Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Geschlechterstudien / Gender Studies

Frauen und menschliche Avatare in der virtuellen Welt. Neue Möglichkeiten für die Geschlechtervielfalt

Titel: Frauen und menschliche Avatare in der virtuellen Welt. Neue Möglichkeiten für die Geschlechtervielfalt

Essay , 2006 , 6 Seiten

Autor:in: Veronika G. Sonntag (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wird in der virtuellen Welt die Geschlechtergrenze fließend und erfüllt sich hier die Hoffnung, ohne Geschlechteridentität miteinander zu interagieren? Der Essay untersucht die Verwendung von Avataren, deren Darstellung überkommene binäre Geschlechterkonzepte nach traditionellen Vorbildern prosperiert.

Ist die Zweigeschlechtlichkeit obsolet? Gibt es alsbald so viele Geschlechter, wie es Menschen gibt? Die virtuelle Welt des Internets - so hoff(t)en nicht zuletzt auch Teile der Frauenbewegung - lässt überkommene Muster von Geschlechterkategorien und deren Grenzziehungen verwischen. In der Netzwelt könne man ohne reales Geschlecht miteinander kommunizieren, gemeinsam spielen, sich treffen und gegenwärtige Gendervorstellungen modifizieren.

Schaut man jedoch - bei Prüfung der Darstellung virtueller Figuren - auf die "Schnittstelle" Geschlecht, scheint die Geschlechterfrage bei den Schöpfern von Web Agenten - medientheoretisch zwar wenig verwunderlich - von normativen Vorannahmen auszugehen. So sind die Körper dieser Geschöpfe deutlich durch ein Geschlecht markiert, das sich mehr oder weniger an den traditionellen Konzepten von Männlichkeit oder Weiblichkeit orientiert und Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität in die Software implementiert.

Avatare - ein Begriff, der einst Götterwesen aus der hinduistischen Philosophie meinte - haben innerhalb weniger Jahre Einzug in die Medienlandschaft des Fernsehens und Internets gehalten und werden in vielfältiger Weise kommuniziert. In den 80er Jahren ausschließlich als virtuelle Stellvertreter von Personen militärischer Simulationsspiele oder als grafische Selbst- Repräsentation der NutzerIn in Chat-Räumen und Onlinespielen kommuniziert, wurde der Begriff "Avatar" schnell breiter gefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die virtuelle Welt und die Geschlechterfrage

3. Avatare: Von der hinduistischen Philosophie zum Web-Agenten

4. Die "Mensch-Werdung" virtueller Agenten

5. Intelligenz und der Turing Test

6. Embodied Conversational Agents-Forschung

7. Glaubwürdigkeit und Persönlichkeitskonzepte

8. Geschlechterrollen und die Konstruktion virtueller Körper

9. Fazit: Normative Vorstellungen und digitale Realität

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Gestaltung virtueller Avatare und Agenten mit traditionellen, normativen Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Männlichkeit bzw. Weiblichkeit verknüpft ist und ob diese Technologien das Potenzial haben, überkommene Kategorien aufzubrechen oder sie stattdessen lediglich reproduzieren.

  • Analyse der Geschlechterrepräsentation in virtuellen Welten und Web-Agenten
  • Untersuchung der technischen und psychologischen Kriterien für glaubwürdige "Mensch-Werdung" (Turing Test, Embodied Conversational Agents)
  • Kritische Beleuchtung der Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Wandel und der Implementierung binärer Rollenbilder in Software
  • Vergleich von menschlicher Selbstwahrnehmung und deren digitaler Abbildung durch Avatare
  • Diskussion über die Rolle der feministischen Medienkritik innerhalb der Informatik und Medienforschung

Auszug aus dem Buch

Die "Mensch-Werdung" virtueller Agenten

Mittlerweile repräsentieren "konversationsfähige" Avatare den Webauftritt großer Firmen und Banken zu kommerziellen Marketingzwecken. Sie bieten "interaktive" Hilfe bei Finanzangelegenheiten, plaudern und beraten Surfer in Verkaufsgesprächen, führen durch die Angebote von virtuellen Shoppingmeilen und bieten sich als Nachrichtensprecher an. Konversationsfähig, interaktiv - dahinter verbirgt sich die "Mensch-Werdung" virtueller Agenten und Avatare. Multimediale Interface-Agenten sollen die Kundenbeziehung großer Unternehmen optimieren und die Bindung zum Unternehmen erhöhen. Auch die Filmindustrie verbreitert erfolgreich ihre Vision, Schauspieler durch Computeranimation zu ersetzen. Hier stellt sich die Frage, was - neben raffiniert ausgefeilter Technik- lässt eine virtuelle Figur menschlich authentisch wirken und inwieweit ist diese Konstruktion mit der Konstruktion von Geschlecht und Sexualität verbunden?

