1.Einleitung
Durch mein Referat zum Thema „Sind Männer immer noch das mächtige Geschlecht?“ habe ich mich mit der Verteilung von Macht- und Führungspositionen innerhalb der BRD beschäftigt. Wir kamen zu dem Ergebnis dass in allen Bereichen ein starkes Ungleichgewicht besteht. So sind nur etwa 1/3 der Führungspositionen von Frauen besetzt, die Erwerbslosigkeit bei Frauen liegt immer noch deutlich über der der Männer und auch die Einkommensunterschiede zeigen eine deutliche Benachteiligung. Dabei wäre es selbstverständlich Wünschenswert diese Ungleichverhältnisse aufzuheben, einerseits aus ethnischer Sicht, da Gleichberechtigung und Chancengleichheit zentrale Werte unserer Gesellschaft sind, im Grundgesetzt verankert, formal gegeben aber faktisch nicht umgesetzt. Gleichzeitig wird enormes gesellschaftliches aber auch wirtschaftliches Potential verschwendet. Sowohl weiblich konnotierte Fähigkeiten in Führungspositionen als auch männlich konnotierte Fähigkeiten in z.B. sozialen Gebieten, oder der Familiengestaltung bergen Entwicklungspotential und Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung sowie Optionen zur individuellen Lebensgestaltung. All dies sind Gründe sich weiterhin für Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Ein aktuelles Konzept zur Verwirklichung dieser Forderungen stellt der Gender Mainstreaming Ansatz dar. Im Folgenden werde ich diesen Ansatz vorstellen, die Fragen beantworten wie dieser Ansatz verwirklicht werden kann und wer die Verantwortung dafür zu tragen hat. Anschließend gehe ich kurz auf den Anknüpfungspunkte von Gender Mainstreaming und Erwachsenenbildung ein.
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Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Hauptteil
2. Begriffsklärung
2.1.Definition
2.1.2 Geschichtliche Entstehung
2.1.3 Gender Mainstreaming in der Organisationsentwicklung
2.2.Methoden
2.2.1 Die 3-R-Methode
2.3 Akteure des Gender Mainstreaming
2.3.1 Führungskräfte
2.3.2 Betätigungsfelder für Erwachsenenbildner
5. Schluss
4.Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung von Gender Mainstreaming innerhalb der Organisationsentwicklung mit dem spezifischen Ziel, bestehende Geschlechterungleichgewichte in Führungspositionen abzubauen und das gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Potenzial durch die Integration der Geschlechterperspektive zu nutzen.
- Analyse der Geschlechterverteilung und Machtverhältnisse in Organisationen.
- Theoretische Grundlagen und geschichtliche Entwicklung des Konzepts Gender Mainstreaming.
- Methodische Ansätze zur Umsetzung, insbesondere die 3-R-Methode und die 6-Schritt-Methode.
- Rolle der Führungskräfte bei der Gestaltung geschlechtersensibler Organisationsstrukturen.
- Bedeutung von Gender-Kompetenzen und Beratungsangeboten in der Erwachsenenbildung.
Auszug aus dem Buch
2.1.Definition
Gender Mainstreaming besteht in der (Re)-Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, das die an politischer Gestaltung beteiligten Akteurinnen und Akteure die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen integrieren.“ (Doblhofer/Küng 2008, S.26)
Den Begriff „Gender Mainstreaming“ in das Deutsche zu übersetzen ist nicht ohne weiteres möglich. Für das Wort „gender“ gibt es kein deutsches Äquivalent, der Begriff „soziales Geschlecht“ entspricht wohl in etwa der Bedeutung. Theoretische Grundlage für „Gender Mainstreaming“ ist also zunächst die Annahme dass Geschlecht nicht nur eine biologische sondern auch sozial determinierte Kategorie ist. Interpretations- und Verhaltensmuster werden kulturell festgelegt und sind somit auch veränderbar. Allerdings bilden diese Unterschiede die Grundlage der Chancenungleichheit und Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft.
Mainstream kann mit Hauptstrom übersetzt werden, „Mainstreaming“ ist also ungefähr gleichbedeutend mit „in den Hauptstrom bringen“. In diesem Zusammenhang geht es also darum die Kategorie Geschlecht in den „Hauptstrom“ von Denk- und Entscheidungsmuster zu bringen. Entscheidungen in Politik und Wirtschaft sollen auch immer unter dem Blickwinkel der unterschiedlichen Lebenswelten von Männern und Frauen überprüft werden.(vgl. Doblhofer/Küng 2008 S. 26)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das Ungleichgewicht bei der Verteilung von Macht- und Führungspositionen in der Bundesrepublik Deutschland und führt Gender Mainstreaming als zentrales Konzept zur Erreichung von Chancengleichheit ein.
