Wie hat sich das heutige Verständnis von ‚außerschulischer politischer Jugendbildung‘ im Kontext geschichtlicher Entwicklung verändert und entwickelt?
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Perspektiven und der Bedeutung von außerschulischer politischer Jugendbildung im historischen Kontext, um die gegenwärtigen Zielrichtungen, Debatten und Herausforderungen rund um die politische Bildung besser einordnen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten
2.1. Politische Bildung
2.2. Politische Erziehung
2.3. Politische Sozialisation
2.4. Politikdidaktik
3. Geschichtliche Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung
3.1. 19. Jahrhundert bis Ende Kaiserreich
3.2. Weimarer Republik
3.3. Nationalsozialismus
3.4. Deutsche Demokratische Republik (DDR)
3.5. Bundesrepublik Deutschland (BRD)
3.6. Vereinigtes Deutschland ab 1990
4. Heutige Herausforderungen
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland, um aktuelle Herausforderungen und Zielsetzungen besser einordnen zu können. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie sich das heutige Verständnis von „außerschulischer politischer Jugendbildung“ im Verlauf der geschichtlichen Etappen verändert und entwickelt hat.
- Historische Rekonstruktion politischer Bildung vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
- Klärung zentraler Begrifflichkeiten wie politische Bildung, Erziehung, Sozialisation und Politikdidaktik.
- Analyse der Trägerkulturen und politischen Einflüsse in verschiedenen Epochen (Kaiserreich, Nationalsozialismus, DDR, BRD).
- Einfluss der Re-Education-Politik und des Beutelsbacher Konsens auf das moderne Selbstverständnis.
- Diskussion heutiger Herausforderungen durch gesellschaftspolitische Krisen und Globalisierungsprozesse.
Auszug aus dem Buch
Die 60er und 70er
Der entscheidende Grundstein für die Verwissenschaftlichung der politischen Bildung wurde in den 60er Jahren mit den ersten Professuren in der Disziplin ‚Didaktik der politischen Bildung‘ gelegt. Gegenstand der Disziplin waren Fragen rund um das professionelle Handeln von Lehrkräften und das politische Lernen. Diese Professuren der Politikdidaktik deckten nicht mehr nur noch die Lehramtsstudiengänge für politischen Fachunterricht ab, sondern weiteten das Forschungsfeld auf alle pädagogischen Praxisfelder der innerschulischer und außerschulischer politischen Bildung aus (Sander/Pohl 2022: 10).
Durch das Jugendwohlfahrtsgesetz 1961 erhielte das Jugendamt im rechtlichen Rahmen die Aufgabe, unter anderem politische Bildung zu fördern und anzuregen (JWG 1961: §5, Abs. 1). Ab Mitte der 70er Jahre wurde die politische Bildung durch die Verabschiedung von Jugendbildungsgesetzen Bestandteil von Bildungsreformen. Außerdem wurde politische Bildung dem Begriff des ‚lebensbegleitenden Lernens‘ zugeordnet, um auch jungen Erwachsenen Bildungsangebote im Themenbereich der politischen Bildung zu gestatten (Hafeneger 2022: 177).
In den 70ern kritisierten jugendliche Protest- und Bildungsbewegungen das traditionelle Rollenverständnis und die konventionellen Lernmethoden. Durch diese Protestwelle entstanden neue Gesetze zu Fördermöglichkeiten der politischen Bildung. Neue Bildungswerke, wie selbstorganisierte Tagungshäuser, Jugendbildungsstätten und Bildungsinitiativen gründeten sich. Dieser Entwicklungsprozess der politischen Jugendbildung war geprägt von experimentellen Methoden und konzeptionellen Diskursen. In dieser Phase wurde die reine Wissensvermittlung und der Frontalunterricht des politischen Lernens hinterfragt. Demgegenüber hat sich politische Bildung zu einem Verständnis des selbstständigen Lernens, der Handlungsorientierung und dem Projektlernen entwickelt. Die Maxime lautete, individuelle und gesellschaftliche Erfahrungen aufzugreifen und zu sammeln, daran anzusetzen (Schröder 2013: 173–174).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Dimension politischer Bildung und definiert den Fokus auf die außerschulische politische Jugendbildung inklusive der zugrundeliegenden Fragestellung.
2. Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, insbesondere die Unterschiede zwischen politischer Bildung, Erziehung, Sozialisation und der Politikdidaktik als unterstützender Wissenschaft.
3. Geschichtliche Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung: Eine chronologische Rekonstruktion, die den Bogen vom 19. Jahrhundert über die diktatorischen Regime bis zur BRD und dem vereinigten Deutschland spannt.
4. Heutige Herausforderungen: Dieses Kapitel analysiert aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen wie Pandemien, Digitalisierung und Rechtsextremismus im Kontext der historischen Entwicklung.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der geschichtlichen Entwicklung zusammen und leitet zukünftige Forschungsnotwendigkeiten ab.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, außerschulische Jugendarbeit, historischer Kontext, Beutelsbacher Konsens, Politikdidaktik, Demokratiebildung, Re-Education, politische Mündigkeit, Sozialisation, Jugendhilfe, Jugendwohlfahrtsgesetz, historische Epochen, Partizipation, gesellschaftspolitische Herausforderungen, Transformationsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und das Verständnis der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die historischen Epochen, die theoretischen Begrifflichkeiten der politischen Bildung sowie deren rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das heutige Verständnis von außerschulischer politischer Jugendbildung im Kontext historischer Wandlungen entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historische Rekonstruktion, die auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen bildungswissenschaftlichen Diskurse und historischen Epochen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Begriffsklärung und eine chronologische Aufarbeitung der politischen Jugendbildung vom Kaiserreich bis ins vereinte Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind politische Bildung, außerschulische Jugendarbeit, Beutelsbacher Konsens, historische Entwicklung, Demokratisierung und politische Mündigkeit.
Wie prägte der Beutelsbacher Konsens die politische Bildung?
Er etablierte die drei unumgänglichen Gebote der Kontroversität, des Überwältigungsverbot und der Schüler:innenorientierung als verbindliche Basis für politische Bildung.
Welchen Einfluss hatten diktatorische Systeme auf die politische Jugendbildung?
In Systemen wie dem Nationalsozialismus oder der DDR wurde politische Bildung ideologisch instrumentalisiert, um durch staatliche Monopolstellung eine konforme Parteijugend zu erziehen.
Warum wird die Re-Education-Politik so stark hervorgehoben?
Sie gilt als Gründungsmoment der modernen westdeutschen politischen Bildungsinstitutionen und beeinflusst durch die staatliche Förderkultur bis heute die außerschulische Angebote.
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- Anonym (Author), 2022, Die geschichtliche Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1380219