Der Kurzentwurf zielt darauf ab, den SuS ein vertieftes Verständnis der Reaktionen der Mainzer Bevölkerung auf die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler zu vermitteln. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, die unterschiedlichen Rollen von Mitläufern, Opportunisten und Widerständlern in diesem historischen Kontext herauszuarbeiten.
Der Kurzentwurf bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Machtübernahme in Rheinhessen, insbesondere dem 30. Januar in Mainz. Durch eine strukturierte Stundenplanung wird eine didaktische Herangehensweise vorgestellt, welche die differenzierte Betrachtung der Reaktionen der Mainzer Bürger auf die Ernennung Hitlers fördert. Dabei wird das Vorwissen der SuS genutzt, das bereits Kenntnisse über die Rollen von Mitläufern, Opportunisten und Widerständlern, verschiedene Staatsformen und zentrale Ereignisse des Jahres 1933 im Kontext der nationalsozialistischen Machtübernahme beinhaltet. Mit dem Ziel, das Verständnis der SuS für diese wichtige Phase der deutschen Geschichte zu vertiefen, werden im Kurzentwurf vielfältige Lernziele definiert. Zusätzlich wird eine Sachanalyse bereitgestellt, die den historischen Hintergrund beleuchtet und eine didaktische Reduktion erläutert, um das komplexe Thema schulisch zugänglich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernziele
2. Geplanter Verlauf
3. Bemerkungen zur Lerngruppe
4. Didaktische Bemerkungen
4.1 Sachanalyse
4.2 Didaktische Reflexion
4.2.1 Reduktion der Thematik
4.2.2 Verortung des Themas in der Reihe
4.2.3 Kompetenzerwerb anhand des Lehrplans
4.2.4 gesellschaftliche Relevanz des Themas
4.2.5 Bedeutung des Problemziels
4.2.6 Begründung der Quellenauswahl und Textauswahl
4.2.7 didaktische Begründung der Aufgabenstellung
4.2.8 didaktische Prinzipien
4.3 Methodische Bemerkungen
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
5.1 Literatur
5.2 Quellen
6. Anhang
6.1 Tafelbild mit Erwartungshorizont
6.2 Kurzdarstellung der Hausaufgabe
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Unterrichtseinheit ist es, historisches Urteilsvermögen zu fördern, indem die Schülerinnen und Schüler lernen, die Reaktionen der Mainzer Bevölkerung auf die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler anhand unterschiedlicher zeitgenössischer Quellen kritisch zu analysieren und multiperspektivisch zu bewerten.
- Analyse der politischen Stimmung in Mainz 1933
- Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Quellen (Zeitungsberichte)
- Differenzierung zwischen Mitläufern, Opportunisten und Widerständlern
- Förderung der Methoden- und Kommunikationskompetenz in Gruppenarbeit
- Verknüpfung lokaler Ereignisse mit der nationalen Geschichte
Auszug aus dem Buch
4.1 Sachanalyse
Mainz war damals wie heute eine wichtige Stadt der rheinhessischen Region. Die politische und wirtschaftliche Lage war zu Beginn der Dreißigerjahre in Mainz ebenso schlecht wie im gesamten Deutschen Reich. Ein Grund dafür war speziell in Rheinhessen die französische Besatzung von 1924 bis 1930. Zu Beginn spielten für die Nationalsozialisten in Mainz auch die heutige Landeshauptstadt von der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler betroffen. Als Adolf Hitler am 30. Januar 1933 von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, begann für das deutsche Volk eine neue Zeit. Auch in Mainz wurde die Nachricht von Hitlers Ernennung sehr unterschiedlich aufgenommen. So ereignete sich am selben Tag einerseits ein Fackelzug als Siegesfeier der NSDAP und gleichzeitig ein Protestmarsch der SPD und KPD.
