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Ist die Gesellschaft an allem Schuld? Überlegungen zur primären und sekundären Devianz nach Edwin Lemert

Titel: Ist die Gesellschaft an allem Schuld? Überlegungen zur primären und sekundären Devianz nach Edwin Lemert

Referat (Ausarbeitung) , 2008 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Heike Meyer (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Referatsausarbeitung befasst sich mit den Themen von Edwin M. Lemert, der 1951 abweichendes Verhalten als ein Produkt von gesellschaftlichen Interaktions- und Reaktionsprozessen bezeichnete: Nicht der delinquente Jugendliche mit seinen Erziehungsdefiziten habe Schuld an seinem devianten Verhalten, sondern erst die Polizei, das Jugendamt oder der Bewährungshelfer verhelfen ihm zur kriminellen Karriere. Ist letztendlich die Gesellschaft an allem schuld?

Im ersten Kapitel wird zunächst der theoretische Ausgangspunkt dargelegt. Anschließend wird der Erklärungsansatz von Lemert zum abweichenden Verhalten vorgestellt. Insbesondere seine primäre und sekundäre Devianz und sein Verlaufsmodell zu einer kriminellen Karriere werden detailliert erklärt. Im Folgenden wird die Rolle der Gesellschaft veranschaulicht, denn für Lemert kann die sekundäre Devianz nicht ohne die soziale Kontrolle verstanden werden. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung und Gesamtbewertung des Erklärungsansatzes von Lemert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Symbolischer Interaktionismus als theoretische Grundlage

3. Primäre und sekundäre Devianz

4. Verlaufsmodell einer kriminellen Karriere nach Lemert

5. Die Rolle der Gesellschaft

6. Überlegungen zum Erklärungsansatz von Lemert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Überlegungen von Edwin M. Lemert zur Entstehung von abweichendem Verhalten und geht dabei insbesondere der Frage nach, inwiefern gesellschaftliche Reaktions- und Etikettierungsprozesse für die Entwicklung einer kriminellen Identität verantwortlich sind.

  • Grundlagen des symbolischen Interaktionismus
  • Differenzierung zwischen primärer und sekundärer Devianz
  • Prozessmodell der kriminellen Karriereentwicklung
  • Einfluss gesellschaftlicher Kontrolle und Stigmatisierung
  • Kritische Würdigung des Labeling-Ansatzes nach Lemert

Auszug aus dem Buch

3. Primäre und sekundäre Devianz

Die klassischen Erklärungsansätze gehen von der Grundannahme aus, dass zwischen konformen und nonkonformen Verhalten ein Unterschied besteht. Sie versuchen die biologischen, psychischen, physischen oder soziologischen unterschiedlichen Bedingungen aufzudecken und sehen in diesen Faktoren die Ursache abweichenden Verhaltens. Lemert führt an, "The deviant person is a product of differentiating and isolating processes." Differenzierung und Isolation findet bei vielen bereits seit Geburt aufgrund von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, der Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder zu einer benachteiligten sozialen Schicht statt. Abweichungen sind in dieser Hinsicht Ergebnis eines unbewussten Prozesses.

Im Jugend- und Erwachsenenalter sind Abweichungen dagegen häufiger das Ergebnis eines bewussten, schrittweisen Prozesses, wobei es aber auch abrupte, traumatische Änderungen geben kann, wie z.B. der Tod eines geliebten Menschen. Lemert geht davon aus, dass zwischen Abweichlern und Konformen kein Unterschied besteht, lediglich die Zuschreibungsprozesse variieren, denn nicht alle Personen einer bestimmten Kategorie werden unabhängig vom jeweiligen Kontext in gleicher Weise als abweichend definiert. Er unterscheidet dabei zwischen primärer und sekundärer Devianz. Die primäre Devianz spielt in seinen Schriften eine untergeordnete Rolle. Die Ursachen für die primäre Abweichung sieht Lemert multifaktoriell bedingt und kann z.B. aus den sozialen, kulturellen, psychischen oder physischen Komponenten resultieren. Primäre Devianz wirkt sich nur am Rande auf die Identitätsbildung des Abweichlers aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Labeling-Perspektive in Deutschland ein und skizziert die zentrale Fragestellung zur Verantwortung der Gesellschaft bei der Entstehung krimineller Karrieren.

