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Kambodscha. Der lange Weg zur Gerechtigkeit

Titel: Kambodscha. Der lange Weg zur Gerechtigkeit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 27 Seiten , Note: 2,4

Autor:in: Marc Drozella (Autor:in)

Geschichte - Asien

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als die vietnamesische Armee am 7. Januar 1979 in Phnom Penh einmarschierte und damit der seit drei Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen andauernden Schreckensherrschaft der Roten Khmer ein Ende setzte, fanden die Soldaten eine Geisterstadt vor, deren desolater Zustand beispielhaft für den Zustand des gesamten Landes war. Die Städte, allen voran die Hauptstadt Phnom Penh, waren unter den Roten Khmer entvölkert worden, die in dem Versuch die Bevölkerung gleich zu schalten die Bewohner zur Internierung in Zwangsarbeitslagern auf das Land getrieben hatten. Es gab weder fließendes Wasser noch Strom und die nahezu überhaupt nicht funktionierende Infrastruktur stellte die Besatzer bei der Versorgung der hungernden Bevölkerung vor eine schwierige Aufgabe. Erschwerend hinzu kam, dass das Regime Bildungseinrichtungen geschlossen und vor allem die Bildungselite des Landes, von Studenten über Lehrer bis zum Universitätslehrkörper aber auch gut ausgebildete Fachleute wie Apotheker, Techniker, Journalisten oder Ingenieure, gejagt und vernichtet oder aber zumindest ins Exil getrieben hatte. Wen sollten die Vietnamesen nun einsetzen, um drängende Verwaltungsaufgaben zu erledigen und das Land wieder aufzubauen? Zumal der Krieg eigentlich noch gar nicht zu Ende war.
1983 veröffentlichte eben jene Regierung das erste Mal Zahlen über die Opfer der Herrschaft der Roten Khmer. Demnach hatte das Land in den drei Jahren unter Pol Pots Regierung mit 2,7 Mio. Menschen etwa ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Die Schätzungen verschiedener Historiker und Humanitärer Organisationen reichen immerhin von 740.000 bis zu 3,3 Mio. Opfern. Die neuste demografisch berechnete Zahl bewegt sich mit 1,8 Mio. Opfern in der Mitte der Schätzungen.
Fast die Hälfte der Opfer geht mit ca. 40% auf das Konto von Exekutionen und Massakern an Bevölkerungsteilen, die das Regime vernichten wollte. Fast noch einmal so viele Menschenleben, nämlich etwa 36% der Opfer, wurden auf den „Killing Fields“ ausgelöscht.
Obwohl man meinen sollte, dass dies alles schon Grund und Anlass genug sei, die verantwortlichen für derartige Gräueltaten so schnell wie möglich zur Rechenschaft zu ziehen, werden noch fast 30 Jahre vergehen, bis im August 2007 der erste Angeklagte vor einem Gericht Rede und Antwort stehen wird. In dieser Arbeit soll zusammenfassend Kambodschas fast 30 Jährige Odyssee durch die machtpolitischen Wirren der internationalen Staatengemeinschaft geschildert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1979 – 1989: BESETZTES LAND

Die Volkstribunale und ihre Rezeption im Ausland

Die Zeit der Vietnamesischen Besatzung

Die Aufnahme des kambodschanischen Umsturzes in der Welt

Prinz Sihanouks Exilregierung

Friedenspläne

Erstes Umdenken

Die Pariser Friedenskonferenz und der Durchbruch

1990 – 1998: UNTAC UND DER BÜRGERKRIEG

UNTAC

Der Wille zur Gerechtigkeit

1998 BIS HEUTE: DIE UNABHÄNGIGKEIT

Der Weg zu den Prozessen

RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Aufarbeitung der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha und analysiert dabei insbesondere die machtpolitischen Interessen der internationalen Staatengemeinschaft, die eine frühzeitige juristische Aufarbeitung der Verbrechen über Jahrzehnte hinweg verzögerten.

  • Die Rolle der Vereinten Nationen und der globalen Machtblöcke im Kalten Krieg.
  • Die diplomatischen Bemühungen um Friedenslösungen zwischen 1979 und 1999.
  • Die Verzögerungstaktiken bei der Einrichtung eines internationalen Gerichtshofes.
  • Der Einfluss nationaler kambodschanischer Interessen und der Exilregierung.
  • Die letztendliche Etablierung außerordentlicher Gerichtskammern für die Roten Khmer.

