Inwiefern kann die Methode des interkulturellen Lernzirkels im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung dazu beitragen, die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeitenden zu erweitern?
Ergänzend wird die Relevanz pädagogisch qualifizierter Begleitpersonen in den interkulturellen Trainings beleuchtet.
Im ersten Kapitel wurde die Relevanz des Themas mit den sich verändernden Anforderungen an die Handlungskompetenzen der Mitarbeitenden aufgrund der globalen Vernetzung der Arbeitswelt dargestellt und die Forschungsfrage hergeleitet. Im folgenden Kapitel wird der Begriff Kompetenz im Kontext betrieblicher Bildung definiert, um ein einheitliches Verständnis bei Hinzufügung des Begriffs der interkulturellen Kompetenz zu schaffen. Im dritten Kapitel wird die Bedeutung von Trainingskonzepten zur Kompetenzerweiterung in der innerbetrieblichen Weiterbildung beleuchtet. Unter dem Kapitel 3.1 werden die Grundlagen von Lerninseln mit theoretisch-methodischen Ansätzen und deren Variante des interkulturellen Lernzirkels erläutert. Anschließend wird im Kapitel 3.2 eine Variante der Lerninsel zur interkulturellen Kompetenzerweiterung durch interkulturelle Trainings in betrieblicher Bildung nach Stefan Kammhuber (2000) dargestellt. Im vierten Kapitel werden die Chancen und Grenzen von betrieblicher Weiterbildung erläutert. Zuletzt werden im fünften Kapitel die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst sowie Ansatzpunkte und Erkenntnisse benannt.
Mit zunehmender globaler Vernetzung der Weltwirtschaft rücken auch in Deutschland Menschen mit anderen soziokulturellen Hintergründen in den Vordergrund der Arbeitswelt und stellen sich den Herausforderungen interkultureller Begegnungen im Arbeitsprozess (Thomas, 2006). Durch die daraus resultierenden Interaktionsprozesse steigen die Anforderungen in der Zusammenarbeit auf individueller sowie auf organisatorischer Ebene, nicht nur von international tätigen Unternehmen und deren Beschäftigten, sondern auch innerhalb Deutschlands (ebd.). Dies wird auch durch die demografische Entwicklung ersichtlich. Laut statistischen Werten verfügt bereits mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland über einen sogenannten Migrationshintergrund (Statistisches Bundesamt, o. D.). Die Prognosen zum demografischen Wandel werden auch zukünftig Arbeitsmigration in Deutschland erforderlich machen (Dehnbostel, 2022).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interkulturelle Kompetenz
2.1 Kompetenz im Kontext betrieblicher Bildung
2.2 Interkulturelle Kompetenz im beruflichen Kontext
3. Trainingskonzepte zur Kompetenzerweiterung in der betrieblichen Weiterbildung
3.1 Grundlagen und theoretisch-methodische Ansätze von Lerninseln
3.2 Interkulturelle Kompetenzerweiterung durch Trainings im Rahmen des interkulturellen Lernzirkels nach Kammhuber
4. Chancen und Grenzen der Kompetenzerweiterung durch die Methode des interkulturellen Lernzirkels
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Methode des interkulturellen Lernzirkels innerhalb der betrieblichen Weiterbildung dazu beitragen kann, die interkulturelle Handlungskompetenz von Mitarbeitenden systematisch zu erweitern und zu fördern.
- Grundlagen der Kompetenzentwicklung im betrieblichen Kontext
- Konzept und methodische Ansätze von Lerninseln
- Interkulturelle Kompetenzerweiterung nach Kammhuber
- Analyse der Potenziale und Grenzen interkultureller Trainings
- Rolle und Bedeutung der Lernprozessbegleitung
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen und theoretisch-methodische Ansätze von Lerninseln
Das Modell der Lerninsel wurde in den 1990er Jahren von der Daimler Benz AG entwickelt und erstmals in Gaggenau eingeführt (Dehnbostel, 2022, S. 114ff; S. 28ff). Das dezentrale Berufsbildungskonzept der Lerninsel gewann im Zuge von betrieblichen Reorganisations- und Umstrukturierungsmaßnahmen schnell an Bedeutung (ebd., S. 113). Aufgrund der Bedingungen der modernen Arbeitswelt wurde die handlungsorientierte Enkulturationsentwicklung der Beschäftigten verstärkt erforderlich (ebd.). Dazu bedarf es der Bereitschaft des Individuums zu einem lebenslangen Lernprozess, um sich spezifische Handlungsziele, Kompetenzen, Binnenstrukturen und Regeln der jeweiligen Unternehmenskultur anzueignen (ebd., S. 66).
