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Stellungnahmen Richard Thurnwalds und Wilhelm Schmidts zur Rassenhygiene

Nationalsozialistisch intendiert oder fälschlich in diesem Kontext gesehen?

Title: Stellungnahmen Richard Thurnwalds und Wilhelm Schmidts zur Rassenhygiene

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carina Bauer (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Summary Excerpt Details

Die Rassenhygiene, auch Eugenik genannt, stellt das Bestreben, eine bestimmte „Rasse“ rein und somit frei von Einflüssen und Merkmalen anderer Rassen im Erbgut zu erhalten, beziehungsweise diese Reinheit wiederherzustellen, dar, und resultiert aus Erkenntnissen der Humangenetik. Ihre Anwendung auf Bevölkerungen ist unter anderem motiviert durch den Glauben an die genetische und kulturelle Degeneration der Menschheit, wie auch durch den Versuch der Lenkung und Neuordnung der sexuellen Beziehungen unter rationalistischen Gesichtspunkten. Weiterhin beruht die Rassenhygiene auf sozialdarwinistischen Überlegungen, wohingegen soziale Faktoren und kulturell Tradiertes oft als sekundär behandelt werden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde eine Radikalvariante der Eugenik praktiziert, in der man durch Eheverbote, Zwangssterilisation und Euthanasie den von der Reichsregierung un-erwünschten „Zuchtvarianten“ entgegenwirken und die sich aus dieser Anschauung ergebenden Verbrechen rechtfertigen wollte. Am 1. 1. 1934 wurde das erste rassenhygienische Gesetzeswerk unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland wirksam, das unter anderem Menschen zur Sterilisation zwang, die als Alkoholiker, schizophren oder manisch- depressiv eingestuft wurden, an Epilepsie litten oder körperlich behindert waren. Am 18. 10. 1935 trat weiterhin das „Ehegesund-heitsgesetz“ in Kraft, welches Deutschen die Heirat und Zeugung von Nachkommen mit Juden verbot. Wie ließ sich nun aber feststellen, wer „die Deutschen“ waren beziehungsweise wer aufgrund von Mischungen in seinem Genmaterial noch in diese Kategorie fiel und wer nicht?
Im Folgenden soll auf Grundlagen der rassenhygienischen Bewegung und Ansätze und Ziele bei Richard Thurnwald und Pater Wilhelm Schmidt eingegangen werden. Nach einem Vergleich dieser beiden soll erörtert werden, inwieweit die Ausführungen dieser Autoren für das nationalsozialistische Regime verwendbar waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Über Eugenik im nationalsozialistischen Deutschland

B 1. biographischer Überblick über die behandelten Autoren

1.1 Wilhelm Schmidt

1.2 Richard Thurnwald

2. Richard Thurnwald:

2.1 Lenkung der Zuchtvarianten

2.2 Definition von Rasse und anderen im Zusammenhang mit der Rassenpflege relevanten Begriffen, Ursprünge der rassehygienischen Bestrebungen

2.3 Gründe für und Ziele der Rassenhygiene, rassebildende Faktoren, Häufung dieser in jüdischen Gemeinschaften

3. Wilhelm Schmidt:

3.1 Zusammenhang von Seele, körperlichen Anlagen und Umwelt

3.2 Vorschlag zum Umgang mit der zeitgenössischen Situation: Erziehung, Verantwortung und Zusammengehörigkeitsgefühl

4. Prüfung der Präsenz einer nationalsozialistischen Intention in den Aussagen Thurnwalds und Schmidts

5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten Bei Thurnwald und Schmidt

C Die Wurzeln des europäischen Rassismus im 18. Jahrhundert

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rassenhygienischen Positionen der Ethnologen Richard Thurnwald und Wilhelm Schmidt während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit ihre wissenschaftlichen Ausführungen eine spezifisch nationalsozialistische Intention verfolgten oder ob sie fälschlicherweise in diesen Kontext eingeordnet werden.

  • Biographische Einordnung von Thurnwald und Schmidt
  • Analyse der rassenbiologischen und eugenischen Konzepte beider Autoren
  • Vergleich der Bedeutung von Seele, Umwelt und Erziehung im Kontext der Rassenpflege
  • Untersuchung der Übereinstimmungen und Differenzen zum nationalsozialistischen Gedankengut
  • Historische Herleitung des europäischen Rassismus seit dem 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

2.1 Lenkung der Zuchtvarianten

Die zentrale Frage in Thurnwalds Ausführungen ist, welche Gesellschaften vom historischen Prozess gesiebt werden und somit überleben. Er arbeitet sich zur Belegung dessen in seinen Artikeln „Zur Kritik der Gesellschaftsbiologie“ (1924) und „Rassenwandel im Lichte der Völkerforschung“ (1938) von der Altsteinzeit in die heutige Zeit vor. Zunächst erklärt er die Rassenbildungen durch Beobachtungen bei „primitiven Völkern“ (Thurnwald 1924: 462), was für ihn einen gewissen Rückschluss auf frühere Zustände der Menschheit zulässt. Die in der Altsteinzeit vorhandenen Gruppen von Menschen, innerhalb derer sie sich fortpflanzten, seien, wie die bei ´primitiven Völkern´, sehr klein gewesen, was zu einer Häufung ähnlicher Anlagen führte. Diese Fortpflanzung in kleinen Gemeinschaften habe nach mehr oder weniger festen Regeln stattgefunden. Eine Anpassung an Lebensbedingungen wie Klima und Ernährungsmöglichkeiten sei unabdingbar gewesen, was die Menschentypen, die sich in den Vorgängen der Evolution behaupten konnten, geprägt hätte (463).