2. Symbolischer Interaktionismus als theoretische Grundlage: Dieses Kapitel erläutert die interaktionistischen Annahmen von Mead und Blumer, die als Basis für Lemerts Verständnis von Identitätsbildung und Rollenübernahme dienen.

3. Primäre und sekundäre Devianz: Hier werden die Kernbegriffe Lemerts definiert und die Unterscheidung zwischen anfänglicher Abweichung und der durch soziale Reaktion verfestigten sekundären Devianz dargelegt.

4. Verlaufsmodell einer kriminellen Karriere nach Lemert: In diesem Abschnitt wird das in acht Stufen gegliederte Modell vorgestellt, das den Transformationsprozess hin zur kriminellen Identität beschreibt.

5. Die Rolle der Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die Funktion der sozialen Kontrolle und wie Institutionen durch Normsetzung und Stigmatisierung ungewollt zur Stabilisierung abweichenden Verhaltens beitragen.

6. Überlegungen zum Erklärungsansatz von Lemert: Abschließend erfolgt eine kritische Reflexion des Ansatzes, wobei sowohl die wissenschaftlichen Verdienste als auch die theoretischen Lücken und die Vereinfachungen Lemerts diskutiert werden.

Schlüsselwörter

Labeling-Perspektive, Edwin M. Lemert, primäre Devianz, sekundäre Devianz, symbolischer Interaktionismus, soziale Kontrolle, Stigmatisierung, Kriminalität, Rollenübernahme, Identitätsbildung, abweichendes Verhalten, gesellschaftliche Reaktion, Kriminelle Karriere, Normsetzung, Etikettierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem soziologischen Ansatz der Labeling-Perspektive von Edwin M. Lemert und analysiert, wie abweichendes Verhalten durch gesellschaftliche Etikettierungsprozesse entsteht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Identitätsbildung nach dem symbolischen Interaktionismus, die Dynamik zwischen primärer und sekundärer Devianz sowie die Rolle institutioneller sozialer Kontrolle.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der kritischen Frage nach: "Letztendlich ist die Gesellschaft an allem Schuld?" und untersucht, wie stark das gesellschaftliche Umfeld für den Karriereverlauf von Straftätern verantwortlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Fachliteratur, um das Modell von Edwin M. Lemert zu rekonstruieren und kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Interaktionismus, die Differenzierung von Devianzformen, das Stufenmodell krimineller Karrieren und die Bedeutung der sozialen Kontrolle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Labeling-Approach, sekundäre Devianz, Stigmatisierung und soziale Kontrolle geprägt.

Wie unterscheidet Lemert zwischen primärer und sekundärer Devianz?

Die primäre Devianz ist eine anfängliche Regelverletzung ohne tiefgreifende Identitätsveränderung, während die sekundäre Devianz durch die soziale Reaktion und die Internalisierung des Etiketts "kriminell" entsteht.

Warum übt die Autorin Kritik an Lemerts Erklärungsansatz?

Kritisiert wird, dass Lemert die Ursachen der primären Devianz vernachlässigt und den Menschen als nahezu machtlos gegenüber gesellschaftlichen Zuschreibungen darstellt, was die Eigenverantwortung des Individuums untergräbt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist die Gesellschaft an allem Schuld? Überlegungen zur primären und sekundären Devianz nach Edwin Lemert
Hochschule
Universität Lüneburg  (Fachbereich Sozialwesen)
Note
1,7
Autor
Heike Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V142710
ISBN (eBook)
9783668349131
ISBN (Buch)
9783668349148
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesellschaft schuld überlegungen devianz edwin lemert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heike Meyer (Autor:in), 2008, Ist die Gesellschaft an allem Schuld? Überlegungen zur primären und sekundären Devianz nach Edwin Lemert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/142710
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Leseprobe aus  14  Seiten
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