Lange Zeit wurde Intelligenz als zentrales Merkmal für virtuelle Menschlichkeit gedacht. Künstliche Intelligenz, die eine dialogisierend vertrauenswürdige Konversation ermöglicht, wurde erstmalig vor etwa 50 Jahren diskutiert. Als bahnbrechend gelten Alan Turings Arbeiten. Er ließ Versuchspersonen per Tastatur mit zwei unbekannten Teilnehmenden chatten. Der eine Gesprächsteilnehmende war ein Mensch, der andere eine Maschine. Beide versuchten die VP davon zu überzeugen, dass sie Menschen seien. Konnte die VP nach einer intensiven Fragestellung nicht eindeutig Mensch und Maschine unterscheiden, galt der Turing Test als bestanden. Wenngleich seit den 90er Jahren bis heute beträchtliche Preise ausgesetzt werden, ist es noch keinem Computerprogramm gelungen, den Test zu bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der körperlichen und virtuellen Identitätskonstruktion anhand von Bildbeispielen wie Brandi Chastain.

2. Die virtuelle Welt und die Geschlechterfrage: Untersuchung der Hoffnung auf geschlechterneutrale Kommunikation im Internet und deren Ernüchterung durch geschlechtsspezifische Softwareentwicklung.

3. Avatare: Von der hinduistischen Philosophie zum Web-Agenten: Historische Entwicklung und Bedeutungswandel des Begriffs Avatar von mythologischen Ursprüngen hin zu digitalen Stellvertretern.

4. Die "Mensch-Werdung" virtueller Agenten: Analyse der kommerziellen Nutzung von Avataren als interaktive Interface-Agenten im Marketing und Kundenservice.

5. Intelligenz und der Turing Test: Erläuterung der Bedeutung von Alan Turings Arbeiten für die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

6. Embodied Conversational Agents-Forschung: Erweiterung des klassischen Turing Tests durch visuelle, gesprächsfähige Avatare.

7. Glaubwürdigkeit und Persönlichkeitskonzepte: Psychologische Grundlagen für die Gestaltung einer glaubwürdigen, emotionalen Persönlichkeit bei virtuellen Wesen.

8. Geschlechterrollen und die Konstruktion virtueller Körper: Kritische Auseinandersetzung mit der Replikation von Vorurteilen und stereotypen weiblichen/männlichen Körperbildern in digitalen Räumen.

9. Fazit: Normative Vorstellungen und digitale Realität: Zusammenfassende Betrachtung der Beharrlichkeit tradierter Geschlechterklischees trotz technologischer Innovationen.

Schlüsselwörter

Avatare, Geschlechterforschung, Turing-Test, Mensch-Maschine-Interaktion, Künstliche Intelligenz, Stereotypen, Identitätskonstruktion, Embodied Conversational Agents, Medienkritik, Informatik, Zweigeschlechtlichkeit, Digitale Repräsentation, Feministische Medienkritik, Interface-Agenten, Virtuelle Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem technologischen Potenzial virtueller Avatare und der tatsächlichen Implementierung traditioneller Geschlechternormen durch deren Entwickler.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Medieninformatik, der Psychologie der Mensch-Maschine-Interaktion sowie der feministischen Geschlechter- und Medienkritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass trotz des Versprechens einer geschlechtslosen Netzwelt stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit in die Software von Avataren und Agenten eingeschrieben werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es erfolgt eine deskriptive Analyse sowie eine medienkritische Auswertung der Softwareentwicklung, basierend auf historischen Modellen wie dem Turing-Test und aktuellen Erkenntnissen der Embodied Conversational Agents-Forschung.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Historie des Avatare-Begriffs, der technischen Implementierung von Persönlichkeitskonzepten und der visuellen, sowie sprachlichen Kodierung von Geschlecht in virtuellen Agenten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Identitätskonstruktion, Geschlechternormen, Künstliche Intelligenz, Agenten-Technologie und die Kritik an der digitalen Repräsentation des weiblichen Körpers.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der "Embodied Conversational Agents" vom klassischen Turing-Test?

Während der ursprüngliche Turing-Test rein auf sprachlicher Ebene stattfand, integriert die neuere Forschung die visuelle, grafische Darstellung (face-to-face), um eine überzeugendere Täuschung bzw. Mensch-ähnlichkeit zu erreichen.

Was verdeutlicht das Fallbeispiel der "Cornelia" vom ZDF?

Das Beispiel zeigt, dass digitale Agenten zwar sprachlich auf Geschlechterfragen reagieren, dabei aber standardisierte, stereotyp weibliche Identitätsmuster bedienen, die das Ziel einer echten Befreiung von Geschlechterrollen konterkarieren.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauen und menschliche Avatare in der virtuellen Welt. Neue Möglichkeiten für die Geschlechtervielfalt
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Geschlecht und Kommunikation
Autor
Veronika G. Sonntag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
6
Katalognummer
V1417294
ISBN (eBook)
9783346968036
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Avatare Virtuelle Welt Traditionelle Geschlechterkonzepte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Veronika G. Sonntag (Autor:in), 2006, Frauen und menschliche Avatare in der virtuellen Welt. Neue Möglichkeiten für die Geschlechtervielfalt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1417294
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  6  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum