In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Grundbestimmung des menschlichen Glücks. Als Grundlage dafür dient mir das erste Buch der Nikomachischen Ethik von Aristoteles.
Ich werde im Verlauf die Grundzüge der aristotelischen Glücksvorstellung darlegen. Daran wird sich eine kritische Diskussion über das Glücksverständnis anschließen, welche zum Abschluss des Themas führen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Auseinandersetzung mit der aristotelischen Glücksethik
2.1. Grundzüge der aristotelischen Glücksvorstellung
2.2. Diskussion des aristotelischen Glücksverständnisses
3. Resümee des Themas
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich mit der philosophischen Grundbestimmung des menschlichen Glücks auseinander, wobei das erste Buch der Nikomachischen Ethik von Aristoteles als zentrale theoretische Grundlage dient. Ziel ist es, die aristotelischen Glücksvorstellungen darzulegen und kritisch zu hinterfragen, ob eine objektive Definition von Glück im individuellen menschlichen Leben überhaupt möglich oder erstrebenswert ist.
- Aristotelische Glückslehre und Lebensformen
- Die Rolle der Tugend und Vernunft
- Subjektivität des Glücksempfindens
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher und individueller Glückskonzepte
- Abgrenzung von objektiven und subjektiven Realitätsansätzen
Auszug aus dem Buch
2.2. Diskussion des aristotelischen Glücksverständnisses
Jener Punkt, dass die Glückseligkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten für jeden etwas anderes darstellt, galt damals, gilt heute und wird auch noch in ferner Zukunft existieren. Da aber die Erkenntnis des Guten an sich fehlt, können wir uns nur an jene Glücksauffassungen festhalten, die am ehesten der unserer Auffassung unter den heutigen gesellschaftlichen Umständen nahe kommen.
Eine zwar ernüchternde Auffassung, aber mal abgesehen vom geistlichen Hintergrund doch ganz nützliche Erkenntnis, ist die von Freud. Seine Devise war, dass der Mensch nicht glücklich werden könne, da es in der Schöpfung keinen Plan dazu gäbe. Dies ist auch gut so, denn laut Aristoteles ist die Glückseligkeit das Wünschenswerteste, ohne das etwas hinzugefügt werden könne, doch dies würde logischer Weise zum Schluss führen, dass der Mensch dann vollkommen zufrieden wäre und nichts an seiner Umwelt ändern möchte.
Dies wiederum hieße überspitzt gesagt, wir würden heute noch im Dunkeln sitzen und in unserer gemäßigten Klimazone zur kalten Jahreszeit um die Wette frieren! Die negative Seite am Forschungsdrang sind Dinge wie die Atombombe oder für unzählige Jahre radioaktiv verstrahlte Gegenden wie Tschernobyl.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Glücksbestimmung ein und definiert das erste Buch der Nikomachischen Ethik als primäre Quelle für die Untersuchung.
2. Die Auseinandersetzung mit der aristotelischen Glücksethik: In diesem Kapitel werden die zentralen Thesen des Aristoteles zum Glück, zu den verschiedenen Lebensformen sowie zur Bedeutung der Tugend detailliert analysiert und anschließend kritisch diskutiert.
3. Resümee des Themas: Das Fazit stellt fest, dass Glück ein zutiefst individuelles Streben bleibt, das sich einer universellen Definition entzieht und nicht allein durch kontemplative Lebensweisen erreicht wird.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Nikomachische Ethik, Glückseligkeit, Glück, Tugend, Vernunft, Lebensformen, Subjektivität, Politik, Moral, Ethik, Philosophie, Menschenbild, Selbstgenügsamkeit, Streben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der Grundbestimmung des menschlichen Glücks auf Basis der antiken Philosophie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die aristotelische Ethik, den Vergleich verschiedener Lebensweisen, die Bedeutung von Tugendhaftigkeit und die Frage der Subjektivität des Glücks.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die aristotelischen Glücksvorstellungen zu explizieren und zu prüfen, inwieweit diese für das Verständnis von Glück im modernen Kontext relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer philologisch-philosophischen Textanalyse des ersten Buches der Nikomachischen Ethik, ergänzt durch eine kritische diskursive Reflexion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aristotelischen Grundbegriffe (wie das höchste Gut und die Seele) und eine kritische Auseinandersetzung mit diesen, inklusive psychologischer Bezüge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aristoteles, Glückseligkeit, Tugend, Vernunft, Subjektivität und das Streben nach dem Guten.
Kann man Aristoteles' Idee des "höchsten Gutes" heute noch anwenden?
Die Autorin stellt dies infrage, da Aristoteles von einem idealisierten Zustand ausgeht, der gesellschaftliche Realitäten wie Korruption oder individuelle Bedürfnisse oft vernachlässigt.
Warum hält die Autorin den Begriff der Glückseligkeit für relativ?
Aufgrund der subjektiven Wahrnehmung – illustriert durch das Beispiel der selektiven Beobachtung – kann ein Zustand, der für den einen glücklich ist, für den anderen völlig bedeutungslos sein.
Ist dauerhaftes Glück laut der Autorin erstrebenswert?
Die Autorin bezweifelt dies, da ein Leben ohne Herausforderungen und Hindernisse zu einer eintönigen Routine führen würde, was menschlichem Wachstum entgegenstünde.
- Arbeit zitieren
- Maria Reif (Autor:in), 2004, Die Grundbestimmung des menschlichen Glücks, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/142521