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Schillers Konzept der Gerichtsbarkeit der Bühne. Analyse der Umsetzung in "Kabale und Liebe"

Title: Schillers Konzept der Gerichtsbarkeit der Bühne. Analyse der Umsetzung in "Kabale und Liebe"

Term Paper , 2019 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll Schillers Konzept der Gerichtsbarkeit der Bühne betrachtet und die Umsetzung dessen in dem Drama "Kabale und Liebe" analysiert werden. Zuerst wird ein kleiner Überblick über diesen und den im selben Jahr erschienene Text "Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken?", mit den sich Schiller intensiv auseinandergesetzt hat, gegeben.

Anschließend wird aus dem theoretischen Text Schillers der Aspekt der Gerichtsbarkeit der Bühne herausgearbeitet. Mit Blick auf Kabale und Liebe soll anhand der beiden Figuren Miller und Präsident analysiert werden ob, und wenn ja, wie Schiller eine Gerichtsbarkeit walten lässt. Dies soll anhand von dramaturgischen Mitteln, aber auch im Nebentext, untersucht werden. Wie sprechen andere über die beiden Figuren? In welchen Räumen bewegen sie sich? Wird eine der beiden Figuren positiver dargestellt als die andere? Wenn ja, wie geschieht dies?

Eine lange Reihe von Philosophen und Denkern, wie z.B. Lessing oder Schlegel, beschäftigten sich bereits mit der Frage, was das Theater bei den Rezipierenden für Auswirkungen hat. An diese Tradition knüpft auch Schiller an. Schon in seiner Mannheimer Zeit beschäftigt er sich in seinem Text "Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken?" mit der Leistungskraft des Theaters. Gleichzeitig verfasste er das Drama Kabale und Liebe. Es liegt also nahe, diese beiden im selben Jahr veröffentlichten Texte zueinander in Bezug zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Texte

Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken?

Die Gerichtsbarkeit der Bühne

Kabale und Liebe

Der Präsident

Charakterisierung durch den Nebentext

Räume

Fremdcharakterisierung durch andere Figuren

Auftreten und Sprache

Beziehung zu Ferdinand

Miller

Charakterisierung durch den Nebentext

Räume

Fremdcharakterisierung durch andere Figuren

Auftreten und Sprache

Beziehung zu Louise

Redeanteile

Miller

Präsident

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Friedrich Schillers Drama "Kabale und Liebe" unter dem Aspekt seines theoretischen Konzepts der "Gerichtsbarkeit der Bühne". Ziel ist es, anhand der Charakterisierungen der Figuren Miller und Präsident sowie ihrer dramaturgischen Mittel und räumlichen Dimensionen aufzuzeigen, wie Schiller moralische Maßstäbe durch das Theater etabliert und gesellschaftliche Machtstrukturen sowie deren Missbrauch kritisch beleuchtet.

  • Schillers Theatertheorie ("Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken?")
  • Die kontrastierende Charakterisierung von Präsident und Miller
  • Einfluss von Raum, Sprache und Nebentext auf die Figurenkonstellation
  • Die Darstellung von Macht, Intrige und bürgerlicher Moral versus höfischem System
  • Quantitative Analyse der Redeanteile als Indikator für Machtverhältnisse

Auszug aus dem Buch

Die Gerichtsbarkeit der Bühne

In Schillers Text Was kann eine gut stehende Schaubühne eigentlich wirken? bezieht dieser die Position, dass das Theater eine eigene Gerichtsbarkeit hat, welche über den Bereich weltlicher Gerichte hinausgeht. Folglich beantwortet Schiller die Frage nach der Wirkmacht des Theaters in einem Satz: „Die Gerichtsbarkeit der Bühne fängt da an, wo das Gebiet der weltlichen Gesetze sich endigt.“ (SB S. 190). Dies bedeutet konkret, dass man zum einen geschichtliche Personen durch Schauspieler*innen auf die Bühne bringen und mit ihnen so umgehen kann, wie es in der Realität nicht möglich wäre. Zum anderen kann auf der Bühne gesühnt werden, was in der Geschichte nie gesühnt wurde. Durch diese eigene Gerichtsbarkeit kann die Bühne auch gleich machen, und sich über Stände, Klassen oder sonstige gesellschaftliche Grenzen und Unterschiede hinwegsetzen.

