Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kindliche Lebenswelt und Natur“. Zuerst wird dabei der Aspekt Natur beleuchtet. Es wird geklärt, woher der Begriff stammt, anschließend wird das Verhältnis zwischen Kind und Natur und das Problem der Naturentfremdung behandelt. Als nächster Punkt wird das Konzept des entdeckenden Unterrichts als mögliches Mittel gegen die fortschreitende Naturentfremdung vorgestellt. Es werden dabei unter anderem fünf Formen des entdeckenden Lernens und methodische Aspekte vorgestellt. Anschließend wird der Einsatz von Forscherbögen als mögliche Methode im entdeckenden Unterricht thematisiert. Abschließend wird dann der Schmetterling betrachtet, dessen Aufzucht man zum Thema einer Unterrichtseinheit machen kann. Es werden zuerst allgemeine Informationen über Schmetterlinge dargeboten und anschließend erläutert, warum Schmetterlinge für die Beobachtung im Unterricht gut geeignet sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Natur
2.1 Begriff
2.2 Kind und Natur
2.3 Naturentfremdung
2.4 Natürliche Freiräume schaffen
3. Entdeckendes Lernen
3.1 Ursprung des Entdeckenden Lernens
3.2 Fünf Formen des Entdeckenden Lernens
3.3 Das Konzept des entdeckenden Lernens
3.4 Methodische Aspekte
3.5 Entdeckendes Lernen im Sachunterricht
4. Forscherbögen
4.1 Diskussion um ihren Einsatz
4.2 Zur Konzeption und der Art und Weise ihres Einsatzes
5. Schmetterlinge
5.1 Einordnung
5.2 Körperbau
5.3 Entwicklung
5.4 Systematik der Schmetterlinge
5.5 Schmetterlinge im Unterricht
6. Teilrahmenplan SU
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der zunehmenden Naturentfremdung bei Kindern und Jugendlichen und diskutiert den Sachunterricht als Interventionsmöglichkeit. Ziel ist es, das didaktische Potenzial des entdeckenden Lernens in Kombination mit konkreten Naturbeobachtungen, wie etwa der Aufzucht von Schmetterlingen, aufzuzeigen, um Kindern wieder echte, unmittelbare Naturerfahrungen zu ermöglichen.
- Ursachen und Auswirkungen der Naturentfremdung
- Entdeckendes Lernen als didaktisches Konzept
- Einsatzmöglichkeiten von Forscherbögen im Unterricht
- Biologische Grundlagen und schulpraktische Beobachtung von Schmetterlingen
- Implementierung von Naturerfahrungen im Teilrahmenplan Sachunterricht
Auszug aus dem Buch
2.3 Naturentfremdung
Zum Thema Naturentfremdung hat die Uni Marburg Ende der 90er Jahre eine große natursoziologische Studie unter dem Arbeitstitel „Lila Kuh“ durchgeführt. Dabei wurden mehr als 2 500 Sekundarschüler/innen, je zur Hälfte aus urbanem und ruralem Umfeld (Ruhrgebiet und Sauerland), befragt. Ziel der Untersuchung war es, einen empirischen Eindruck vom Maß der Naturentfremdung bei Jugendlichen zu bekommen.
Der Arbeitstitel nimmt Bezug auf das Ergebnis eines Malwettbewerbs in bayerischen Kindergärten Mitte der 90er Jahre. Dort hat ein Drittel der teilnehmenden Kinder eine auf dem Blatt vorgedruckte Kuh, nach Vorbild der Milka-Kuh, lila ausgemalt. Das warf die Frage auf, wie weit die Naturentfremdung bei den Kleinsten schon fortgeschritten sei und inwieweit sie schon vom Fernsehen beeinflusst seien.
Um dies zu überprüfen, wurde ein Fragebogen erstellt, der unter anderem auch Fragen zu Farben von Tieren enthielt. Keiner der Jugendlichen über zehn Jahren ordnete dabei der Kuh die Farbe Lila zu. Jedoch schrieb ein Zehntel von ihnen der Ente die Farbe Gelb zu. Das ist ein Indiz dafür, dass hier eine Beeinflussung durch die Medien stattgefunden hat, da die meisten bekannten Fernseh-Enten gelb dargestellt werden, obwohl man in der Realität nur selten gelbe Enten antrifft und wenn, handelt es sich dabei um Küken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Naturentfremdung ein und stellt die Relevanz des entdeckenden Lernens sowie praktischer Naturerfahrungen im Sachunterricht dar.
2. Natur: Dieses Kapitel erläutert den Naturbegriff, beleuchtet die Distanz zwischen Kind und Natur, analysiert das Ausmaß der Naturentfremdung und diskutiert die Bedeutung natürlicher Freiräume.
3. Entdeckendes Lernen: Es werden die theoretischen Grundlagen, verschiedene Formen, didaktische Konzepte sowie die methodische Umsetzung des entdeckenden Lernens im Sachunterricht erörtert.
4. Forscherbögen: Die Diskussion konzentriert sich auf Vor- und Nachteile von Forscherbögen als methodisches Instrument im Unterricht sowie auf deren konzeptionelle Gestaltung.
5. Schmetterlinge: Dieses Kapitel bietet umfassendes biologisches Wissen über Schmetterlinge und erläutert, warum sie sich besonders gut für die Beobachtung im Unterricht eignen.
6. Teilrahmenplan SU: Hier wird der Bezug zur offiziellen Lehrvorgabe hergestellt und aufgezeigt, welche Kompetenzen im Bereich der Naturbegegnung im Sachunterricht gefordert sind.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass der Sachunterricht zwar keine naturnahe Kindheit ersetzen kann, jedoch einen wichtigen Beitrag leistet, um einer vollständigen Naturentfremdung entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Naturentfremdung, Sachunterricht, entdeckendes Lernen, Naturerfahrung, Forscherbögen, Schmetterlinge, Umwelterziehung, Biologieunterricht, Lernkonzept, Grundschule, Freiräume, Artenkenntnis, Medienbeeinflussung, Naturbeobachtung, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, dass Kinder und Jugendliche zunehmend den Bezug zur natürlichen Umwelt verlieren und wie der Sachunterricht diesem Trend entgegenwirken kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Naturentfremdung, dem pädagogischen Konzept des entdeckenden Lernens und der praktischen Anwendung von Naturbeobachtungen im schulischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch entdeckendes Lernen und den gezielten Einsatz von Unterrichtsmaterialien das Verständnis für biologische Prozesse gefördert und eine stärkere Bindung zur Natur erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit natursoziologischen Studien, pädagogischen Leitideen und fachdidaktischen Konzepten des Sachunterrichts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Naturentfremdung, die Einführung des entdeckenden Lernens als Methode, den Einsatz von Forscherbögen sowie ein konkretes Beispiel zur Schmetterlingsaufzucht im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Naturentfremdung, Sachunterricht, entdeckendes Lernen, Forscherbögen und Naturerfahrung.
Wie beeinflussen moderne Medien das Naturbild von Kindern laut der Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht am Beispiel der „Lila Kuh“ und der „gelben Ente“, dass Kinder häufiger durch mediale Darstellungen als durch reale Naturerfahrungen geprägt werden, was zu einem verzerrten Realitätsbild führt.
Warum eignen sich Schmetterlinge besonders gut für den Unterricht?
Sie ermöglichen Schülern, biologische Entwicklungszyklen „hautnah“ zu beobachten, sind pflegeleicht im Puppenstadium und bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für morphologische und verhaltensorientierte Untersuchungen.
- Arbeit zitieren
- Christine Sitter (Autor:in), 2007, Kindliche Lebenswelt und Natur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/142560