Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich den chinesischen sozialen Kontext auch mit dem Deutschen vergleichen und werde deshalb auf die Situation von Bettlern und Obdachlosen in Berlin eingehen. Der Artikel konzentriert sich auf die Stadt Berlin und beschreibt die sozialen Probleme, die während der Entwicklung Berlins auftraten. Außerdem wird eine mehrdimensionale Analyse der unterschiedlichen Perspektiven, Verhaltensweisen und Einstellungen von Regierung, Gesellschaft und Öffentlichkeit gegenüber Bettlern und Obdachlosen vorgestellt. Darüber hinaus führte ich auch Gespräche mit vielen Bettlern und Obdachlosen in Berlin sowie mit Mitarbeitern einschlägiger Einrichtungen. Ich habe auch ein Experiment mit einem Bettler gemacht. Dadurch haben wir ein besseres Verständnis für die Situation dieser Gruppe gewonnen. In der derzeitigen schwierigen Situation nimmt die Zahl der Bettler und Obdachlosen in Berlin zu. Ihre Überlebens- und Lebensbedingungen sind schwierig.
Der Artikel beschreibt kurz die Situation von Bettlern und Obdachlosen im chinesischen Kontext und beschreibt sie aus verschiedenen Dimensionen und Perspektiven. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind die Zahl von Bettlern und Obdachlosen stark gestiegen. Chinesische Städte haben insbesondere Verordnungen zum Verbot des professionellen Bettelns, um Betteln und Obdachlosigkeit zu bekämpfen. Die Stadt Xi'an wurde als repräsentatives Beispiel ausgewählt. Anhand von Interviews mit Bettlern und Obdachlosen sowie entsprechenden Forschungen und Analysen wird die aktuelle Situation von Bettlern und Obdachlosen in der Stadt beschrieben. Die Auswirkungen der Epidemie und die strengen Kontrollmaßnahmen in China haben zu einem weiteren Rückgang der Zahl der Bettler und Obdachlosen geführt. Zugleich stellen die neuen Bettler und Obdachlosen, die durch die erst Epidemie entstanden sind, derzeit eine neue Herausforderung für China dar.
Die Recherchen und Überlegungen des Künstlers zu diesem Projekt werden schließlich zur Schaffung einer Kunstinstallation SHE7TER in einem öffentlichen Raum in Berlin führen, um zu mehr Aufmerksamkeit und Hilfe für diese Gruppe von Menschen beizutragen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Über das Überleben von Bettler*innen und Obdachlosen in China im Kontext der chinesischen Gesellschaft.
1.1 Ein kurzer Überblick über die chinesische Geschichte
1.2 Maßnahmen zur Regulierung
1.3 Forschung und Praxis des Überlebens von Bettler*innen und Obdachlosengruppen in Xi'an als Beispiel für die aktuelle Situation
2. Über das Überleben von Bettler*innen und Obdachlosen im Kontext der deutschen Gesellschaft.
2.1 Ein Überblick über den sozialen Kontext in Deutschland
2.2 Hintergrund der Situation von Bettler*innen und Obdachlosen in Berlin
2.3 Die aktuelle Situation von Bettler*innen und Obdachlosen in Berlin
2.4 Neue Herausforderungen
2.5 Selbst-Experiment
2.6 Gespräche mit Bettlern und Obdachlosen
3. Vergleich und Analyse nach Praxis und Forschung
3.1 Der soziale Kontext in China heute
3.2 Der soziale Kontext in Deutschland heute
4. Über das Kunstwerk im öffentlichen Raum „SHE7TER“
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht interdisziplinär die Lebenssituation von Bettler*innen und Obdachlosen in dem spezifischen sozialen Kontext von Xi'an (China) und Berlin (Deutschland) in der Ära der Post-Globalisierung. Das zentrale Ziel ist es, durch Feldforschung, Experteninterviews und persönliche Selbst-Experimente die Stigmatisierung sowie die staatlichen und gesellschaftlichen Umgangsweisen mit dieser Bevölkerungsgruppe kritisch zu hinterfragen und im Hinblick auf ihre prekäre Überlebenssituation zu analysieren.
- Historische und sozioökonomische Rahmenbedingungen von Betteln und Obdachlosigkeit
- Staatliche Regulierungsmaßnahmen im Vergleich: China vs. Deutschland
- Einfluss der COVID-19-Epidemie und globaler Krisen auf die Lebensbedingungen Obdachloser
- Methodische Annäherung durch Feldforschung: Beobachtung und Gespräche an der Basis
- Die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Randgruppen
Auszug aus dem Buch
2.5 Selbst-Experiment
Menschen, die die Epidemie und den Krieg erlebt haben, haben neben ihrem Leben auch große Veränderungen erfahren. Viele Menschen haben durch die Epidemie und den Krieg Angehörige und Freunde verloren, was uns ein tieferes Verständnis für das Leben und eine größere Wertschätzung für unser eigenes Leben und das Leben anderer vermittelt.
