Die vorliegende Arbeit möchte die zentralen Argumentationsweisen der NPÖ nachvollziehbar machen sowie die Überlegungen des US-amerikanischen Volkswirts ANTHONY DOWNS darlegen, der mit seiner Schrift „An Economic Theorie of Democracy“ zu den Begründern dieser Theorierichtung zählt.
Zuerst werden der Begriff, die Methodik und das zugrundegelegte Verhaltensmodell der NPÖ erläutert. Die folgenden Abschnitte widmen sich der Theorie von DOWNS. Punkt 3 erfasst die zentrale Thematik und die Sichtweise der Politik, Punkt 4 geht auf das von DOWNS betrachtete politische System und seinen Theorieansatz ein. Nach der Darlegung der zentralen Annahmen der Theorie in Punkt 5 wird in Punkt 6 aufgezeigt, welches rationale Verhalten DOWNS den vier maßgeblichen Akteuren zuschreibt. Punkt 7 mit der Rolle der Informationsasymmetrie im Verhältnis von Politik und Wirtschaft schließt sich daran an. Die Licht- und Schattenseiten der DOWNS’schen Theorie sind nun Gegenstand der Punkte 8 und 9, die eine Würdigung und eine Kritik vornehmen.
In der Schlussbetrachtung begründen die Autoren, warum die NPÖ sowohl für die Wirtschafts-, als auch für die Sozialwissenschaften einen enormen Nutzen gebracht hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Neue Politische Ökonomie – Begriffsbestimmung, Methodik und Verhaltensmodell
2.1 Begriffsbestimmung der Neuen Politischen Ökonomie
2.2 NPÖ als Kontrastprogramm zur traditionellen Wohlfahrtsökonomik bzw. zur klassischen Demokratielehre
2.3 Die erklärende Analyse politischen Handels der NPÖ
2.4 Die Methodik der NPÖ
2.5 Grundlegende Elemente des ökonomischen Verhaltensmodells der NPÖ
3. Anthony Downs’ „Economic Theory of Democracy“ – zentrale Thematik und Sichtweise der Politik
4. Betrachtetes politisches System und Theorieansatz von Downs
5. Zentrale Annahmen von Downs
5.1 Akteure
5.2 Axiom
5.3 Rationalitätskonzept
5.4 Nutzenaspekt
5.5 Ökonomischer Markt versus politischer Markt
6. Das rationale Verhalten der vier maßgeblichen Akteure
6.1 Politische Parteien
6.2 Bürger
6.3 Interessengruppen
6.4 Regierung
7. Informationsassymetrie in Politik und Wirtschaft
8. Würdigung der Downs’schen „Ökonomischen Theorie der Demokratie“
9. Kritik der Downs’schen „Ökonomischen Theorie der Demokratie“
9.1 Logische Inkonsistenzen der Ökonomischen Theorie der Politik
9.1.1 Erstes „Wahlbeteiligungsparadoxon“
9.1.2 Zweites „Wahlbeteiligungsparadoxon“
9.1.3 Anwendung der Ökonomischen Theorie bei öffentlichen Gütern
9.2 Schwächen der Ökonomischen Theorie der Politik als politische Theorie
9.2.1 Problem des Methodologischen Individualismus
9.2.2 Problem der Anreizmechanismen auf dem ökonomischen Markt und bei politischen Entscheidungsprozessen
9.2.3 Problem der Output-Fixierung
9.2.4 Problem der Annahme des zweckrationalen Verhaltens sowie der Konsistenz, Homogenität und Stabilität der Präferenzen
9.2.5 Problem des Konzeptes des eigennützigen Verhaltens
9.2.6 Problem der Anwendbarkeit der Theorie auf beliebige demokratische Systeme
9.2.7 Problem der „schlanken“ Theorie
10. Schlussbetrachtung: Über den Nutzen der Neuen Politischen Ökonomie für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die „Ökonomische Theorie der Demokratie“ von Anthony Downs und die Methodik der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ), um das rationale Verhalten politischer Akteure in demokratischen Systemen zu erklären. Ziel ist es, die Übertragbarkeit ökonomischer Verhaltensmodelle auf den politischen Prozess kritisch zu beleuchten und deren Erklärungsgehalt sowie Grenzen aufzuzeigen.
- Grundlagen der Neuen Politischen Ökonomie und ihr Verhaltensmodell.
- Anwendung des ökonomischen Rationalitätskonzepts auf Politiker, Parteien und Wähler.
- Die Rolle von Parteienwettbewerb und Informationsasymmetrien.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem methodologischen Individualismus und der Output-Fixierung der Theorie.
- Nutzen der NPÖ für Wirtschafts- und Politikwissenschaften.
Auszug aus dem Buch
3. Anthony Downs’ „Economic Theory of Democracy“ – zentrale Thematik und Sichtweise der Politik
Das bereits im Punkt 2 dieser Arbeit beschriebene Bestreben der NPÖ, die Rolle und Funktionsweise von Staat und Politik mittels der Wirtschaftstheorie zu erklären und die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Politik überzeugend zu modellieren, wird von ANTHONY DOWNS im Jahr 1957 in seiner Schrift „An Economic Theory of Democracy“ erstmals ausführlich thematisiert und begründet.
Dieses bisher vorhandene Defizit beschreibt er bereits zu Beginn seines Buches:
„Throughout the world, governments dominate the economic scene. Their spending determines whether full employment prevails; their taxes influence countless decisions; their policies control international trade: and their domestic regulations extend into almost every economic act. Yet the role of government in the world of economic theory is not at all commensurate with this dominance. True, in each separate field of economics, recent thought has fruitfully concentrated upon the impact of government on private decision-making or the share of government in economic aggregates. But little progress has been made toward a generalizes yet realistic behavior rule for a rational government similar to the rules traditionally used for rational consumers und producers. As a result, government has not been successfully integrated with private decision-makers in a general equilibrium theory.”
