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Hugo von Hofmannsthal

Titel: Hugo von Hofmannsthal

Skript , 2003 , 14 Seiten

Autor:in: Marcel Haldenwang (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Notizen sind anläßlich meiner Prüfungsvorbereitung entstanden. Unter verschiedenen Gesichtspunkten fasse ich eine Vielzahl von Hofmannsthals Werken inhaltlich zusammen. Wer sich also einen raschen Überblick über Hofmannsthal verschaffen will, für den könnte dieses Skript hilfreich sein. Inkl. Literaturangaben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Lebensdaten

2. Schaffensphasen

3. Typische Stoffe und Themen

3.1. Ästhetizismus und das Vulgäre

3.2. Ästhetizismus und Narrenthematik

3.3. Sprachskepsis/Sprachkrise – der Chandos-Brief

3.4. Die Entdeckung der Tiefenpsychologie

4. Epochenkontext

4.1. Hofmannsthal – Deserteur der Moderne?

4.2. Der Kunstbegriff des Impressionismus im Vergleich zu dem des Naturalismus

5. Wertung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert das Leben und Werk von Hugo von Hofmannsthal unter Berücksichtigung seiner Schaffensphasen, zentraler Motive sowie seines Einflusses auf die literarische Moderne. Dabei steht die Untersuchung der Sprachkrise, der ästhetizistischen Haltung und der tiefenpsychologischen Dimensionen seines literarischen Schaffens im Vordergrund.

  • Biographische Eckpunkte und literarische Schaffensperioden.
  • Die Problematik des Ästhetizismus und die Narrenthematik.
  • Die Sprachskepsis im Kontext des Chandos-Briefes.
  • Psychologische Aspekte im literarischen Drama.
  • Epochenvergleich: Moderne, Impressionismus und Naturalismus.

Auszug aus dem Buch

3.3. Sprachskepsis/Sprachkrise – der Chandos-Brief

- Am 18. Oktober 1902 in der Berliner Zeitung „Der Tag“ veröffentlicht.

Fiktiver Brief, kein Essay, in dem H. sein eigenes Thema in das Jahr 1603, d. h. in die Renaissance, verlegt. Der Schreiber des Briefes, Lord Chandos, ist eine fingierte Person, der Briefempfäner der historsiche Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph und Staatsmann (Verfechter der absolutistischen Staatstheorie; sein bedeutenstes Werk ist Staatsutopie „Nova Atlantis“, in dem er in der Vermehrung des menschlichen Wissens eine Möglichkeit für eine friedliche Gesellschaft sieht; Begründer des englischen Empirismus).

- 1. Lord Chandos entschuldigt sich bei diesem dafür, daß er zwei Jahre keine Literatur zuwege gebracht hat. 26jährig sei er nicht mehr derselbe wie mit 19 oder 23 und in „geistiger Starrnis“ versunken; seine eigenen Werke habe er Mühe zu verstehen. Er vergleicht sich mit Herkules, der in der Wiege schon Schlangen erwürgte, dann aber vor dem Schatten einer Ameise verzagte. Er sagt: „Mein fall ist, in Kürze, dieser: Es ist mir völlig die Fähigkeit abhanden gekommen, über irgend etwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen.“ Vor allem abstrakte Worte wie „Geist“, „Seele“ oder „Körper“ fallen ihm schwer, in den Mund zu nehmen, sie „zerfielen [ihm] im Munde wie modrige Pilze“. Es sei ihm sogar unmöglich gewesen, seine Tochter wegen einer Lüge zu tadeln, weil die Begriffe dazu derart an zu schillern gefangen hätten. Er sieht die Worte wie mit einem Vergrößerungsglas, und es „zerfiel [ihm] alles in Teile, die Teile wieder in Teile, und nichts mehr ließ sich mit einem Begriff umspannen“. Eine besonders starke Abneigung empfindet er gegen unreflektiert ausgesprochene Urteile.

Das heißt: Welt und Sprache, zuvor naiv als Einheit empfunden, fallen nun auseinander, er entwickelt eine nominalistische Position. Mentale Konzepte vorhanden, aber kein Ausdruck. Seine Ausdrucksweise muß unvollkommen bleiben, sie ist von der Wirklichkeit entfernt. Findet sich dennoch ein (unzulänglicher) Ausdruck, erfordert das auf Seiten des Lesers ein großes assoziatives Zutun.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lebensdaten: Bietet einen biographischen Überblick über das Leben von Hofmannsthal, von seiner Geburt in Wien bis zu seinem Tod, inklusive beruflicher Stationen und familiärer Hintergründe.

2. Schaffensphasen: Skizziert chronologisch die verschiedenen Schaffensperioden, von den frühen Gedichten bis hin zu den späteren Librettos, Dramen und Essays.

3. Typische Stoffe und Themen: Untersucht die zentralen literarischen Motive Hofmannsthals, insbesondere das Spannungsfeld zwischen Ästhetizismus, Narrenthematik, Sprachkrise und Tiefenpsychologie.

4. Epochenkontext: Setzt das Werk in den Kontext der literarischen Moderne und vergleicht den impressionistischen Kunstbegriff mit dem des Naturalismus.

5. Wertung: Reflektiert kritisch die Position Hofmannsthals als moderner Dichter zwischen Ästhetizismus, kulturellem Engagement und existentieller Suche.

Schlüsselwörter

Hugo von Hofmannsthal, Wiener Moderne, Ästhetizismus, Sprachkrise, Chandos-Brief, Impressionismus, Naturalismus, Tiefenpsychologie, Dramatik, Literaturgeschichte, Konservative Revolution, Geist und Macht, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der literarischen Entwicklung und der zentralen thematischen Schwerpunkte von Hugo von Hofmannsthal innerhalb der Wiener Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Ästhetik, die Sprachproblematik, die tiefenpsychologische Ausrichtung seiner Figuren und der zeithistorische Kontext des ausgehenden Habsburgerreichs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Hofmannsthals Werk kritisch zu würdigen und die Entwicklung seiner Themen von den frühen ästhetizistischen Ansätzen bis zur späteren kulturpolitischen und konservativen Auseinandersetzung nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textbestand (Dramen, Essays, Briefe) interpretiert und in einen theoretischen Kontext zur literarischen Epoche stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Stoffen (z.B. Narrenthematik), den Sprach-Chandos-Brief, die psychologische Durchdringung dramatischer Figuren und einen Epochenvergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ästhetizismus, Sprachskepsis, Hofmannsthal, Moderne, Impressionismus und Tiefenpsychologie.

Wie interpretiert der Autor die Sprachkrise im Chandos-Brief?

Der Autor sieht im Chandos-Brief ein zentrales Dokument der Moderne, das die Unzulänglichkeit der Sprache zur Erfassung der komplexen Wirklichkeit sowie den Zusammenbruch der naiven Einheit von Welt und Wort thematisiert.

Welche Rolle spielt die Tiefenpsychologie in Hofmannsthals Dramen?

Die Arbeit zeigt auf, wie Hofmannsthal psychologische Tiefe in seine Dramen integriert, sei es durch die Bearbeitung klassischer Stoffe wie "Elektra" oder durch die Gestaltung moderner Typen, die sich als "Melancholiker" präsentieren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hugo von Hofmannsthal
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (FB Germanistik)
Autor
Marcel Haldenwang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V14353
ISBN (eBook)
9783638197786
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hugo Hofmannsthal
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Haldenwang (Autor:in), 2003, Hugo von Hofmannsthal, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/14353
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Leseprobe aus  14  Seiten
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