerung.
5 Patientencoaching / Fallmanagement: Die Abgrenzung und Synergiepotenziale zwischen der personengesteuerten Fallsteuerung und dem unterstützenden Patientencoaching werden detailliert aufgearbeitet.
6 Fazit Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Relevanz von Health Management Services und empfiehlt die Etablierung verbindlicher Qualitätsstandards für Patientencoaches.
Schlüsselwörter
Patientencoaching, Depression, Depressive Episode, Health Management Services, Fallmanagement, Krankenkasse, Hausarzt, Adhärenz, Gesundheitspsychologie, Evaluation, ICD-10, Sozialdaten, Versorgungssicherheit, Prävention, Interventionsform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten von Patientencoaching als ergänzende Methode bei der Behandlung von Patienten mit depressiven Episoden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Depressionen, Anforderungen an das Patientencoaching, rechtliche Rahmenbedingungen wie Datenschutz sowie die Schnittstellen zur medizinischen Versorgung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Konzept für ein Patientencoaching zu erstellen, das Wartezeiten auf Therapieplätze überbrückt und die Selbstkompetenz von Patienten mit depressiven Störungen stärkt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine konzeptionelle Ausarbeitung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur, Studienergebnissen und gesetzlicher Grundlagen basiert.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Bedarfsanalyse, die Entwicklung eines Coaching-Konzepts sowie die Darstellung von Kooperationsmodellen mit anderen Akteuren des Gesundheitssystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Patientencoaching, Depression, Health Management Services und Versorgungsmanagement beschreiben.
Warum spielt der Datenschutz bei diesem Patientencoaching eine besondere Rolle?
Da beim Coaching sensible Sozialdaten verarbeitet werden, unterliegen diese dem strengen Sozialdatenschutz, was besondere Anforderungen an die Datensicherheit und Vertraulichkeit auferlegt.
Wie unterscheidet sich Patientencoaching von klassischem Fallmanagement?
Während das Fallmanagement die Steuerung des gesamten Versorgungsprozesses übernimmt, liegt der Schwerpunkt des Patientencoachings in der Befähigung des Patienten zum Selbstmanagement und der Zielerreichung im Alltag.
- Arbeit zitieren
- Jasmin Frommhold (Autor:in), 2022, Die Bedeutung von Patientencoaching bei depressiven Episoden. Entwicklung eines Konzepts und Evaluation von Erfolgskennzahlen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1453211