Die Konfrontation mit geschlechtsspezifischen Rollenbildern beginnt schon im Kindesalter. Auch in der Schule werden Rollenbilder vermittelt, gefestigt oder erweitert. Die Kinder werden mit Gender konfrontiert: in Unterrichtsmaterialien, wie z.B. in Schulbüchern und in Arbeitsblättern oder durch das Lernen in Gruppen, welche aus Mädchen und Jungen bestehen. Eine sehr wichtige Rolle spielt hierbei die Lehrkraft, denn auch diese agiert immer in ihrer Geschlechtsrolle. Es liegt größtenteils in der Hand der Lehrkraft welche Unterrichtsmaterialien genutzt werden. Die Art und Weise wie dieser Beruf ausgeübt wird, bedingt bei den Schülern und Schülerinnen eine Auswirkung auf das Selbstbild der Kinder und auf das Bild des anderen Geschlechts. Das Thema Gender spielt auch in den epochaltypischen Schlüsselproblemen nach Wolfgang Klafki eine Rolle. Das erste Schlüsselproblem beinhaltet das Verhältnis der Geschlechter. Dazu gehören die sozialen Beziehungen und die Gleichstellung von Jungen und Mädchen. Um dem gerecht zu werden ist es von Bedeutung, dass Lehrkräfte über Genderkompetenz verfügen. Die folgende Arbeit beschäftigt sich daher mit dem Thema Gender. Die Bedeutung der Genderkompetenz für Lehrkräfte steht hierbei im Fokus.
Inhaltsverzeichnis des E-Books
1. Defintion
1.1 Sex, Gender, Doing-Gender
1.2 Genderkompetenz
2. Genderkompetenz in der Schule
2.1 Gender und Schule
2.2 Rolle der Lehrkraft
3. Lehrkräfte konstruieren Geschlechterdifferenzen
4. Bezug zum Sachunterricht
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Genderkompetenz für Lehrkräfte in der Schule. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie geschlechtsspezifische Stereotype den Schulalltag beeinflussen und warum eine geschlechtssensible Haltung von Lehrpersonen essenziell ist, um Chancengleichheit zwischen Mädchen und Jungen zu fördern.
- Theoretische Abgrenzung von Sex, Gender und Doing-Gender
- Analyse der Rolle der Lehrkraft bei der Vermittlung von Normen
- Konstruktion von Geschlechterdifferenzen durch pädagogische Erwartungen
- Integration von Genderaspekten in den Sachunterricht
- Methoden zur Förderung geschlechtssensiblen Verhaltens in der Klasse
Auszug aus der Publikation
1.1 Sex, Gender, Doing-Gender
Zur Klärung des Begriffs Geschlecht unterscheidet man zwischen „Sex“ und „Gender“. „Sex“ meint das biologische Geschlecht. Damit werden die biologischen Körperteile bezeichnet, welche Frauen und Männer voneinander unterscheiden. Jedoch wird das Geschlecht, auch wenn es eine biologische Grundlage hat, individuell ausgelebt. Dabei spielen Geschlechterbilder, welche von der Gesellschaft vermittelt werden, eine Rolle. Mit „Gender“ ist das kulturell und gesellschaftlich bestimmte Geschlecht gemeint.
Prozesse, in denen die Menschen selbst dazu beitragen, dass es Geschlechterbilder bzw. kulturelle Geschlechtsunterschiede gibt, nennt man Doing-Gender. Beispiele sind Individuen, welche sich entsprechend der männlichen und weiblichen Geschlechterbilder verhalten und somit einen Beitrag dazu leisten, dass diese sich manifestieren. Doing-Gender bildet die Grundlage dafür, dass Geschlechterverhältnisse als normal angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Defintion: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Abgrenzung zwischen biologischem Geschlecht (Sex), kulturell geprägter Identität (Gender) und aktiv handelndem Geschlechtsverhalten (Doing-Gender).
2. Genderkompetenz in der Schule: Es wird dargestellt, dass Genderkompetenz die Fähigkeit beschreibt, Geschlechterungerechtigkeiten zu erkennen und diesen aktiv entgegenzuwirken, wobei die Lehrkraft eine durch ihre Vorbildfunktion zentrale Rolle einnimmt.
3. Lehrkräfte konstruieren Geschlechterdifferenzen: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie bewusste oder unbewusste Stereotype von Lehrkräften die Leistungsbewertung und Schullaufbahnempfehlungen beeinflussen.
4. Bezug zum Sachunterricht: Hier wird erläutert, wie der Sachunterricht dazu beitragen kann, gesellschaftlich relevante Geschlechterrollen zu reflektieren und Kindern Kompetenzen zum Abbau von Chancenungleichheit zu vermitteln.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Genderkompetenz eine notwendige Voraussetzung für eine gerechte Pädagogik ist und Lehrkräfte dazu befähigen muss, den Unterricht jenseits einschränkender Stereotype zu gestalten.
Schlüsselwörter
Genderkompetenz, Doing-Gender, Geschlechterrolle, Chancengleichheit, Lehrkraft, Stereotype, Geschlechterdifferenz, Schulerziehung, Sachunterricht, Geschlechtssensible Pädagogik, Identitätsentwicklung, Bildungsauftrag, Gender.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit einer reflexiven Genderkompetenz bei Lehrkräften, um einen geschlechtergerechten Unterricht zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Geschlechtsbegriffen, die Einflüsse von Rollenbildern in der Schule sowie pädagogische Ansätze zur Förderung der Chancengleichheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, inwiefern Lehrkräfte über Genderkompetenz verfügen müssen, um aktiv gegen die Aufrechterhaltung von Geschlechterstereotypen in der Schule zu arbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung, die auf Fachliteratur und aktuellen bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen zur Genderdidaktik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konstruktion von Geschlechterdifferenzen im Unterricht und die spezifische Bedeutung dieses Themas für den Grundschul-Sachunterricht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Besonders prägend sind Genderkompetenz, Doing-Gender und die Reflexion über geschlechtsspezifische Benachteiligungen im Bildungskontext.
Was bedeutet der Begriff "Doing-Gender" im schulischen Kontext?
Er beschreibt das eigene, aktive Handeln von Individuen (Schülern wie Lehrern), durch das Geschlechterrollen erst stabilisiert und sichtbar gemacht werden.
Wie wirken sich Stereotype konkret auf die Leistungsbewertung aus?
Die Arbeit zeigt, dass beispielsweise in Mathematik Jungen oft höhere Kompetenzen zugesprochen werden, während Mädchen im Fach Deutsch als kompetenter gelten, was sich direkt auf die Benotung und Empfehlungen auswirken kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Inwieweit benötigen Lehrkräfte Genderkompetenz in der Schule?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1382533