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Phantomschmerzen

Wissenschaft und destabilisiertes Selbstverständnis in Hans-Ulrich Treichels Romanen 'Tristanakkord' und 'Menschenflug'

Title: Phantomschmerzen

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Tom Gärtig (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Ein zentrales erzählerisches Thema Hans-Ulrich Treichels dreht sich um die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen das Subjekt in der Lage ist, sein von Defiziten bestimmtes Sein zu verändern und damit selbst zu gestalten. Wissenschaft gerät in diesem Zusammenhang, neben der Literatur, zu einer potentiellen Bewältigungsstrategie, die in den Romanen unterschiedlich bewertet wird. Zugleich scheint der wissenschaftliche Originalitätsanspruch ein universelles Erwartungsmuster zu sein, dem sich das Subjekt auch außerhalb wissenschaftlicher Zusammenhänge zunehmend ausgesetzt sieht und das es zu erfüllen gilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Selbstwahrnehmung des Subjekts

3 Wissenschaft als Bewältigungsstrategie

3.1 Der ‚Nutzwert’ der Germanistik

3.2 Krebsen im Vergessen: Tristanakkord

3.3 Schweigen und Verwalten: Menschenflug

4 Die Unmöglichkeit des Wünschenswerten

5 Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Universität und Wissenschaft in den Romanen "Tristanakkord" und "Menschenflug" von Hans-Ulrich Treichel. Ziel ist es nachzuweisen, dass diese universitären Kontexte über eine rein realistische Einbettung hinausgehen und als zentrale, wenn auch oft scheiternde Bewältigungsstrategien für die Protagonisten fungieren.

  • Die Selbstwahrnehmung der Protagonisten im Kontext von Durchschnittlichkeit und defizitärem Sein.
  • Die Funktion der Wissenschaft als vermeintliche Bewältigungsstrategie für persönliche Unzulänglichkeiten.
  • Die Rolle der Selbstinszenierung im akademischen Feld.
  • Das "Desiderat" als universelles, oft unerreichbares Leidensprinzip in Treichels Werk.
  • Der Vergleich der unterschiedlichen Umgangsweisen mit Resignation und Veränderungswunsch in den beiden Romanen.

Auszug aus dem Buch

Krebsen im Vergessen: Tristanakkord

Wie im zweiten Abschnitt dieser Untersuchung bereits herausgearbeitet wurde, bestimmen die Durchschnittlichkeit des „Namenlosen“ (TA, 42) und das Leiden am Ungenügen die Selbstwahrnehmung in Tristanakkord. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die persönlichen Defizite zu beseitigen und aus der Namenlosigkeit herauszufinden, wird die Literaturwissenschaft mit einer Art ‚Heilserwartung’ verbunden. Das geschieht in zweifacher Hinsicht. Die Entscheidung zur Promotion trifft Georg nicht, um einen glühenden Wunsch nach wissenschaftlicher Erkenntnis zu befriedigen, sondern weil er schlichtweg nicht weiß, was er nach Abschluss seines Magisterstudiums – als arbeitsloser Germanist – anfangen soll. (Vgl. TA, 13f.) Die Doktorarbeit dient eher pragmatisch der Verlängerung eines dem Studentenleben ähnlichen Sicherheitszustandes, als dem Beginn einer ernsthaften akademischen Karriere.

Damit sind aber noch keine sinnstiftenden Erwartungen verbunden, die den literaturwissenschaftlichen Wissensvorrat an sich betreffen. Erst die Wahl des literarisch verarbeiteten Vergessens als Dissertationsthema (Vgl. TA, 15) lässt deutlich werden, dass Georgs literaturwissenschaftliche Arbeit hauptsächlich von persönlichen Affinitäten bestimmt ist. Sein Anliegen ist es zu zeigen, daß das Geschriebene vom Autor vergessen wird. Er wollte darüber hinaus nachweisen, daß das Geschriebene nur geschrieben wird, um vom Autor vergessen zu werden. (TA, 16)

Was Georg als Ziel und These seiner Arbeit formuliert, ist wissenschaftlicher Anspruch und lebenspraktische Erwartung an die Wissenschaft zugleich: Mit Hilfe literaturwissenschaftlicher Mittel soll genau das Verfahren bestätigt werden, von dem sich Georg heilende Wirkung oder doch wenigstens Erleichterung verspricht. Das Schreiben der Doktorarbeit versteht er als Hilfe, um die Defizite der Vergangenheit vergessen zu können. Schon in Georgs Kindheit spielt das Vergessen eine wichtige Rolle, denn [d]ie Ems, […] wo er einen großen Teil seiner Kindheit verbracht hatte, war für ihn schon damals, als er noch nicht die geringste Ahnung davon hatte, daß es so etwas überhaupt gibt, der Strom des Vergessens gewesen. Wenn er am Ufer des Flusses saß, […] ergriff ihn oft eine frühkindlich-heitere Leere […] und sein Kopf wurde auf eine glückhafte Weise vergeßlich. (TA, 17f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Forschungsfrage nach der Funktion von Universität und Wissenschaft in Treichels Romanen und ordnet die Arbeit in den bestehenden literaturwissenschaftlichen Diskurs ein.

