Aufgrund der bislang vorwiegend grundsätzlichen Auseinandersetzung mit der Phonetik akzentuierter und unakzentuierter Silben, verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, eine spezifisch auf die spanischen Objektpronomina fokussierte phonetische Analyse durch-zuführen und die phonetischen Eigenschaften der klitischen Pronomina im Vergleich zu ihren akzentuierten Varianten explizit anhand von aufgezeichneten Sprecherinnendaten zu untersuchen. Dabei wird die grundlegende Hypothese verfolgt, dass phonetische Unterschiede zwischen den beiden Formen bestehen und um diese und weitere Hypothesen mithilfe des Programmes PRAAT zu überprüfen, wurde die folgende Fragestellung entworfen: „Wie manifestiert sich die Absenz von Akzentuierung der klitischen Objektpronomina des Spanischen phonetisch im Diskurs und wie unterscheiden sie sich phonetisch von den akzentuierten Objektpronomina“?
Mit dem Ziel, das Thema für den Umfang einer wissenschaftlichen Hausarbeit einzugrenzen, wurden für die Studie nur zwei Probandinnen, deren Muttersprache Spanisch ist, aufgezeichnet und es wird sich ausschließlich auf die Phonetik der Objektpronomina konzentriert, d.h. andere akzentuierte bzw. unakzentuierte Elemente werden nicht betrachtet. Zudem wird nicht auf die Intonation eingegangen und auch variierende Satztypen, in denen Klitika vorkommen können, werden nicht behandelt, um in diesem ersten Schritt die Phonetik beider Elemente grundsätzlich zu untersuchen, sodass die Intonation in weiterer Forschung miteinbezogen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung in den Kontext
2.1 Akzent im Spanischen
2.2 Akzentuierte und unakzentuierte Objektpronomina
3. Phonetik der klitischen Objektpronomina im Vergleich zu den akzentuierten Objektpronomina
3.1 Methode und Hypothesen
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Frequenz
3.2.2 Intensität
3.2.3 Dauer
3.3 Diskussion
3.3.1 Generelle Tendenzen
3.3.2 Ausnahmen
3.3.3 Probleme
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die phonetischen Unterschiede zwischen akzentuierten und unakzentuierten (klitischen) Objektpronomina im Spanischen, um zu klären, wie sich die Absenz von Akzentuierung bei Klitika im Diskurs manifestiert und von den akzentuierten Formen abgrenzt.
- Phonetische Analyse von Grundfrequenz (F0), Intensität und Vokaldauer.
- Differenzierung zwischen klitischen und tonierten Objektpronomina.
- Untersuchung von Sprachdaten spanischer Muttersprachlerinnen mittels PRAAT.
- Einordnung in den prosodischen Kontext des Spanischen.
- Diskussion von Ausnahmen wie Klitischer Dopplung und Enklise.
Auszug aus dem Buch
3.1 Methode und Hypothesen
Um die phonetische Realisation der unakzentuierten mit den akzentuierten Objektpronomina herausarbeiten und vergleichen zu können, wurde für dieser Arbeit eine Kleinstudie mit zwei L1-Lernerinnen des Spanischen aus Spanien durchgeführt: eine Probandin aus Barcelona (im Folgenden PBar) und eine Probandin aus Valencia (im Folgenden PVal). Es wurde sich bewusst auf weibliche Probandinnen fokussiert, da sich der Grundton der männlichen und weiblichen Stimme, um etwa eine Oktave unterscheidet (respektiv ein durchschnittlicher Grundton von ungefähr 100 Hertz (Hz) bei der männlichen und von ungefähr 200Hz bei der weiblichen Stimme) und durch einen ähnlichen Grundton bei weiblichen Probadinnen eine relative Vergleichbarkeit geschaffen werden soll (vgl. Cannellada & Kuhlmann 1987: 29). Darüber hinaus wurden ausschließlich aus Spanien stammende Probandinnen gesucht, um die artikulatorische Vielfalt des lateinamerikanischen Spanisch exkludieren zu können. Es sei angemerkt, dass auch im europäischen Spanisch regionale und dialektale Unterschiede in der Aussprache bestehen, die aufgrund des Umfangs dieser Studie jedoch nicht beachtet werden.
