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Berücksichtigung kultureller Differenzen im Strafrecht

Titel: Berücksichtigung kultureller Differenzen im Strafrecht

Seminararbeit , 2009 , 28 Seiten , Note: D

Autor:in: Daniel Krošlák (Autor:in)

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Begriff der „kulturellen Verteidigung“ (Cultural Defense) tauchte in amerikanischen Zeitschriften Mitte der 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts auf, im Zusammenhang mit der steigenden Anzahl von Fällen, bei denen man sich vor Gericht auf kulturelle Traditionen berufen hatte.
In Deutschland gibt es keine Statistiken oder qualitative Forschungen, die uns generell sagen würden, inwieweit die Informationen über kulturelle Hintergründe die Rechtsprechung beeinflussen. Obwohl die Argumentation mit kulturellen Hintergründen schon länger in deutschen Gerichten eine Tatsache ist, hat sich auch die Literatur bisher mit dieser Problematik systematisch nicht auseinandergesetzt.
Der Verfasser versucht an diese Problematik näher anzuknüpfen und benutzt dafür den kontroversen Beispiel der Ehrenmorde (der Fall von Hatun Sürücü). Alle Implikationen und kritische Momente von solchen Fällen sind anhand einer strafrechtsdogmatischen und rechtsanthropologischen Analyse gezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINFÜHRUNG

II. WAS IST DIE KULTUR?

III. DIE ROLLE DER KULTUR IM GERICHTSAAL

IV. DIE „KULTURELLE DIFFERENZ“ IN DER DEUTSCHSPRACHIGEN RECHTSWISSENSCHAFT

V. DEUTSCHE RECHTSSPRECHUNG ZU KULTURELLEN HINTERGRÜNDEN

V.1 Strafrechtliche Bewertung in Deutschland

V.2 Der Fall von Hatun Sürücü

V.3 Verstehen wir, was man unter „Ehre“ meint?

V.4 Gibt es wirklich keinen Zusammenhang zwischen Ehrenmorden und Islam?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die juristische Relevanz kultureller Hintergründe bei der Strafzumessung, insbesondere im Kontext von sogenannten Ehrenmorden. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie kulturelle Differenzen in der deutschen Rechtsprechung Berücksichtigung finden oder als Entschuldigungsgrund abgelehnt werden.

  • Die „kulturelle Verteidigung“ (Cultural Defense) in der internationalen Rechtspraxis
  • Definition und gesellschaftliche Konstruktion von Kultur
  • Strafrechtliche Bewertung von Ehrenmorden nach deutschem Recht
  • Fallstudie: Der Mordfall Hatun Sürücü
  • Die Rolle von Ehrebegriffen und deren Verhältnis zur Religion

Auszug aus dem Buch

I. Einführung

Der Begriff der „kulturellen Verteidigung“ (Cultural Defense) tauchte in amerikanischen Zeitschriften Mitte der 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts auf, im Zusammenhang mit der steigenden Anzahl von Fällen, bei denen man sich vor Gericht auf kulturelle Traditionen berufen hatte.

Viel Aufmerksamkeit wurde zum Beispiel dem Fall People v. Dong Lu Chen geschenkt. Bei der Beurteilung des Sachverhalts akzeptierte der Richter die Verteidigung durch kulturelle Hintergründe (was bis dahin nicht sehr üblich war). Die Kontroverse dieser Entscheidung konnte vielleicht guter Reiz für weitere Überlegungen im Rahmen unseres Themas werden.

Die Geschichte fängt an im Jahre 1986. Dong Lu Chen war zusammen mit seiner Frau Jian Wan Chen und drei Kindern aus China in die USA emigriert. Dong Lu war damals 53 Jahre alt, ursprünglich hatte er in China als Farmer gearbeitet. In USA konnte er aber nur Arbeit als Geschirrspüler in Maryland finden. Seine Frau und Kinder haben in New York gelebt, wo Jian Wan in einer Fabrik gearbeitet hat. Wenn Dong Lu einen freien Tag hatte, ist er nach New York gefahren, um zusammen mit seiner Frau und Kinder zu sein. Bei einer solchen Gelegenheit weigerte sich Jian Wan mit ihm Sex zu haben. Von diesem Moment an hatte Dong Lu sie verdächtigt, dass sie eine Affäre hat.