2. Hauptteil: Der Hauptteil liefert die theoretische Fundierung des Konzepts sowie praktische Methoden für dessen Implementierung in Organisationen.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert Gender Mainstreaming und erläutert dessen geschichtliche Herleitung von den Weltfrauenkonferenzen bis hin zur Integration in EU-Recht.
2.1.Definition: Dieser Abschnitt erläutert die terminologischen Schwierigkeiten bei der Übersetzung von „Gender“ und setzt das Konzept als sozial determinierte Kategorie in den Kontext politischer Entscheidungsprozesse.
2.1.2 Geschichtliche Entstehung: Hier wird der zeitliche Verlauf der Institutionalisierung von Gender Mainstreaming von 1985 in Nairobi bis zur Umsetzung in der Bundesrepublik Deutschland ab 1999 nachgezeichnet.
2.1.3 Gender Mainstreaming in der Organisationsentwicklung: Das Kapitel beschreibt, wie durch gezielte Prozessveränderungen in Unternehmen Chancengleichheit operationalisiert werden kann, um sowohl Motivations- als auch Effizienzsteigerungen zu erzielen.
2.2.Methoden: Hier werden grundlegende Instrumente zur Analyse und Umsetzung des Konzepts vorgestellt, um von der Theorie zur praktischen Anwendung zu gelangen.
2.2.1 Die 3-R-Methode: Dieses Kapitel erklärt die Gender-Analyse anhand der drei Dimensionen Repräsentation, Ressourcen und Realitäten, um geschlechtsbezogene Unterschiede in Organisationen aufzudecken.
2.3 Akteure des Gender Mainstreaming: Dieses Kapitel betrachtet die notwendigen Hierarchieebenen für den Prozess und ordnet die Rollen der verschiedenen Beteiligten ein.
2.3.1 Führungskräfte: Hier wird die zentrale Verantwortung des Managements bei der Gestaltung der Unternehmenskultur und der Bereitstellung notwendiger Ressourcen für Gender-Maßnahmen betont.
2.3.2 Betätigungsfelder für Erwachsenenbildner: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie Erwachsenenbildner durch Gender-Trainings und externe Beratung zur Kompetenzentwicklung in Organisationen beitragen können.
5. Schluss: Die Schlussbetrachtung hebt die Bedeutung von Gender Mainstreaming für die Erwachsenenbildung und Weiterbildung als neues Berufsfeld und strategisches Entwicklungsinstrument hervor.
4.Literatur: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und weiterführenden Ressourcen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Gender Mainstreaming, Organisationsentwicklung, Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit, 3-R-Methode, Führungskräfte, Unternehmenskultur, Erwachsenenbildung, Gleichstellungspolitik, soziale Determinierung, Gender-Analyse, Personalentwicklung, Ressourcenmanagement, Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Gender Mainstreaming und dessen Anwendung sowie Bedeutung im Kontext der Organisationsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Begriffs, der historischen Entwicklung, den methodischen Ansätzen zur Implementierung (wie der 3-R-Methode) und den Rollen der Akteure in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Gender Mainstreaming bestehende Ungleichheiten abgebaut und Organisationen durch die Einbeziehung der Geschlechterperspektive effizienter und zukunftsorientierter gestaltet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um theoretische Konzepte und methodische Werkzeuge (z.B. 3-R-Methode, 6-Schritt-Methode) für den Kontext der Organisationsentwicklung aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffs- und Methodenklärung sowie eine Analyse der Akteure, wobei er sowohl die theoretischen Hintergründe als auch praktische Instrumente für Führungskräfte und Erwachsenenbildner darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gender Mainstreaming, Chancengleichheit, Organisationsentwicklung, Gender-Analyse und Führungskultur.
Warum wird Gender Mainstreaming als Top-Down-Prozess bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass eine erfolgreiche Implementierung die Bereitstellung von Ressourcen und die Veränderung der Leitlinien erfordert, was zwingend von den oberen Managementebenen ausgehen muss.
Welche Bedeutung kommt der Erwachsenenbildung bei der Umsetzung zu?
Erwachsenenbildner fungieren als Mediatoren, die durch Trainings, Sensibilisierungsworkshops oder externe Beratungsdienstleistungen die notwendigen Gender-Kompetenzen in die Organisationen tragen.
- Arbeit zitieren
- Bernd Kugler (Autor:in), 2008, Gender Mainstreaming in der Organisationsentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/139416