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Auswirkungen von Placeboeffekten auf das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell

Titel: Auswirkungen von Placeboeffekten auf das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell

Hausarbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Claudia Helgert (Autor:in)

Psychologie - Biologische Psychologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mechanismen, die dem Placeboeffekt zugrunde liegen, werden gerade erst zu einem aktuellen Forschungsthema mit wichtigen theoretischen und praktischen Auswirkungen sowohl auf den Bereich des Sozialverhaltens als auch auf die Gesundheitsversorgung. Obwohl auf diesem Gebiet Fortschritte erzielt werden, gab es bisher nur wenige Versuche, dieses Phänomen in die etablierten Prozessmodelle zu integrieren, die bereits in der psychologischen Literatur entwickelt wurden. Die vorliegende Arbeit stellt einen ersten Schritt in Richtung dieser Integration dar. Insbesondere wird ein Argument dafür vorgebracht, ein bekanntes Modell aus der Bewältigungsliteratur, das so genannte biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell (BSP), zur Vorhersage des Auftretens von Placeboeffekten zu verwenden. Ziel der Arbeit war es, festzustellen, ob dieses Bewältigungsmodell physiologische Reaktionen auf Placebobehandlungen in Stressor-/Leistungssituationen erklären kann. Wenn dieses Modell zum Verständnis von Placeboeffekten herangezogen werden kann, könnte die Forschung wichtige praktische Auswirkungen auf die Nutzung von Placeboeffekten in realen Situationen haben. Die vorliegende Arbeit beginnt mit einem kurzen Überblick über Placeboeffekte, um dem Leser einen Hintergrund für das untersuchte Phänomen zu vermitteln. Von hier aus geht die Diskussion zu den Bewältigungstheorien über, einschließlich der Stress- und Bewältigungstheorie von Lazarus und Folkman, die einen Bezugsrahmen für die Bewältigungsliteratur bietet (Lazarus & Folkman, 1984). Als nächstes wird das biopsychosoziale Bewältigungsmodell von Blascovich und Kollegen (Blascovich & Tomaka, 1996) zu Bedrohung und Herausforderung besprochen, da dieses Modell als Grundlage für die vorgeschlagene Studie dient. Schließlich wird das Phänomen des Placeboeffekts mit dem Threat and Challenge BPS Model synthetisiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische und begriffliche Grundlagen

2.1 Placebo- Effekte

2.2 Stress und Bewältigungstheorie

3 Biopsychosoziales Modell am Beispiel von Stress

3.1 Verbindung der Stress- und Bewältigungstheorie mit dem biopsychosozialen Modell

3.2 Psychologische Prozesse des biopsychosozialen Modells

3.3 Physiologische Reaktionen des BPS-Modells

3.4 Soziale Komponente des BPS-Modells im Bezug auf Stresswahrnehmung

3.5 Rahmung und das BPS-Modell

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration des biopsychosozialen Bedrohungs- und Herausforderungsmodells (BPS) in die Placeboforschung, um zu klären, ob physiologische Reaktionen auf Placebobehandlungen in Stress- und Leistungssituationen durch Bewältigungsprozesse erklärt werden können.

  • Grundlagen der Placebo-Forschung und deren theoretische Erklärungsansätze.
  • Analyse der Stress- und Bewältigungstheorie nach Lazarus und Folkman.
  • Detaillierte Untersuchung des biopsychosozialen Modells nach Blascovich und Tomaka.
  • Synthese von Placeboeffekten und dem Modell der Bedrohung und Herausforderung.
  • Bedeutung von Ressourcen, sozialer Unterstützung und Message Framing für die Stresswahrnehmung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Placebo- Effekte

Die wechselseitige Beziehung zwischen Sozialpsychologie, Gesundheit und Medizin wirft viele provokante Fragen auf. Eines der wichtigsten Konzepte, das die Sozialpsychologie mit Gesundheit und Medizin zu verbinden scheint, ist das der Placebo-Effekte. In der Vergangenheit wurden Placebo-Effekte als Ergebnis der Verabreichung von inerten Behandlungen oder Substanzen, wie z. B. Zuckerpillen, an Patienten betrachtet (Geers & Rose, 2011). In jüngerer Zeit wurde weniger Wert auf die inerten Behandlungen selbst gelegt, sondern vielmehr auf die psychologischen und neurologischen Prozesse, die dem Placebo-Phänomen zugrunde liegen. Daher werden Placeboeffekte heute in der Regel als die physiologischen oder psychologischen Reaktionen definiert, die durch die Verabreichung einer inaktiven Substanz oder eines Verfahrens hervorgerufen werden (Stewart-Williams, 2004). Einige in der Placebo-Literatur argumentieren, dass Placebo-Effekte mehr als Reaktionen auf inaktive Behandlungen umfassen und dass diese Definition dahingehend erweitert werden sollte, dass Placebo-Effekte als psychologisch vermittelte Reaktionen auf die Verabreichung einer Behandlung betrachtet werden - unabhängig davon, ob die Behandlung aktive oder inaktive Eigenschaften enthält (Geers & Miller, 2014).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, Placeboeffekte in psychologische Prozessmodelle zu integrieren, und postuliert das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell als geeigneten Erklärungsrahmen.

