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Unterschlagungsprüfung

Titel: Unterschlagungsprüfung

Hausarbeit , 2003 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Mike Brzuske (Autor:in)

BWL - Revision, Prüfungswesen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zahl der Veruntreuungsdelikte hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Publizität erlangen meist nur die Bereiche, in denen beträchtliche Vermögensschäden bei Dritten und nicht beim Unternehmen selbst eintreten. Verursacht von innen heraus, durch Mitarbeiter oder Management, finden Untreue und Unterschlagung nur mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit. Dabei sollte dieses Thema eigentlich kleine und mittelständische Unternehmen besonders interessieren, denn für sie kann eine größere Veruntreuung existenzbedrohend sein. Lean Management, flache Hierarchien sowie die Zusammenlegung und Optimierung betrieblicher Funktionen reduzieren das System interner Kontrollen. Hinzu kommt, dass die starke Verbreitung der EDV diese Risiken noch vergrößert hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterschlagungsprüfung

2.1 Unterschlagungsbegriff

2.2 Unterschlagungsprüfung

3. Abschlussprüfung und Unterschlagungsprüfung

4. Prüfungsträger und Prüfungsauftrag

4.1 Prüfungsträger

4.2 Anlässe für die Unterschlagungsprüfung

4.3 Ziele der Unterschlagungsprüfung

4.4 Prüfungsauftrag

5. Prüfungsvorbereitung

5.1 Sachliche Prüfungsvorbereitung

5.2 Zeitliche und Personelle Prüfungsvorbereitung

6. Prüfungsprozess

6.1 Progressive Unterschlagungsprüfung

6.2 Retrograde Unterschlagungsprüfung

6.3 Indirekte Unterschlagungsprüfung

6.3.1 Finanzwirtschaftliche Analysen

6.3.2 Systemprüfungen

6.3.3 Befragungen

6.3.4 Analyse mittels EDV-Einsatz

6.3.5 Analyse von Informationsbeziehungen

6.4 Direkte Unterschlagungsprüfung

6.4.1 Formelle und Materielle Prüfungen

6.4.2 Voll- oder Auswahlprüfungen

6.5 Ermittlung des Ausmaßes der Veruntreuung

7. Prüfungsergebnisse

7.1 Berichterstattung

7.2 Konsequenzen aus der Unterschlagungsprüfung

8. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Unterschlagung in Unternehmen und analysiert Ansätze sowie Instrumente für eine effektive Unterschlagungsprüfung. Ziel ist es, Methoden zur Aufdeckung doloser Handlungen aufzuzeigen, den Prüfungsprozess zu systematisieren und die Bedeutung interner Kontrollmechanismen hervorzuheben.

  • Grundlagen des Unterschlagungsbegriffs und Abgrenzung zu anderen Delikten.
  • Unterscheidung zwischen Abschlussprüfung und freiwilliger Unterschlagungsprüfung.
  • Methodische Ansätze: Progressive, retrograde, direkte und indirekte Prüfungsverfahren.
  • Einsatz moderner IT-gestützter Analysen (z.B. Benfords Gesetz) in der Deliktrevision.
  • Prozess der Berichterstattung und operative Konsequenzen für Unternehmen.

Auszug aus dem Buch

6.3.4 Analyse mittels EDV-Einsatz

Soweit Unterschlagungen Spuren in den Daten des Unternehmens hinterlassen haben, besteht eine große Chance, diese mit Hilfe von Prüfsoftware wie ACL (Audit Command Language) und REVEX (entwickelt vom IDW) aufzuspüren und die anschließend immer noch notwendige manuelle Prüfung zur Verifizierung und Beweissicherung auf die relevanten Geschäftsabläufe zu konzentrieren. Der Einsatz von Prüfsoftware setzt voraus, dass die zu untersuchenden Daten in strukturierter Form und in Dateien vorliegen. Die Analyse von Datenbeständen mit Prüfsoftware erlaubt das rasche Aufspüren von Indizien, beispielsweise mehrfach gezahlte Rechnungen, welche auf Unterschlagungen hindeuten.