2 Die Selbstwahrnehmung des Subjekts: Dieses Kapitel analysiert die von Durchschnittlichkeit und einem Gefühl des Ungenügens geprägte Selbstwahrnehmung der Protagonisten Georg und Stephan.

3 Wissenschaft als Bewältigungsstrategie: Hier wird untersucht, wie die Protagonisten Wissenschaft als Werkzeug zur Überdeckung persönlicher Defizite nutzen und welche Rolle dabei die akademische Selbstinszenierung spielt.

3.1 Der ‚Nutzwert’ der Germanistik: Erläutert die traditionelle Erwartungshaltung an die Geisteswissenschaften als sinnstiftende Instanz und deren Bedeutung für die Identitätsfindung.

3.2 Krebsen im Vergessen: Tristanakkord: Analysiert Georgs gescheiterten Versuch, durch die Dissertation über das Vergessen seine eigene Vergangenheit zu bewältigen.

3.3 Schweigen und Verwalten: Menschenflug: Beleuchtet Stephans resignierten Umgang mit der Wissenschaft, die für ihn als problemlösendes Verfahren an Relevanz verloren hat.

4 Die Unmöglichkeit des Wünschenswerten: Dieses Kapitel verallgemeinert das "Desiderat" als ein universelles, unerreichbares Ideal, das das Handeln der Figuren bei Treichel motiviert und gleichzeitig zum Scheitern verurteilt.

5 Resümee: Führt die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die zentrale Bedeutung des "Desiderats" sowie die desillusionierte Grundhaltung in Treichels Werk.

Schlüsselwörter

Hans-Ulrich Treichel, Tristanakkord, Menschenflug, Germanistik, Literaturwissenschaft, Selbstwahrnehmung, Bewältigungsstrategie, Durchschnittlichkeit, Desiderat, Vergessen, Erinnern, Wissenschaftsdiskurs, Selbstinszenierung, Identität, Scheitern.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von Universität und Wissenschaft in zwei Romanen von Hans-Ulrich Treichel und analysiert, welche Funktionen diese akademischen Räume für die Protagonisten erfüllen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Selbstwahrnehmung von Akademikern, die Wissenschaft als Strategie zur Bewältigung persönlicher Defizite, das Scheitern und die Rolle des Wünschenswerten im Leben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, dass universitäre Handlungsweisen bei Treichel weit mehr als nur realistische Kulisse sind, sondern essenzielle, wenn auch häufig scheiternde Versuche darstellen, das eigene unzureichende Selbst zu verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, ergänzt durch soziologische Perspektiven, insbesondere den Habitus-Begriff nach Pierre Bourdieu.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die beiden Romane "Tristanakkord" und "Menschenflug", die akademische Selbstinszenierung der Protagonisten und das übergreifende Prinzip des "Desiderats".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Germanistik, Bewältigungsstrategie, Durchschnittlichkeit, Desiderat, Identität und das Spannungsfeld zwischen Erinnern und Vergessen.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Wissenschaft zwischen den beiden Romanen?

Während Georg in "Tristanakkord" noch verzweifelt versucht, die Wissenschaft aktiv zur Lebensbewältigung zu nutzen, hat Stephan in "Menschenflug" weitgehend resigniert; für ihn ist die Wissenschaft als problemlösendes Instrument unbrauchbar geworden.

Was versteht der Autor unter dem "Desiderat" bei Treichel?

Das Desiderat ist ein universelles Leidensprinzip: Das, was fehlt (ein Mangel), wird idealisiert und zum Ziel des Begehrens, was jedoch in Treichels Welt meist zu einer Verkrampfung führt, da die Erlösung durch das Erreichte ausbleibt.

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Details

Title
Phantomschmerzen
Subtitle
Wissenschaft und destabilisiertes Selbstverständnis in Hans-Ulrich Treichels Romanen 'Tristanakkord' und 'Menschenflug'
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut, Literaturwissenschaft)
Course
Universität und Literatur
Grade
sehr gut
Author
Tom Gärtig (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V141794
ISBN (Book)
9783640495702
ISBN (eBook)
9783640495863
Language
German
Tags
Phantomschmerzen Wissenschaft Selbstverständnis Hans-Ulrich Treichels Romanen Tristanakkord Menschenflug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Gärtig (Author), 2008, Phantomschmerzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/141794
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