Im 1987 entschied sich Dong Lu zurück nach New York zu ziehen, um mit der Familie zusammen zu sein. Er bemerkte, dass seine Frau kalt und abweisend war. Also verdächtigte er sie weiterhin untreu zu sein. Schließlich hat er sie am 25. August konfrontiert, ob sie sich mit einem anderen Mann trifft. Sie bejahte. Dong Lu ist ohne einziges Wort weggegangen. Zwei Wochen später versuchte er mit ihr Sex zu haben. Nach dem, was er später aussagte, hat sich Jian Wan geweigert und sagte zu ihm: „Ich lasse dich mich nicht anfassen, ich habe dafür andere Männer, die das machen werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der „kulturellen Verteidigung“ ein und illustriert die Problematik anhand des US-amerikanischen Falles People v. Dong Lu Chen.

II. WAS IST DIE KULTUR?: Hier werden anthropologische Definitionsversuche des Kulturbegriffs diskutiert, um die problematische Zuschreibung von Verhaltensweisen auf eine vermeintliche „Gruppenkultur“ zu hinterfragen.

III. DIE ROLLE DER KULTUR IM GERICHTSAAL: Es wird analysiert, inwieweit kulturelle Argumente den juristischen Prozess beeinflussen können und ob Richter als Laien in kulturellen Fragen kompetent urteilen können.

IV. DIE „KULTURELLE DIFFERENZ“ IN DER DEUTSCHSPRACHIGEN RECHTSWISSENSCHAFT: Dieses Kapitel betrachtet die wissenschaftliche Debatte im deutschsprachigen Raum und die Übertragbarkeit der US-amerikanischen Konzepte auf die hiesige Rechtsordnung.

V. DEUTSCHE RECHTSSPRECHUNG ZU KULTURELLEN HINTERGRÜNDEN: Der Hauptteil untersucht die dogmatische Behandlung von Ehrenmorden im deutschen Strafrecht, die Rechtsprechung zu diesem Thema und die religiöse sowie kulturelle Einordnung des Ehrbegriffs.

Schlüsselwörter

Kulturelle Verteidigung, Cultural Defense, Strafrecht, Ehrenmord, Kultur, Rechtswissenschaft, Hatun Sürücü, Religion, Patriarchat, niedrige Beweggründe, deutsche Rechtsprechung, interkulturelle Spannungen, Identität, Strafzumessung, Ehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die komplexe Problematik, inwieweit kulturelle Hintergründe von Tätern bei der juristischen Beurteilung von Straftaten, insbesondere bei Ehrenmorden, im deutschen Strafrecht berücksichtigt werden dürfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Definition von Kultur, der juristischen Einordnung kultureller Argumente vor Gericht, der dogmatischen Einordnung von Mordmerkmalen und der gesellschaftlichen Debatte um den Ehrbegriff.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob „kulturelle Differenz“ als Argument im Strafverfahren zulässig ist oder ob das deutsche Recht an einem objektiven, kulturübergreifenden Maßstab festhalten muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristische und rechtswissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, anthropologischen Definitionen und der Auswertung einschlägiger BGH-Urteile.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die strafrechtliche Bewertung von Ehrenmorden, diskutiert die Fallgeschichte von Hatun Sürücü und reflektiert das Verhältnis zwischen kulturellen Traditionen und religiösen Begründungszusammenhängen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kulturelle Verteidigung, Ehrenmord, deutsche Rechtsprechung, Strafrecht, interkulturelle Spannungen und Rechtsdogmatik sind die prägenden Begriffe.

Inwiefern beeinflusst der Fall Hatun Sürücü die Argumentation?

Der Fall dient als konkretes Beispiel für die deutsche Justizpraxis, bei der das Landgericht und der Bundesgerichtshof mit der Frage der Beweiswürdigung und der Motivation der Täter konfrontiert waren.

Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Islam und Ehrenmorden?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Ehrenmorde eher auf patriarchale, traditionelle Strukturen als auf religiöse Vorgaben zurückzuführen sind, was durch religiöse Gutachten (Fatwas) gestützt wird.

Wie bewertet der Autor die "kulturelle Verteidigung" kritisch?

Der Autor betont, dass eine solche Verteidigung oft die Gefahr birgt, das Individuum auf eine Gruppenidentität zu reduzieren und damit dem Gebot der Gleichheit vor dem Gesetz entgegenzustehen.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Berücksichtigung kultureller Differenzen im Strafrecht
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie)
Veranstaltung
Logik und Methoden des Rechts
Note
D
Autor
Daniel Krošlák (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V143857
ISBN (eBook)
9783640533749
ISBN (Buch)
9783640533961
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berücksichtigung Differenzen Strafrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Krošlák (Autor:in), 2009, Berücksichtigung kultureller Differenzen im Strafrecht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/143857
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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