Um eigene und direkte Erfahrung zu sammeln, fasste ich im Juli 2022 den Mut, selber auf die Straße zu gehen, um ein lang vorbereitetes soziales Experiment durchzuführen. Ich habe mich auf den belebten Straßen und Plätzen in Lumpen verkleidet, um als Bettler die aktuelle Haltung gegenüber Bettlern und Obdachlosen zu beobachten.
Dies ist das erste Mal, dass ich dieser nachtaktiven Großstadt Berlin und ihren Menschen in dieser Eigenschaft gegenübergestanden habe, und ich habe davon immer noch einige psychische Belastungen. An einem Freitagnachmittag im Juli waren die Straßen sehr belebt. Ich fand eine Säule in der Mitte des Alexanderplatzes und lehnte mich dagegen, vor mir ein Pappschild mit der Aufschrift „Ich brauche Geld, um mir etwas zu essen zu kaufen“ und neben mir eine Schüssel mit einem abgebrochenen Rand. Ich warf ein paar kleine Münzen ein, genau wie die anderen Bettler*innen, und begann mein Bettel-Experiment. Neben mir, an der Wand, saßen zwei andere junge Obdachlose. Während des zweistündigen Eintauchens und Beobachtens waren die meisten Menschen freundlich und zuvorkommend zu uns und halfen uns gerne. Neben den 36,40 Euro, die ich für die zwei Stunden verdiente, einer Schachtel Pralinen und einer Flasche Wasser wurde ich auch von mehreren Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Nationalität und Geschlechts begrüßt. Passanten fragten mich: „Geht es Ihnen gut? “, „Brauchen Sie Hilfe? “ und andere Fragen dieser Art.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit skizziert die Problematik von Betteln und Obdachlosigkeit im historischen und modernen Kontext, wobei Berlin und Xi'an als repräsentative Beispiele dienen.
1. Über das Überleben von Bettler*innen und Obdachlosen in China im Kontext der chinesischen Gesellschaft.: Dieses Kapitel beleuchtet Chinas Geschichte, staatliche Regulierungsmaßnahmen und die prekäre Lage in Xi'an vor dem Hintergrund sozioökonomischer Entwicklungen.
2. Über das Überleben von Bettler*innen und Obdachlosen im Kontext der deutschen Gesellschaft.: Der Autor analysiert die deutsche Situation historisch und aktuell, ergänzt durch die Auswirkungen der COVID-19-Krise und persönliche Feldforschung in Berlin.
3. Vergleich und Analyse nach Praxis und Forschung: Hier werden die sozialen Kontexte Chinas und Deutschlands gegenübergestellt, wobei die strukturellen Unterschiede im Umgang mit Obdachlosigkeit analysiert werden.
4. Über das Kunstwerk im öffentlichen Raum „SHE7TER“: Das abschließende Kapitel reflektiert die künstlerische Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema Obdachlosigkeit und beschreibt die Installation „SHE7TER“ als Zeichen der Sichtbarmachung.
Schlüsselwörter
Obdachlosigkeit, Betteln, Post-Globalisierung, Berlin, Xi'an, soziale Ausgrenzung, Armut, Feldforschung, COVID-19, Wohnungslosenhilfe, Stigmatisierung, Menschenrechte, Sozialsysteme, Kunstinstallation, SHE7TER.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der prekären Lebenslage von Obdachlosen und Bettler*innen in China und Deutschland, wobei die Städte Xi'an und Berlin als Fallbeispiele dienen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung sozialer Systeme, staatliche Kontrollmaßnahmen, die Auswirkungen von Pandemien und Kriegen auf die Armut sowie der gesellschaftliche Umgang mit Randgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein tieferes Verständnis der Lebenswelt von Obdachlosen durch den direkten Vergleich zweier sehr unterschiedlicher politischer und sozialer Systeme zu erlangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturforschung, Expertenbefragungen und einer eigenen empirischen Methode: einem Selbst-Experiment als Bettler in Berlin.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln, die aktuelle politische Praxis in China und Deutschland sowie die subjektiven Erfahrungen der Betroffenen in Berlin während der letzten Jahre.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Obdachlosigkeit, soziale Exklusion, Systemkritik, staatliche Regulierung, Prekarität und die Rolle der Zivilgesellschaft.
Inwiefern hat die COVID-19-Pandemie die Situation in beiden Ländern beeinflusst?
Die Pandemie führte in China zu einer noch stärkeren staatlichen Überwachung und Vertreibung, während sie in Berlin soziale Teilhabemöglichkeiten weiter reduzierte und die Notwendigkeit niederschwelliger Hilfssysteme betonte.
Was verdeutlicht das im Buch beschriebene „Selbst-Experiment“?
Das Experiment des Autors zeigt auf, wie stark die Haltung der Gesellschaft – von Hilfsbereitschaft bis zu Ignoranz – von der Umgebung und dem psychologischen Zustand der Passanten abhängt und wie entwürdigend der Status als Bettler empfunden werden kann.
- Arbeit zitieren
- Chao Li (Autor:in), 2023, Obdachlosigkeit und Betteln in der Ära der Post-Globalisierung. China und Deutschland im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1430141