Da das Lerninsel-Modell Lösungsansätze für die Anforderungen der modernen Arbeitswelt bietet, hat sich dieses konzeptionell sowie praktisch in der innerbetrieblichen Weiterbildung etabliert. Aus dem individuellen Bedarf der Unternehmen entwickelten sich unterschiedliche Varianten der Lerninsel als Trainingsmethode, u.a. die „Lern- und Arbeitsinseln“ bei der Carl Schenck AG, oder die „Lerncenter“ bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Innerhalb der Organisationsform der Lerninsel können so Mitarbeitende individuell qualifiziert werden. Dabei erfolgt die innerbetriebliche Etablierung der Konzepte anhand einer fachlich-methodischen und sozialen Lernzielausrichtung. Diese berücksichtigt unternehmens- und wirtschaftsrelevante sowie arbeits- und lernumfeldgestaltende Faktoren. (Dehnbostel, 2022, S. 113ff)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung interkultureller Kompetenz aufgrund globaler Vernetzung und leitet daraus die Forschungsfrage zur Eignung des interkulturellen Lernzirkels ab.
2. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel definiert Kompetenz im betrieblichen Kontext und bettet die interkulturelle Kompetenz als notwendige Erweiterung zur Bewältigung kultureller Überschneidungssituationen ein.
3. Trainingskonzepte zur Kompetenzerweiterung in der betrieblichen Weiterbildung: Hier werden theoretische Grundlagen des Lernens am Arbeitsplatz sowie das spezielle Modell der Lerninseln und der interkulturelle Lernzirkel nach Kammhuber analysiert.
4. Chancen und Grenzen der Kompetenzerweiterung durch die Methode des interkulturellen Lernzirkels: Das Kapitel reflektiert die Stärken der Lernbegleitung und die Herausforderungen, die bei der Anwendung interkultureller Trainings in Unternehmen entstehen können.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Erfolg bei der Kompetenzentwicklung maßgeblich von der Qualifikation der Lernbegleiter und der Anpassung an unternehmensspezifische Bedürfnisse abhängt.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Lerninseln, Betriebliche Weiterbildung, Handlungskompetenz, Interkultureller Lernzirkel, Lernprozessbegleitung, Qualifizierung, Arbeitsplatzlernen, Kompetenzentwicklung, Kulturelle Überschneidung, Sozialkompetenz, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch das Konzept der Lerninseln die interkulturelle Handlungskompetenz ihrer Mitarbeitenden gezielt fördern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind betriebliche Bildungskonzepte, interkulturelle Weiterbildung, die methodische Gestaltung von Lerninseln und die Rolle der Lernbegleiter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern die Methode des interkulturellen Lernzirkels dazu beitragen kann, Mitarbeitende bei der Erweiterung ihrer interkulturellen Kompetenz effektiv zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur zu den Themen Kompetenzentwicklung, Lerninselkonzepte und interkulturelle Bildung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kompetenzen, der theoretischen Herleitung von Lerninseln und der konkreten Anwendung des Kammhuber-Modells zur interkulturellen Kompetenzförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Lerninseln, betriebliche Weiterbildung, Kompetenzentwicklung und Lernprozessbegleitung.
Warum ist eine professionelle Lernbegleitung für das Konzept so wichtig?
Lernbegleiter sind entscheidend, da sie den Lernprozess individuell an den Bedarf der Teilnehmenden anpassen, Lernbarrieren abbauen und eine konstruktive Lernumgebung schaffen müssen.
Worin liegen die Grenzen der Methode im betrieblichen Kontext?
Die Grenzen liegen vor allem in der hohen Bindung an unternehmensspezifische Normen und der starken Abhängigkeit des Erfolgs von der persönlichen Kapazität der Lernbegleiter.
- Arbeit zitieren
- Nurgül Santur (Autor:in), 2023, 3 D - Interkulturelle Kompetenzerweiterung. Konzept der Lerninseln zur innerbetrieblichen Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1416010