Somit gestalteten sich einzelne Stämme, die man heute Systemrassen nennt und als eine Zusammenfassung von durch ähnliche Eigenschaften ausgezeichnete, gleichzeitig lebenden Lokalgruppen definiert. Durch Verbindung relativ naher Verwandter haben sich also im Lauf der Zeit Gruppen mit der dominanten Ausprägung eines bestimmten Typs herauskristallisiert (Thurnwald 1923: 403), die durch geographische Grenzen von anderen abgetrennt waren. „In derartigen Gruppen verbanden sich die Eigenheiten der somatischen Erscheinung mit solchen psychischer Charaktere, wie sie durch die siebende Wirkung (Auslese und Ausmerze) der ganzen Lebensführung bedingt wurde“ (403). In diesen Gemeinschaften existierten Heiratsordnungen, um ein friedliches Nebeneinanderleben der verschiedenen Gesellschaften zu erhalten. Diese Regeln seien zudem noch wirtschaftlich motiviert gewesen, da der Austausch von Mädchen meist auch den von Geschenken mit sich brachte, woraus wiederum neue Stämme entstanden seien, was Thurnwald darauf schließen lässt, dass es nicht zuletzt um eine gerichtete Fortpflanzung ging, was wiederum die Gestaltung von Lokalrassen bedeutete.

Zusammenfassung der Kapitel

A Über Eugenik im nationalsozialistischen Deutschland: Einführung in die rassenhygienischen Bestrebungen und den historischen Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands.

B 1. biographischer Überblick über die behandelten Autoren: Kurzvorstellung der Ethnologen Wilhelm Schmidt und Richard Thurnwald als Grundlage für die spätere Analyse.

2. Richard Thurnwald: Darstellung der rassenhygienischen Theorien Thurnwalds, insbesondere zu Fragen der Zuchtwahl und Rassenbildung.

3. Wilhelm Schmidt: Analyse der theologisch geprägten Rassenauffassung Schmidts unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von Seele und Vererbung.

4. Prüfung der Präsenz einer nationalsozialistischen Intention in den Aussagen Thurnwalds und Schmidts: Kritische Untersuchung, ob die Theorien der Autoren direkt zur Rechtfertigung der NS-Verbrechen dienten oder als solche missbraucht wurden.

5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten Bei Thurnwald und Schmidt: Synoptischer Vergleich der beiden Denker hinsichtlich ihrer Datenerhebung und ideologischen Grundhaltung.

C Die Wurzeln des europäischen Rassismus im 18. Jahrhundert: Historische Rückblende auf die Aufklärung und die Entwicklung antisemitischer Denkmuster.

Schlüsselwörter

Rassenhygiene, Eugenik, Ethnologie, Nationalsozialismus, Richard Thurnwald, Wilhelm Schmidt, Kulturkreislehre, Rassismus, Antisemitismus, Vererbung, Seele, Erziehung, Systemrassen, Sozialdarwinismus, Völkerforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser ethnologischen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftlichen Positionen von Richard Thurnwald und Wilhelm Schmidt zur Rassenhygiene im Kontext des Nationalsozialismus.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Themen sind die Definition von Rasse, die Rolle der Erziehung und der Seele bei der Zuchtplanung sowie die historische Genese des europäischen Rassismus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die rassenhygienischen Thesen von Thurnwald und Schmidt nationalsozialistisch intendiert waren oder ob sie nur teilweise in diesem Kontext verwendet wurden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und ideengeschichtliche Untersuchung, die primäre Quellen der Autoren mit historischem Kontextwissen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte beider Autoren, vergleicht ihre Ansichten zu Rasse und Gesellschaft und prüft ihre ideologische Nähe zum NS-Regime.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rassenhygiene, Kulturkreislehre, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und die Rolle des Individuums gegenüber der Gemeinschaft.

Wie unterscheidet Thurnwald den Begriff der "Systemrasse" von der "biologischen Rasse"?

Thurnwald definiert Systemrassen als zeitliche Querschnitte durch die Menschheit, während die biologische Rasse die genealogische Fortpflanzungsreihe über Generationen beschreibt.

Warum stand das NS-Regime Schmidt trotz seiner antisemitischen Ansichten kritisch gegenüber?

Obwohl Schmidt antisemitisch war, basierte seine Ideologie auf einem katholisch-theologischen Fundament, das in Konkurrenz zur rein nationalsozialistischen Rassenideologie stand.

Welche Rolle spielt die "Seele" in Schmidts Theorie?

Für Schmidt ist die Seele bei jedem Menschen neu geschaffen und kann durch Erziehung und freien Willen die körperlichen Vererbungsvorgänge beeinflussen.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Intention beider Autoren?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass beide Autoren die von den Nationalsozialisten durchgeführte Massentötung der Juden nicht aktiv unterstützen wollten.

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Details

Title
Stellungnahmen Richard Thurnwalds und Wilhelm Schmidts zur Rassenhygiene
Subtitle
Nationalsozialistisch intendiert oder fälschlich in diesem Kontext gesehen?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Course
Ethnologie und Nationalsozialismus
Grade
1,3
Author
Carina Bauer (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V139363
ISBN (Book)
9783640492879
ISBN (eBook)
9783640493197
Language
German
Tags
Stellungnahmen Richard Thurnwalds Wilhelm Schmidts Rassenhygiene Nationalsozialistisch Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carina Bauer (Author), 2007, Stellungnahmen Richard Thurnwalds und Wilhelm Schmidts zur Rassenhygiene, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/139363
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