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"Lebende Bilder" in Pasolinis "La Ricotta"

Titel: "Lebende Bilder" in Pasolinis "La Ricotta"

Hausarbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Romy Knobel (Autor:in)

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist schon eine schöne Beschäftigung sein Wochenende in einer Ausstellung alter Meister zu verbringen. Ganz so wie es immer gepredigt wird, wirken Gemälde in Natura tatsächlich ganz anders als ihre Kopien in Büchern. Man erkennt die reale Größe, die realen Farben und mit etwas Glück sogar die Pinselführung des Künstlers. Das ganze Kunstwerk wird viel realer. Es gibt aber noch eine Steigerung des Wirklichkeitscharakters von Bildern in Tableaux vivants – Lebenden Bildern. Dabei wird das Bild aus seiner Zweidimensionalität gerissen und schreitet mit Hilfe von lebendigen Personen tatsächlich in die Wirklichkeit. Gemälde werden möglichst detailgetreu und bewegungslos nachgestellt. Besonders in der Goethezeit war dieser Zeitvertreib sehr beliebt. Schönheit und Anmut sollten vermittelt werden , und die Grenzen zwischen betrachtendem Subjekt und betrachtetem Objekt wurden spielerisch verwischt.
Wieso aber greift ein Filmemacher des zwanzigsten Jahrhunderts auf die Darstellung lebender, aber trotzdem statischer, Bilder inmitten eines bewegten Filmes zurück? Eben das tat Pasolini 1963 in seinem dritten Film La Ricotta. Dreimal wird der schwarz-weiße Handlungsverlauf von cholorierten, statischen Bildern, die einen sehr starken Kontrast zum restlichen Film darstellen, unterbrochen. Steht auch hier die Darstellung des Schönen im Vordergrund oder handelt es sich nur um Effekthascherei, um Farbtupfer in farbloser Umgebung?
Diese Hausarbeit stellt sich der Frage nach der Funktion der lebenden Bilder in La Ricotta. Dafür werden zunächst einige allgemeine Anmerkungen zum Thema Tableaux vivants gemacht, bevor nach Blick auf die Vorbilder des Regisseurs Pasolini ein Versuch erfolgt die Stellung und Funktion der lebenden Bilder im vorliegenden Film zu verstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lebende Bilder im Film allgemein

3. Lebende Bilder im Film

3.1 Lebende Bilder im Film im Allgemeinen

3.2 Lebende Bilder in La Ricotta

3.1.1 Zum Film

3.2.2 Die farbigen Tableaux vivants

3.2.3 Vorbild Manierismus

3.2.4 Weitere Lebende Bilder

3.2.5 Zeitraffer als Kontrastmittel

4. Der Aspekt des Todes

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die funktionale und ästhetische Rolle der Tableaux vivants (lebende Bilder) in Pier Paolo Pasolinis Film "La Ricotta" von 1963. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob die Verwendung dieser statischen Bilddarstellungen lediglich der ästhetischen Ausschmückung dient oder ob sie eine tiefere, funktionale Bedeutung für die filmische Erzählung, die Stiladaption des Manierismus und die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod besitzt.

  • Historische Einordnung und Merkmale der Tableaux vivants
  • Analyse der Stiladaption manieristischer Malerei in Pasolinis Werk
  • Die Spannung zwischen Bewegung und Bewegungslosigkeit im Film
  • Semantische und soziale Bedeutung des Ricotta als Leitmotiv
  • Das Alternieren zwischen Leben und Tod als zentrales Erzählkonzept

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Die farbigen Tableaux vivants

Wie bereits erwähnt, sind die Tableaux vivants in La Ricotta markant vom Rest abgetrennt. Sowohl farblich als auch in ihrer Unbewegtheit. Wobei keine einzige Sekunde lang ein wirkliches lebendes Bild zu sehen ist, zumindest wenn man Bewegungslosigkeit voraussetzt. Die Schauspieler des Passionsfilmes, dessen Dreh wir in La Ricotta beobachten können, halten nämlich nicht still. Anders als bei den vor Publikum aufgeführten lebenden Bildern, die sich dem Publikum nach Öffnung des Vorhangs unbewegt und fertig präsentieren, wird hier viel mehr ein Prozess dargestellt.16 Der Film im Film ermöglicht es bei der Entstehung eines Tableaux vivants dabei sein zu können. Es wird also eigentlich das making-of eines lebenden Bildes und nicht das lebende Bild an sich gezeigt. Das Bild passt sich also seiner filmischen Umgebung an, indem es in Bewegung gerät. Die gelegentlichen Montagen, die aus dem lebenden Bild heraus auf den in Schwarz-Weiß gezeigten innerfilmischen Regisseur schwenken, unterstützen diesen Effekt. Die Grenze zwischen der Realitätsebene des pictoralen Vorbilds und der des innerfilmischen Filmes wird dadurch fließend.

