Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der politischen Ideale des Imperialismus des Deutschen Reiches zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert auf das Alltagsleben der europäischen Kernbevölkerung. Ziel ist es, die Präsenz von Kolonialpropaganda in der Populärkultur zu identifizieren und deren Bedeutung im Kontext der damaligen Gesellschaft zu verstehen.
Das deutsche Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert war durch imperialistische Bestrebungen geprägt. Diese Arbeit deckt auf, wie sich diese Ideale im Alltagsleben der Bevölkerung manifestierten, besonders in der Populärkultur. Durch die Definition und Erklärung des Imperialismus und des Kulturimperialismus im Kontext des „Rennens um einen Platz an der Sonne“ bietet die Arbeit einen historischen Hintergrund. Die Analyse fokussiert sich auf alltägliche Werbemittel der Epoche, wie Sammelkarten und Postkarten, und ergründet, wie diese zur Verbreitung imperialistischer Botschaften genutzt wurden. Der Abschluss reflektiert diese Erkenntnisse im Licht der wissenschaftlichen Diskussion und bewertet ihre Bedeutung in der Geschichte Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext und Theoriebegriffe
2.1 Die Definition des (Kultur-)Imperialismus
2.2 Imperialismus und Kolonisation im Deutschen Reich
3. Die Ideologie des Imperialismus in zeitgenössischen Werbemitteln
4. Forschungsdiskurs
5. Abschließende Bewertung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern politische Ideale des Imperialismus im Deutschen Kaiserreich zwischen 1884 und 1918 durch Kolonialpropaganda in der Populärkultur verankert wurden. Ziel ist es, die Funktion dieser Propaganda als Mittel zur innenpolitischen Legitimierung von Kolonialpolitik und zur Stärkung eines nationalen Zusammengehörigkeitsgefühls unter Rückgriff auf sozialdarwinistische Konzepte zu analysieren.
- Historische Einordnung des Imperialismus und Kulturimperialismus
- Analyse der deutschen Kolonialpolitik bis zum Ersten Weltkrieg
- Untersuchung von Alltagswerbemitteln als Propagandainstrumente
- Darstellung kolonialer Stereotype und des sozialdarwinistischen Weltbilds
- Reflexion des Kolonialdiskurses als Mittel der Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
3. Die Ideologie des Imperialismus in zeitgenössischen Werbemitteln
Mit dem langsam, aber sicherem Aufstreben der Kolonialpolitik durch die Anstrengungen deutscher Kaufleute und des Kaisers Wilhelm II. ab 1888 wurde die Idee einer deutschen Kolonialmacht Realität. Wie auch bei anderen europäischen Großmächten, versprach man sich durch die neugewonnenen Territorien auf den anderen Kontinenten einen Zugewinn von Rohstoffen, exotischen Gütern und Prestige, die im europäischen Heimatland für Arbeitsplätze, Industrie und Wohlstand sorgen sollten. Um das deutsche Volk auf den Richtungswechsel der außenpolitischen Bemühungen einzustimmen und von den Errungenschaften und der Ausbeute aus Übersee zu überzeugen, bediente man sich hier der propagandistischen Nutzung aller zurzeit bekannter Medien. Hier soll nun analysiert werden, wie Werbemittel in der Zeit des deutschen Kolonialismus genutzt wurden, um die Kernaspekte des imperialistischen Bestrebens des Reiches zu visualisieren und auf das allgemeine Bewusstsein des Volkes zu transferieren. Wie der Imperialismus also in gewisser Weise in die alltägliche Populärkultur des deutschen Bürgers dieser Zeit eingearbeitet wurde.
Die Abbildung 1 zeigt eine Sammelkarte im Postkartenformat des Lebensmittelherstellers „Liebig“, welcher den nach Erfindung des Chemikers Justus von Liebig produzierten „Fleischextrakt“ bewirbt. Dieser Fleischextrakt wurde zunächst als Heilmittel gegen die Cholera entwickelt, wurde aber nach einiger Zeit auch als gern verwendetes Mittel zur Verfeinerung von Speisen genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie imperiale Ideale des Deutschen Reiches die Populärkultur des Alltags durchdrangen.
2. Historischer Kontext und Theoriebegriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Imperialismus und Kulturimperialismus und erläutert die Besonderheiten der deutschen Kolonialgeschichte.
2.1 Die Definition des (Kultur-)Imperialismus: Es wird analysiert, wie europäische Großmächte durch Dominanzansprüche und die Verbreitung eigener kultureller Normen imperiale Herrschaft ausübten.
2.2 Imperialismus und Kolonisation im Deutschen Reich: Das Kapitel beleuchtet den späten Einstieg Deutschlands in die Kolonialpolitik und den Wandel unter Kaiser Wilhelm II.
3. Die Ideologie des Imperialismus in zeitgenössischen Werbemitteln: Die Untersuchung zeigt anhand konkreter Bespiele wie Sammelkarten, wie Kolonialpropaganda in den Alltag des deutschen Bürgers integriert wurde.
4. Forschungsdiskurs: Ein Überblick über den wissenschaftlichen Diskurs zum Kolonialdiskurs und die Konstruktion eines "Anderen", um die eigene Identität zu festigen.
5. Abschließende Bewertung: Das Fazit fasst zusammen, dass Kolonialpropaganda als Ventil für innenpolitische Probleme diente und eine Ideologie der Überlegenheit vermittelte.
Schlüsselwörter
Imperialismus, Kulturimperialismus, Kolonialpolitik, Deutsches Kaiserreich, Propaganda, Populärkultur, Sozialdarwinismus, Identitätsbildung, Sammelkarten, Kolonialausstellungen, Exotik, Fremdheitskonstruktion, Überlegenheit, Nationalstaat, Kolonialgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie imperiale Ideale des Deutschen Reiches zwischen 1884 und 1918 mithilfe von Kolonialpropaganda in der Populärkultur des Alltags verbreitet wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Geschichte der deutschen Kolonialpolitik, die Definition des Kulturimperialismus und die propagandistische Instrumentalisierung von Alltagsmedien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, wie durch Werbemittel und populärkulturelle Angebote ein kolonialistisches Weltbild im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung verankert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quellenbasierte Analyse, wobei zeitgenössische Zeugnisse wie Sammel- und Postkarten als primäre Werbemittel theoretisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Imperialismus, dem historischen Kontext deutscher Kolonialbestrebungen und der konkreten Analyse von Werbemitteln wie Liebig-Sammelkarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Imperialismus, Kolonialpropaganda, Sozialdarwinismus, Kulturimperialismus und nationale Identität charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Begriff "Schauri" in den Werbemitteln?
Der Begriff "Schauri" (Beratung) wird auf den Postkarten genutzt, um eine vermeintliche Verhandlungssituation zu inszenieren, die die koloniale Hierarchie und die Rolle der "Kultivierer" unterstreichen soll.
Warum wird der Begriff "Hosennigger" im Kontext der Arbeit erwähnt?
Der Begriff illustriert den Zwiespalt der Kolonialherren, da er die Ablehnung gegenüber jenen Afrikanern bezeichnete, die versuchten, sich europäische Kleidung und Verhaltensweisen anzueignen.
- Arbeit zitieren
- Dominik Kruczinski (Autor:in), 2022, Imperialistische Ideale in der Populärkultur. Eine Analyse der Kolonialpropaganda im Deutschen Reich des 19. und 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1395193