DOWNS’ „Ökonomische Theorie der Politik“ formuliert nun ein Demokratiemodell des Wähler- und Regierungsverhaltens in Form von realistischen Verhaltensregeln für rationale demokratische Regierungen als regierende Parteien, wobei die Erstellung dieses Modells des politischen Wettbewerbs unter Zugrundelegung des in Punkt 2.5 dargelegten ökonomischen Verhaltensmodells erfolgt. DOWNS räumt der Parteipolitik einen zentralen Platz in seinem Demokratiedenken ein. Er ist bemüht, die Handlungen von Parteien und Wählern zu erfassen, wobei die Erklärungen systematisch bezogen sind auf und ableitbar sind aus präzise angegebenen Annahmen über die Motivationen, welche die Entscheidungen von Wählern und Parteien prägen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung anhand aktueller wirtschaftspolitischer Entscheidungen und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur NPÖ und Downs' Theorie.
2. Die Neue Politische Ökonomie – Begriffsbestimmung, Methodik und Verhaltensmodell: Dieses Kapitel definiert die NPÖ als ökonomische Analyse politischer Prozesse unter Anwendung des Modells des rationalen Eigennutzstrebens.
3. Anthony Downs’ „Economic Theory of Democracy“ – zentrale Thematik und Sichtweise der Politik: Das Kapitel führt Downs' zentrales Werk ein und beschreibt sein Ziel, ein realistisches Verhaltensmodell für rationale Akteure in der Demokratie zu entwickeln.
4. Betrachtetes politisches System und Theorieansatz von Downs: Hier werden die Voraussetzungen für ein demokratisches System nach Downs sowie der Zusammenhang zwischen Parteienwettbewerb und Wählerpräferenzen dargelegt.
5. Zentrale Annahmen von Downs: Es werden die Kernannahmen wie das Eigennutzaxiom, das Rationalitätskonzept und der Vergleich zwischen ökonomischem und politischem Markt behandelt.
6. Das rationale Verhalten der vier maßgeblichen Akteure: Das Kapitel analysiert das Verhalten von Parteien, Bürgern, Interessengruppen und der Regierung als Nutzenmaximierer.
7. Informationsassymetrie in Politik und Wirtschaft: Hier wird erläutert, wie unvollkommene Informationen und die Kosten der Informationsbeschaffung die Einflussnahme verschiedener Akteure auf die Politik bestimmen.
8. Würdigung der Downs’schen „Ökonomischen Theorie der Demokratie“: Dieses Kapitel hebt die wissenschaftliche Bedeutung von Downs' Konstruktion für die NPÖ und die Politikwissenschaft hervor.
9. Kritik der Downs’schen „Ökonomischen Theorie der Demokratie“: Eine detaillierte kritische Auseinandersetzung mit logischen Inkonsistenzen und theoretischen Schwächen, wie etwa den Wahlbeteiligungsparadoxien.
10. Schlussbetrachtung: Über den Nutzen der Neuen Politischen Ökonomie für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Das Fazit zieht eine Bilanz über den methodischen Nutzen der NPÖ für beide Disziplinen.
Schlüsselwörter
Neue Politische Ökonomie, NPÖ, Anthony Downs, Rational Choice, Homo Oeconomicus, Parteienwettbewerb, Wahlbeteiligungsparadoxon, Nutzenmaximierung, Demokratietheorie, öffentliche Güter, Methodologischer Individualismus, Informationsasymmetrie, Medianwähler, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die „Ökonomische Theorie der Demokratie“ von Anthony Downs und die Ansätze der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ), um politisches Handeln mit ökonomischen Methoden zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt das rationale Verhalten von politischen Akteuren wie Regierungen, Parteien, Bürgern und Interessengruppen sowie die Übertragung von Marktmechanismen auf politische Prozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Argumentationsweise der NPÖ nachvollziehbar zu machen und den Erklärungsgehalt sowie die Grenzen von Downs' Theorie bei der Analyse demokratischer Systeme kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Theorien, wobei insbesondere die ökonomische Analogiebildung und der methodologische Individualismus als zentrale methodische Ansätze dienen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen nach Downs, die Analyse des rationalen Verhaltens der verschiedenen politischen Akteure sowie eine fundierte kritische Würdigung der Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Neue Politische Ökonomie, Rational Choice, Nutzenmaximierung, Parteienwettbewerb und Wahlbeteiligungsparadoxon.
Warum spielt das „Eigennutzaxiom“ eine so große Rolle bei Downs?
Es dient als grundlegende Verhaltenshypothese, um die Handlungen aller Akteure – von Wählern bis zu Politikern – in einem einheitlichen, mathematisch operationalisierbaren Modell zusammenzuführen.
Was sind die Hauptkritikpunkte an der Downs'schen Theorie?
Kritisiert werden vor allem die logischen Inkonsistenzen der Wahlbeteiligungsparadoxien, die einseitige Output-Fixierung der Theorie und die mangelnde Berücksichtigung wertrationalen Handelns sowie komplexer politischer Kulturen.
Inwiefern beeinflussen Informationsasymmetrien die politische Realität nach Downs?
Da Informationen Kosten verursachen, verfügen Interessengruppen mit größeren Ressourcen über einen Informationsvorsprung, was ihre Einflussnahme auf die Regierungspolitik im Vergleich zur breiten Masse der Bürger deutlich verstärkt.
- Arbeit zitieren
- Alois Maichel (Autor:in), Georg Echter (Autor:in), 2004, Die Ökonomische Theorie der Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/142429