Auch wenn im spontansprachlichen Diskurs frequent Objektpronomina genutzt werden, wurde für die Studie ein Text in der Zielsprache mit einer Gesamtanzahl von 82 Objektpronomina, wovon 23 akzentuiert und 59 unakzentuiert sind, verfasst (siehe Anhang), um die Datenmenge zu erhöhen. Dabei wurden Objektpronomina ausschließlich in Deklarativsätzen eingesetzt, bei welchen der Intonationsverlauf zum rechten Satzrand hin abnimmt (vgl. Alarcos Llorach 1994: 49-50). Dadurch sollen verschiedene Intonationsverläufe, durch welche die phonetische Realisation der Objektpronomina beeinflusst wird, minimiert werden, sodass eine relative Vergleichbarkeit der untersuchten Elemente im deklarativen Kontext ermöglicht werden soll. Die Probadinnen wurden ohne vorige Anweisungen zum Sprechtempo und zur Intonation gebeten, den Text in ein mit dem Programm Praat verbundenes Mikrofon einzusprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Objektpronomina im Spanischen und Formulierung der Fragestellung zur phonetischen Realisation klitischer vs. akzentuierter Formen.
2. Einordnung in den Kontext: Theoretische Grundlagen zum spanischen Akzentsystem und Abgrenzung zwischen tonierten und klitischen Objektpronomina.
3. Phonetik der klitischen Objektpronomina im Vergleich zu den akzentuierten Objektpronomina: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, Analyse der erhobenen Sprachdaten anhand von Frequenz, Intensität und Dauer sowie Diskussion der Ergebnisse und Ausnahmen.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der phonetischen Unterschiede unter Berücksichtigung der untersuchten Parameter und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Spanisch, Phonetik, Objektpronomina, Klitika, Akzentuierung, Grundfrequenz, Intensität, Vokaldauer, PRAAT, Sprachanalyse, prosodischer Akzent, Enklise, Proklise, klitische Dopplung, Sprecherinnendaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die phonetische Gestaltung von spanischen Objektpronomina und untersucht, wie sich unakzentuierte klitische Formen von betonten, akzentuierten Formen unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem spanischen Akzentsystem, der phonetischen Analyse von Frequenz, Intensität und Dauer sowie der Rolle der prosodischen Positionierung (z.B. Enklise).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, wie sich die fehlende Akzentuierung bei den klitischen Objektpronomina im Diskurs phonetisch ausdrückt und welche Unterschiede zu den akzentuierten Objektpronomina bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Kleinstudie mit zwei weiblichen Muttersprachlerinnen aus Spanien durchgeführt, wobei Sprachaufnahmen mittels der Software PRAAT hinsichtlich ihrer akustischen Parameter ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des methodischen Vorgehens, die detaillierte Präsentation der Ergebnisse zu Frequenz, Intensität und Dauer sowie eine umfassende Diskussion, die auch Abweichungen und Ausnahmen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen spanische Phonetik, Objektpronomina, Klitika, Akzentuierung, PRAAT, Grundfrequenz und Artikulationsdauer.
Warum wurde bei der Untersuchung explizit auf weibliche Probandinnen geachtet?
Dies dient der Vergleichbarkeit der Daten, da sich die Grundfrequenz zwischen männlichen und weiblichen Stimmen signifikant unterscheidet und durch die Auswahl ein einheitlicherer Frequenzbereich gewährleistet wird.
Was besagen die Ergebnisse zur "klitischen Dopplung"?
Entgegen der ursprünglichen Hypothese, dass Klitika generell weniger prominent seien, zeigt die klitische Dopplung, dass das Klitikum in bestimmten Kontexten phonetisch prominenter realisiert werden kann als erwartet.
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- Lea Schwerdtfeger (Author), 2023, Die Phonetik der klitischen Objektpronomina im Vergleich zu den akzentuierten Objektpronomina im Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1414463