Ihrer Gerichtsbarkeit kann sich niemand entziehen, sie erfasst auch die Mächtigen. Personen können umgewertet oder anders behandelt werden. Durch die Freiheit der Fiktion kann antifeudale Gerechtigkeit geschehen, welche in der Wirklichkeit nie geschehen ist. Ein König kann auf der Bühne vor Gericht gezerrt und verurteilt werden, was zu Schillers Zeiten in der Realität nicht denkbar gewesen wäre. „Erst auf der Bühne kann die Fragwürdigkeit der herrschenden Gesetze auch den Landsherren deutlich vor Augen geführt werden.“ So kann durch die Bühne die weltliche Gerechtigkeit ausgeweitet werden und ungehindert walten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Hinführung zum Thema Schillers Theatertheorie und dessen Bezug zu seinem Drama „Kabale und Liebe“.

Die Texte: Vorstellung von Schillers theoretischer Rede zur moralischen Anstalt des Theaters.

Kabale und Liebe: Einordnung des bürgerlichen Trauerspiels in seinen zeitlichen und gattungsspezifischen Kontext.

Der Präsident: Detaillierte Analyse seiner höfischen Machtstellung, seiner Intrigen und seines negativen Moralverständnisses.

Miller: Analyse von Millers privatem Kontext, seinem bürgerlichen Stand und seiner Rolle als Vater versus dem adeligen Einfluss.

Redeanteile: Quantitative Auswertung der Sprechanteile als Indiz für die Verschiebung von Machtverhältnissen zwischen Bürgertum und Adel.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der negativen Darstellung des Adels und der ethischen Unterlegenheit gegenüber dem moralisch integeren Bürgertum.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Kabale und Liebe, Gerichtsbarkeit der Bühne, Theatertheorie, bürgerliches Trauerspiel, Machtmissbrauch, Intrige, Moralische Anstalt, Ständegesellschaft, Redeanteile, Präsident, Miller, Aufklärung, Dramaturgie, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Schillers Konzept der "Gerichtsbarkeit der Bühne" und dessen Anwendung in dem Drama "Kabale und Liebe".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen, das moralische Verständnis des Adels gegen das Bürgertum und die dramaturgische Umsetzung dieser Gegensätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schiller durch die fiktionale Freiheit des Theaters soziale Ebenen durchbricht und den Missbrauch adeliger Macht kritisiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, unterstützt durch textnahe Interpretation, Untersuchung von Nebentexten sowie eine quantitative Analyse von Redeanteilen.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Figuren "Präsident" und "Miller" anhand ihrer Charakterisierung, ihres Auftretens, ihrer Sprache und ihrer jeweiligen Beziehung zu ihren Kindern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind: Gerichtsbarkeit der Bühne, Intrige, Machtverhältnisse, Moralische Anstalt und Ständekonflikt.

Wie unterscheidet sich die Beziehung der Väter zu ihren Kindern?

Der Präsident instrumentalisiert seinen Sohn für seine Karriere, während Miller durch Liebe und Sorge für seine Tochter charakterisiert wird.

Welche Bedeutung hat die statistische Auswertung der Redeanteile?

Die Messung der Sprechverse verdeutlicht die reale Machtverteilung und zeigt, wie der Adel in bürgerlichen Räumen die Oberhand gewinnt.

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Details

Title
Schillers Konzept der Gerichtsbarkeit der Bühne. Analyse der Umsetzung in "Kabale und Liebe"
College
University of Mannheim  (Germanistik)
Course
Schiller in Mannheim
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
21
Catalog Number
V1417974
ISBN (eBook)
9783346971289
ISBN (Book)
9783346971296
Language
German
Tags
Schiller Kabale und Liebe Schaubühne Gerichtsbarkeit Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Schillers Konzept der Gerichtsbarkeit der Bühne. Analyse der Umsetzung in "Kabale und Liebe", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1417974
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