Aber nicht nur das, auch die zweite Abgrenzung zwischen den ineinander geschachtelten Filmen verliert ihre Substanz und zwar immer dann, wenn die Schauspieler aus ihren Rollen zurückfallen. Dabei ist natürlich unklar, ob sie nur in ihre Rollen im Schwarz-Weiß Film zurückfallen oder gar ganz aus der filmischen Ebene in ihre normalen Charaktere. Die Paradoxie der Realitätsebenen ist also hochgradig ausgeprägt. Trotzdem hat „[ein] [filmisch transkribiertes Gemälde] seine spezifische Struktur, die es beim Eintritt ins Filmbild nicht etwa wie eine überflüssig gewordene Haut abwirft“17, ganz im Gegenteil bewahrt es sogar ein Stück weit seine Autonomie, „indem es das Filmbild und sei es auch nur temporär, okkupiert.“18 Sehr markant ist nämlich unbestreitbar die Veränderung der Bildstruktur weg vom normalen Filmbild hin zu den strukturellen Eigenheiten eines Gemäldes, z.B. in Flächigkeit und Farbigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Tableaux vivants ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer Funktion in Pasolinis Film La Ricotta.

2. Lebende Bilder im Film allgemein: Dieses Kapitel definiert das lebende Bild als dreidimensionale, statische Darstellung durch Personen und beleuchtet dessen geschichtliche Entwicklung sowie die Problematik der Übertragung in das Medium Film.

3. Lebende Bilder im Film: Hier erfolgt eine vertiefende Auseinandersetzung mit der spezifischen Anwendung von lebenden Bildern in La Ricotta, unterteilt in filmische Analyse, Stilistik und den Einfluss der Manieristen.

4. Der Aspekt des Todes: Das Kapitel untersucht das Alternieren zwischen Leben und Tod, welches sich durch den gesamten Film zieht und eine zusätzliche Bedeutungsebene für die gewählten Stilmittel schafft.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die Tableaux vivants für Pasolini ein bewusstes Mittel zur Stiladaption und zur Darstellung tieferer philosophischer Themen sind.

Schlüsselwörter

La Ricotta, Pier Paolo Pasolini, Tableaux vivants, lebende Bilder, Manierismus, Film, Stiladaption, Realitätsebenen, Tod, Ästhetik, Kunstgeschichte, Malerei, Bildstruktur, Bewegungslosigkeit, Film im Film

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Funktion von sogenannten Tableaux vivants (lebenden Bildern) in dem 1963 erschienenen Film "La Ricotta" von Pier Paolo Pasolini.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der filmischen Ästhetik, der Adaption malerischer Vorbilder (insbesondere des Manierismus), der Medientheorie zwischen Bild und Film sowie der philosophischen Auseinandersetzung mit Leben und Tod.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, warum Pasolini diese traditionelle Kunstform in seinen Film integriert hat und ob sie über reine Effekthascherei hinaus eine funktionale Bedeutung für die Erzählstruktur und Stilistik besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorisch-filmwissenschaftliche Analyse, die den Film anhand von Fachliteratur und kunstgeschichtlichen Referenzen auf seine strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten untersucht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition lebender Bilder im Film, die spezifischen Szenen in La Ricotta, die Anlehnung an manieristische Künstler wie Pontormo und Rosso Fiorentino sowie den Kontrast zwischen Standbildern und Zeitraffer-Szenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem La Ricotta, Pasolini, Tableaux vivants, Manierismus, Stiladaption, Realitätsebenen, Bewegungslosigkeit und der Aspekt des Todes.

Inwiefern beeinflusst der Manierismus Pasolinis Werk?

Pasolini orientiert sich bei der visuellen Gestaltung der lebenden Bilder an manieristischen Gemälden, um eine spezifische "Unnatürlichkeit" zu erreichen, die seinen persönlichen Stil und seine Abneigung gegenüber einer reinen Natürlichkeit unterstreicht.

Wie spielt das Thema Tod eine Rolle in Bezug auf die lebenden Bilder?

Der Tod dient als zentrales Element, das sowohl in der Handlung (Straccis Ende) als auch auf der Bildebene (der Wechsel zwischen der Lebendigkeit der Darsteller und der Statik des Bildes) eine ambivalente Spannung zwischen Leben und Bewegungslosigkeit erzeugt.

Warum verwendet Pasolini Zeitraffer als Kontrastmittel?

Der Zeitraffer dient dazu, die starre, künstliche Ruhe der Tableaux vivants durch eine drastische Beschleunigung der Handlung zu kontrastieren, wodurch beide Sequenzen aus dem normalen filmischen Fluss herausgehoben und in ihrer Andersartigkeit markiert werden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Lebende Bilder" in Pasolinis "La Ricotta"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Kunsthistorisches Seminar)
Veranstaltung
Lebende Bilder
Note
1,0
Autor
Romy Knobel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V141978
ISBN (Buch)
9783640499441
ISBN (eBook)
9783640499595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebende Bilder Tableaux Vivants Pasolini La Ricotta
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Romy Knobel (Autor:in), 2009, "Lebende Bilder" in Pasolinis "La Ricotta", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/141978
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