Auch die Zeitungsberichte zu diesem Ereignis, die in den nachfolgenden Tagen in Mainz in Umlauf gebracht wurden, unterscheiden sich sehr stark in ihrer Stellungnahme und Berichterstattung. Hinzu kamen große Spannungsverhältnisse zwischen der katholischen Kirche im Bistum Mainz und den Nationalsozialisten. Eine ablehnende Haltung der katholischen Kirche wurde für einige Christen handlungsleitend. Auch, wenn nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die meisten Deutschen leugneten, Anhänger Hitlers gewesen zu sein, stieg die Anzahl der Sympathisanten durch radikale Parolen und dem brutalen Kampfgeist der SA und der SS auch in Rheinhessen stetig an. Ebenso stellten die Nationalsozialisten die politischen Probleme des Landes als Folgend des ersten ersten Weltkriegs dar, was in der Bevölkerung Emotionen wecken sollte und zur Eroberung politischer Macht führen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernziele: Definition der fachlichen, methodischen, sozialen und historisch-urteilenden Kompetenzen, die durch die Stunde erworben werden sollen.
2. Geplanter Verlauf: Detaillierte tabellarische Darstellung der Unterrichtsphasen von der Einleitung über die Erarbeitungsphasen bis zur Sicherung und abschließenden Hausaufgabe.
3. Bemerkungen zur Lerngruppe: Analyse der Zusammensetzung und des Leistungsstands der fiktiven Klasse 10b sowie deren Vorkenntnisse und Interessen.
4. Didaktische Bemerkungen: Methodisch-didaktische Begründung der Stunde inklusive Sachanalyse, Reduktion der Thematik und Einordnung in den Lehrplan.
5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Primärquellen für die vorliegende Unterrichtskonzeption.
6. Anhang: Bereitstellung der für den Unterricht notwendigen Materialien, insbesondere des Tafelbild-Erwartungshorizonts und Erläuterungen zur Hausaufgabe.
Schlüsselwörter
Mainz, 1933, Nationalsozialismus, Hitler-Ernennung, Quellenkritik, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Mitläufer, Fackelzug, Protestmarsch, politische Bildung, lokale Geschichte, Gruppenarbeit, politische Ordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Der Fokus liegt auf der lokalen Geschichte von Mainz im Jahr 1933 und der Reaktion der Mainzer Bevölkerung auf die Machtübernahme Hitlers.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Das Hauptthema ist die politische und soziale Situation zu Beginn der NS-Diktatur, analysiert durch den Vergleich verschiedener zeitgenössischer Quellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, bei den Lernenden historische Urteilsfähigkeit zu entwickeln, indem sie die Vielschichtigkeit historischer Ereignisse erkennen und bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quellenkritische Arbeitsweise kombiniert mit einem problemorientierten Unterrichtsdesign und Gruppenarbeit angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der historischen Ereignisse von 1933 in Mainz und eine didaktische Reflexion über die Vermittlung dieser Inhalte im Geschichtsunterricht.
Welches sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Die zentralen Begriffe sind Mainz, 1933, Nationalsozialismus, Quellenkritik und Multiperspektivität.
Warum wurde speziell Mainz als geografischer Fokus gewählt?
Der lokale Bezug macht das abstrakte historische Thema für die Schülerinnen und Schüler greifbarer und motiviert zu einer tieferen inhaltlichen Auseinandersetzung.
Wie gehen die Schüler mit den unterschiedlichen Quellen um?
In Gruppen analysieren sie die Texte kritisch, um herauszuarbeiten, welche Position die jeweilige Quelle vertritt und wie diese die damalige Ereigniswahrnehmung beeinflusste.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung der Zeitungen?
Die Zeitungen spiegeln je nach politischer Ausrichtung sehr unterschiedliche Sichtweisen wider, was zur Diskussion über Perspektivität anregt.
Welche Bedeutung hat das Tafelbild?
Das Tafelbild dient der Ergebnissicherung der Gruppenarbeitsphase und ermöglicht einen direkten Vergleich der verschiedenen Perspektiven der Mainzer Zeitungsberichte.
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- Anonym (Author), 2019, Die nationalsozialistische Machtübernahme in Rheinhessen. Eine didaktische Auseinandersetzung mit Mitläufern, Opportunisten und Widerständlern (Gymnasium, 10. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1395264