Die Ermittlung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist nicht nur erwünscht, sondern auch in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, um die Mitarbeitenden zu schützen. Im Arbeitsschutzgesetz wird im Paragraf 5 festgehalten, dass der Arbeitgeber Gefährdungen ermitteln und erforderliche Maßnahmen einleiten muss. Es wird explizit auch auf eine Möglichkeit der Gefährdung aufgrund psychischer Belastungen hingewiesen.
In der vorliegenden Fallstudie bemängelt der örtliche Personalrat einer Verwaltungsbehörde des öffentlichen Rechts, dass es für die 1800 Mitarbeiter bisher keine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz gibt. Der Auftrag der Fallstudie besteht darin ein Konzept zur Überprüfung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und einen wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Prävention psychischer Belastungen am Arbeitsplatz für die Mitarbeiter zu entwickeln.
Die vorliegende Fallstudie soll zunächst die theoretischen Grundlagen abbilden, indem das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) definiert wird. Anschließend folgt die Auseinandersetzung mit den psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und die psychische Gefährdungsbeurteilung wird genauer beleuchtet.
Im nächsten Kapitel sollen die theoretischen Grundlagen in der Praxis verwendet werden. Zunächst wird die Auswahl des Analyseinstruments der psychischen Gefährdungsbeurteilung erläutert. Danach wird das Konzept zur Überprüfung und Prävention psychischer Belastungen am Arbeitsplatz der Verwaltungsbehörde vorgestellt. Zuletzt werden potenzielle Präventionsangebote beschrieben.
Die Fallstudie endet mit einer Diskussion und Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.2 Psychische Belastungen am Arbeitsplatz
2.3 Psychische Gefährdungsbeurteilung
3 Anwendungsteil
3.1 Auswahl des Analyseinstruments
3.2 Konzept zur Überprüfung und Prävention psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
3.3 Potenzielle Präventionsangebote
4 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Fallstudie verfolgt das Ziel, ein fundiertes Konzept zur Überprüfung sowie einen wissenschaftlich basierten Ansatz zur Prävention psychischer Belastungen für die 1800 Mitarbeiter einer öffentlichen Verwaltungsbehörde zu entwickeln, da in diesem Bereich bisher keine Gefährdungsbeurteilung erfolgt ist.
- Grundlagen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)
- Analyse psychischer Belastungen und Gefährdungsbeurteilungen
- Vergleich und Auswahl geeigneter Analyseinstrumente (SPA vs. BAAM®)
- Prozesshafte Einbettung der Gefährdungsbeurteilung in die Behördenstruktur
- Ableitung konkreter, präventiver Maßnahmen zur Mitarbeitergesundheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswahl des Analyseinstruments
Nach Recherchetätigkeit wurden zwei Instrumente zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz genauer betrachtet. Zum einen das Screening psychischer Arbeitsbelastung (SPA) und zum anderen die Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen (BAAM®).
SPA „berücksichtigt den wissenschaftlichen Erkenntnisstand, einschlägige internationale und nationale Normen und orientiert sich an den Vorgaben der EU“ (Metz & Rothe, 2020, S. 9). Die Gütekriterien genügen der DIN EN ISO 10075-3 (2004) und das Instrument ist praxistauglich. Es können einerseits allgemein die Arbeitsplätze hinsichtlich psychischer Belastungen abgebildet werden, andererseits können die Belastungen der unterschiedlichen Arbeitsplätze differenziert werden (Metz & Rothe, 2020, S. 9).
Das Instrument besteht aus 4 Verfahrensteilen: SPA-S (Situation), SPA-P1 (Person), SPA-P2 (Person), SPA-W (Wirkung/ Beanspruchungsfolge). Geschulte bzw. in das Verfahren eingewiesene Mitarbeiter (Experten) führen bei dem Item SPA-S Beobachtungsinterviews durch.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung psychischer Belastungen in der modernen Arbeitswelt und steckt den Rahmen für die gesetzlich geforderte Gefährdungsbeurteilung ab.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert das Betriebliche Gesundheitsmanagement, analysiert theoretische Stressmodelle und erläutert die gesetzlichen Anforderungen sowie methodischen Ansätze der psychischen Gefährdungsbeurteilung.
3 Anwendungsteil: Der Anwendungsteil bewertet geeignete Instrumente zur Bedarfsanalyse und leitet ein spezifisches, prozessorientiertes Konzept sowie präventive Maßnahmen für die untersuchte Verwaltungsbehörde ab.
4 Diskussion und Ausblick: Die Diskussion reflektiert die gewählte Vorgehensweise, hebt die Bedeutung transparenter Kommunikation im Veränderungsprozess hervor und betont den Nutzen für alle Beteiligten.
Schlüsselwörter
Psychische Belastung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Prävention, Arbeitsschutzgesetz, BAAM, SPA, Mitarbeiterbefragung, Arbeitsorganisation, Führungsverhalten, Gesundheitsförderung, Arbeitssicherheit, Personalrat, Gesundheitspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Fallstudie?
Die Studie widmet sich der Entwicklung eines Konzepts zur systematischen Überprüfung und Prävention psychischer Belastungen für eine Verwaltungsbehörde mit 1800 Beschäftigten.
Welche Themenbereiche bilden den Kern der Arbeit?
Den Schwerpunkt bilden das Betriebliche Gesundheitsmanagement, die wissenschaftliche Fundierung psychischer Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz sowie deren praktische Implementierung.
Welches Ziel soll durch die Arbeit erreicht werden?
Das primäre Ziel ist die Etablierung eines nachhaltigen Prozesses zur Gefährdungsbeurteilung, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und die Leistungsfähigkeit sowie Gesundheit der Mitarbeiter langfristig zu sichern.
Welche methodischen Instrumente werden in der Arbeit analysiert?
Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Instrumente „Screening psychischer Arbeitsbelastung“ (SPA) und „Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen“ (BAAM®).
Welche Inhalte werden im Anwendungsteil behandelt?
Neben der Auswahl des Analyseinstruments liegt der Fokus auf der strukturierten Prozessplanung der Gefährdungsbeurteilung und der Identifikation beispielhafter Präventionsmaßnahmen.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselbegriffen charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie psychische Gefährdungsbeurteilung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Prävention und Arbeitsorganisation definieren.
Warum wurde das BAAM®-Verfahren für die Behörde empfohlen?
BAAM® wurde aufgrund seiner Eignung für größere Belegschaften, seiner Übersichtlichkeit und der guten Integrationsmöglichkeiten in moderierte Workshops als ideal für eine erstmalige Durchführung erachtet.
Welche Rolle spielt der Personalrat bei diesem Prozess?
Der Personalrat ist ein zentraler Akteur, da er die Interessen der Mitarbeiter vertritt und Mitbestimmungsrechte bei der Auswahl der Instrumente sowie der Auswertung und Maßnahmenplanung besitzt.
- Arbeit zitieren
- Bianca Adler (Autor:in), 2020, Prävention psychischer Belastungen in einer öffentlichen Verwaltungsbehörde, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1450431