Auszug aus dem Buch

Die Volkstribunale und ihre Rezeption im Ausland

Bereits am 19. August 1979, nur ein halbes Jahr nachdem die vietnamesische Armee in Phnom Penh einmarschiert war und die Roten Khmer in den Dschungel getrieben hatte, fanden die so genannten Volkstribunale (Peoples Tribunals) gegen die Hauptverantwortlichen für die Massaker, welche die Roten Khmer während ihrer dreijährigen Herrschaft verübt hatten, statt. Angeklagt waren Pol Pot selbst und Ieng Sary, der Außenminister der Demokratischen Volksrepublik Kampuchea, der in der Hirarchie der Roten Khmer als „Bruder Nr. 3“ bezeichnet wurde. Beider war man leider nicht habhaft geworden und so fanden die Prozesse in Abwesenheit der Angeklagten statt. Es waren internationale Beobachte geladen, Vertreter der Weltpresse, Juristen, Beamte und Politiker, doch nur die wenigsten erschienen auch. Juristen aus Algerien, Kuba, Indien, Japan, Laos, Syrien, der UdSSR und den USA sowie Vertreter internationaler Menschenrechts- und Hilfsorganisationen nahmen an den Prozessen als Beobachter teil. Westliche Medien hingegen nahmen die Prozesse kaum wahr. Das Interesse im westlichen Ausland war eher gering, denn die meisten Menschen hatten von Kambodscha kaum jemals gehört. Die Berichterstatter, die dort waren, berichteten voreingenommen und verurteilten die Tribunale als Schauprozesse, in denen es nur darum ging, Rache am Feind des neuen Regimes zu üben. Und so ganz unrecht hatten die Medien mit ihren Anschuldigungen nicht, denn es handelte sich tatsächlich um Schauprozesse. Die Urteile standen von vornherein fest. Die Verteidigung war keine Verteidigung, denn sie war weniger darauf aus die Angeklagten zu entlasten, als vielmehr die Mitschuld der Gegner Vietnams, vor allem Chinas und der USA, festzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Darstellung des desolaten Zustands Kambodschas nach dem Ende des Regimes der Roten Khmer und Einführung in die Fragestellung der internationalen Verzögerungen bei der juristischen Aufarbeitung.

1979 – 1989: BESETZTES LAND: Analyse der frühen Volkstribunale und der komplizierten geopolitischen Situation während der vietnamesischen Besatzung, geprägt durch den Kalten Krieg.

1990 – 1998: UNTAC UND DER BÜRGERKRIEG: Untersuchung der UN-Mission UNTAC sowie der Bemühungen ab 1996, durch diplomatischen Druck einen Weg zur Gerechtigkeit und strafrechtlichen Verfolgung zu ebnen.

1998 BIS HEUTE: DIE UNABHÄNGIGKEIT: Schilderung der letzten Schritte zur Etablierung eines gemischten Tribunals nach dem Tod Pol Pots und der langwierigen Verhandlungen über dessen Struktur.

RESÜMEE: Abschließende Betrachtung der Ursachen für die jahrzehntelange Straflosigkeit, mit Fokus auf das Versagen der internationalen politischen Willensbildung.

Schlüsselwörter

Kambodscha, Rote Khmer, Pol Pot, Genozid, Völkermord, Vereinte Nationen, UN-Sicherheitsrat, UNTAC, internationale Politik, Kalter Krieg, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Schauprozesse, Exilregierung, Kambodscha-Frage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den langen und schwierigen Prozess der juristischen Aufarbeitung der Völkermorde durch das Regime der Roten Khmer in Kambodscha zwischen 1975 und 1979.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Rolle der internationalen Staatengemeinschaft, die geopolitischen Interessen der Großmächte im Kalten Krieg sowie die diplomatischen Spannungen bei der Einrichtung eines Gerichtshofes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum fast 30 Jahre vergehen mussten, bis die Verantwortlichen der Roten Khmer in Form eines außerordentlichen Gerichtshofes zur Rechenschaft gezogen werden konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Dokumenten, UN-Resolutionen, diplomatischen Berichten und zeitgenössischer Literatur, um den Prozess der internationalen Entscheidungsfindung nachzuzeichnen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil beleuchtet die Phasen von der vietnamesischen Besatzung über die UNTAC-Mission bis hin zur schwierigen Aushandlung eines gemischten Tribunals unter Beteiligung kambodschanischer und internationaler Richter.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Kambodscha, Rote Khmer, Genozid, Vereinte Nationen, UNTAC, internationale Politik, Kalter Krieg und Gerechtigkeit.

Welche Rolle spielte Prinz Sihanouk in diesem Prozess?

Sihanouk agierte als Leitfigur der Exilregierung und versuchte durch diplomatisches Werben auf internationaler Ebene, Unterstützung gegen das neue Regime in Phnom Penh zu mobilisieren.

Warum lehnte die USA lange Zeit ein internationales Tribunal ab?

Die USA fürchteten, dass eine umfassende juristische Aufarbeitung unangenehme Beweise für ihre eigene Mitschuld oder indirekte Unterstützung der Roten Khmer zu Zeiten des Kalten Krieges zutage fördern könnte.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kambodscha. Der lange Weg zur Gerechtigkeit
Hochschule
Universität Hamburg  (Fachbereich Geschichte)
Veranstaltung
Genozid im 20. Jahrhundert – eine Auseinandersetzung
Note
2,4
Autor
Marc Drozella (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
27
Katalognummer
V142345
ISBN (Buch)
9783640512805
ISBN (eBook)
9783640514687
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vietnam Pol Pot Rote Khmer Vereinte Nationen UNTAC
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Drozella (Autor:in), 2007, Kambodscha. Der lange Weg zur Gerechtigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/142345
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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