2 Theoretische und begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Placeboeffekte jenseits inerter Substanzen und erläutert die klassische Stress- und Bewältigungstheorie nach Lazarus und Folkman als Basis für Coping-Strategien.

3 Biopsychosoziales Modell am Beispiel von Stress: Der Hauptteil erläutert das BPS-Modell, die Bedeutung psychologischer und physiologischer Prozesse bei der Unterscheidung von Bedrohung und Herausforderung sowie den Einfluss sozialer Komponenten und des Framings.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Integration der Placeboforschung in das Bedrohungs- und Herausforderungsmodell komplexe Reaktionen in Stresssituationen erklären kann, weist aber auch auf Grenzen bei anderen Anwendungsfeldern hin.

Schlüsselwörter

Placeboeffekte, Biopsychosoziales Modell, Stressbewältigung, Bedrohung, Herausforderung, Kognitive Bewertung, Physiologische Reaktionen, Psychologie, Coping, Message Framing, Soziale Unterstützung, Gesundheitsversorgung, Leistungsaufgaben, Erwartungshaltung, Konditionierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Verbindung zwischen der Placeboforschung und der psychologischen Stress- und Bewältigungstheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Placeboeffekte, das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell (BPS) und wie diese zur Vorhersage physiologischer Reaktionen genutzt werden können.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es festzustellen, ob das BPS-Modell physiologische Reaktionen auf Placebobehandlungen in Stressor- oder Leistungssituationen erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse etablierter psychologischer Literatur und der Synthese verschiedener Forschungsbereiche zur Untersuchung von Placebo-Mechanismen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das BPS-Modell nach Blascovich und Tomaka, die psychologischen und physiologischen Marker für Bedrohung und Herausforderung, soziale Ressourcen sowie der Einfluss von Framing auf die Bewertung von Aufgaben beschrieben.

Was sind wichtige Schlüsselwörter der Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Placeboeffekte, Bedrohungs- und Herausforderungsbewertung, Coping, physiologische Marker und kognitive Umstrukturierung.

Wie unterscheidet das BPS-Modell physiologisch zwischen Bedrohung und Herausforderung?

Eine Herausforderung ist durch ein Muster ähnlich dem körperlichen Training gekennzeichnet, während eine Bedrohung eine physiologische Mobilisierungshemmung und spezifische kardiovaskuläre Veränderungen aufweist.

Welche Rolle spielt "Message Framing" im Kontext der Arbeit?

Die Art der Formulierung von Aufgabenanweisungen kann laut den besprochenen Studien beeinflussen, ob eine Person eine Situation eher als Bedrohung oder als Herausforderung bewertet.

Kann das biopsychosoziale Modell alle Placebo-Phänomene erklären?

Nein, die Autorin merkt an, dass das Modell zwar in Stress- und Leistungssituationen sinnvoll ist, aber Reaktionen in anderen Kontexten, etwa bei bestimmten Nocebo-Phänomenen, möglicherweise nicht vollständig abdeckt.

Warum ist die Erwartungshaltung für Placeboeffekte entscheidend?

Die Erwartungshaltung dient als Ressource, die es ermöglicht, eine Stresssituation eher durch eine Herausforderungs- statt durch eine Bedrohungsbewertung zu verarbeiten.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Auswirkungen von Placeboeffekten auf das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale  (Psychologie)
Note
1,3
Autor
Claudia Helgert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1417504
ISBN (eBook)
9783346967732
ISBN (Buch)
9783346967749
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Placebo Bio-Psycho-Sozial biopsychosoziale Bedrohungs- und Heraus- forderungsmodell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Helgert (Autor:in), 2022, Auswirkungen von Placeboeffekten auf das biopsychosoziale Bedrohungs- und Herausforderungsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1417504
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Leseprobe aus  21  Seiten
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