Zudem lassen sich bei vorhandener IT-Kompatibilität auch theoretisch anspruchsvollere Verfahren, wie z.B. "Benfords Gesetz", zur Erkennung potenzieller Deliktbereiche einsetzen. Der amerikanische Physiker Frank Benford beobachtete, dass in einer Reihe von Zahlen die Häufigkeit der jeweils ersten Ziffer sehr unterschiedlich verteilt war. Danach sind mit der Ziffer 1 beginnende Zahlen mit einem Anteil von ca. 30 % signifikant häufiger als solche, die mit der Ziffer 9 anfangen. Benfords Entdeckung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse können zur Entwicklung ergänzender, computergestützter Prüfungsansätze beitragen. Diese folgen der Hypothese, dass die Häufigkeitsverteilung von Ziffern aus einem hierzu geeigneten Zahlenbestand nahe bei Benfords Beobachtungen liegen sollte und bedeutsame Abweichungen von dieser Verteilung auch auf Manipulationen hinweisen könnten. Anschließend kann der zugrundeliegende Geschäftsvorfall einer vertiefenden Prüfung unterzogen werden. In einer Software umgesetzt, kann "Benfords Gesetz" zur Analyse des Rechnungswesen im geprüften Unternehmen eingesetzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Zunahme von Veruntreuungsdelikten und die Notwendigkeit für Unternehmen, interne Kontrollsysteme gegen diese existenziellen Risiken zu stärken.

2. Unterschlagungsprüfung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unterschlagung rechtlich sowie betriebswirtschaftlich und erläutert die Bedeutung der Unterschlagungsprüfung zur Aufdeckung doloser Handlungen.

3. Abschlussprüfung und Unterschlagungsprüfung: Es wird die Differenz zwischen der gesetzlich verpflichtenden Abschlussprüfung und der freiwilligen, sonderprüfungsorientierten Unterschlagungsprüfung herausgearbeitet.

4. Prüfungsträger und Prüfungsauftrag: Das Kapitel behandelt die Auswahl des Prüfers und die notwendige Präzision bei der Definition des Prüfungsauftrags, insbesondere bei Verdachtsmomenten gegen das Management.

5. Prüfungsvorbereitung: Hier werden die sachlichen und personellen Anforderungen an die Planung einer Unterschlagungsprüfung dargelegt, um einen reibungslosen und effektiven Prüfungsablauf zu gewährleisten.

6. Prüfungsprozess: Das Kernkapitel beschreibt detailliert verschiedene methodische Prüfungswege, darunter progressive, retrograde sowie direkte und indirekte Analysemethoden inklusive IT-gestützter Verfahren.

7. Prüfungsergebnisse: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Berichterstattung nach Abschluss der Prüfung sowie der Ableitung angemessener Konsequenzen gegenüber dem Täter.

8. Zusammenfassung: Abschließend wird betont, dass neben internen Sicherungsmaßnahmen eine professionelle Notfallstrategie essenziell ist, um den durch Unterschlagung entstehenden Schaden zu begrenzen.

Schlüsselwörter

Unterschlagungsprüfung, Veruntreuung, dolose Handlungen, Internes Kontrollsystem, Abschlussprüfung, Prüfungsauftrag, Deliktrevision, Benfords Gesetz, Wirtschaftskriminalität, EDV-gestützte Datenanalyse, Schadensermittlung, Prävention, Defraudant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Aufdeckung, Analyse und Prävention von Unterschlagungen in Unternehmen und stellt dar, wie eine strukturierte Unterschlagungsprüfung durchgeführt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Einordnung, der Vergleich zur Abschlussprüfung, die methodische Vorgehensweise bei Prüfungen sowie die Bedeutung von Kontrollsystemen und IT-gestützten Analyseverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, dem Leser einen Leitfaden für die systematische Aufdeckung von Veruntreuungen zu geben, Täter zu identifizieren und den entstandenen Schaden für das Unternehmen quantifizierbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema, die auf Literaturrecherche, der Analyse betriebswirtschaftlicher Prüfungsgrundsätze sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Standards basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Prüfungsvorbereitung über verschiedene methodische Ansätze (progressiv, retrograd, indirekt) bis hin zur direkten Kontenprüfung und der formalen Berichterstattung der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Unterschlagungsprüfung, dolose Handlungen, Internes Kontrollsystem (IKS), forensische Prüfung und präventive Risikominimierung.

Wie hilft "Benfords Gesetz" bei der Unterschlagungsprüfung?

Es dient als mathematisches Indiz: Da Ziffernverteilungen in natürlichen Datenbeständen bestimmten Mustern folgen, können signifikante Abweichungen in den ersten Ziffern auf bewusste Manipulationen hindeuten.

Warum reicht eine normale Abschlussprüfung oft nicht zur Aufdeckung von Unterschlagungen aus?

Die Abschlussprüfung zielt primär auf die allgemeine Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung ab, während eine Unterschlagungsprüfung mit besonderem Misstrauen und detektivischem Ansatz gezielt nach dolosen Handlungen und Kontrollschwächen sucht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Unterschlagungsprüfung
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Veranstaltung
Prüfungswesen/Steuern
Note
1,7
Autor
Mike Brzuske (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V14098
ISBN (eBook)
9783638195928
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterschlagungsprüfung Prüfungswesen/Steuern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mike Brzuske (Autor:in), 2003, Unterschlagungsprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/14098
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