Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Delphi Methode oder auch Delphi-Befragung als Instrument der Medienforschung. Einleitend wird kurz erläutert warum der Name Delphi gewählt wurde und wo die Parallelen zum antiken Vorbild zu suchen sind.
Anschließend wird eine Begriffsbestimmung durchgeführt, hierzu werden zwei unterschiedliche Definitionsvorschläge betrachtet. Im Folgenden wird der Aufbau der klassischen Delphi-Befragung skizziert, weiterhin werden die vier unterschiedlichen Varianten der Delphi-Befragung erläutert. Wissenschaftliche Grundlagen sollen die Brauchbarkeit der Methode untermauern. Anschließend werden Delphi-Befragungen mit anderen Befragungsverfahren - der Gruppendiskussion und den Expertenbefragungen - verglichen. Anwendungsgebiete und Grenzen der Methode leiten den abschließenden Teil der Ausarbeitung ein: Fazit und Empfehlung für das Projekt „Web-TV an der HdM“. In diesem Resümee soll die Frage geklärt werden, ob Delphi-Befragungen für das oben genannte Projekt geeignet sind. Alternative Verwendungsmöglichkeiten werden hier aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Forschungsfrage
2. Delphi – ein historischer Exkurs
3. Begriffsbestimmungen – unterschiedliche Ansätze
3.1. Delphi-Befragungen als Verfahren zur Steuerung von Gruppenkommunikation
3.2. Delphi-Befragungen als Verfahren zur Erforschung bestimmter Sachverhalte
4. Die klassische Delphi-Befragung
4.1. Varianten der klassischen Delphi-Befragung
5. Die vier Typen der Delphi-Befragung
5.1. Delphi-Befragung zur Ideenaggregation
5.2. Delphi-Befragung zur Vorhersage von Sachverhalten
5.3. Delphi-Befragung zur Ermittlung von Expertenansichten
5.4. Delphi-Befragung zur Konsensfindung
6. Wissenschaftliche Grundlagen
6.1. Erkenntnistheoretische Grundlagen
6.2. Das „1 + n“ Argument
7. Delphi-Befragungen im Vergleich
8. Anwendungsgebiete
8.1. Vorhersage von Entwicklungen
8.2. Weitere Zielstellungen
9. Grenzen der Delphi-Befragung
10. Fazit und Empfehlung für das Projekt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Delphi-Methode als Instrument der Medienforschung und prüft deren Eignung für das Projekt „Web-TV an der HdM“. Dabei werden theoretische Grundlagen, methodische Varianten sowie Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Befragungsverfahren analysiert, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
- Historischer Ursprung und methodische Einordnung der Delphi-Befragung
- Differenzierung der vier wesentlichen Delphi-Typen
- Erkenntnistheoretische Fundierung und das „1+n“-Argument
- Vergleichende Gegenüberstellung zur Gruppendiskussion und Expertenbefragung
- Kritische Reflexion der prognostischen Grenzen der Methode
Auszug aus dem Buch
3. Begriffsbestimmungen - unterschiedliche Ansätze
Die Definitionsvorschläge für die Delphi Methode sind bunt gemischt, jedoch lassen sich in zwei große Hauptgruppen einordnen. Diese beiden Hauptgruppen werden im Folgenden näher betrachtet.
3.1. Delphi-Befragungen als Verfahren zur Steuerung von Gruppenkommunikation
Betrachtet man Delphi-Befragungen als Verfahren zur Steuerung von Gruppenkommunikation, wird durch das Feedback ausgelöste Gruppendiskussion als typisches Merkmal festgelegt.
So ist die Delphi Methode nach Duffield:
„an accepted method of achieving consensus amog experts’, wobei zugleich das Hauptproblem von Delphi in der Feststellung des erforderlichen Grades an Konsens bestehen soll.“
Oder nach Bardecki:
„The Delphi technique is a questionnaire method for organizing and sharing opinion through feedback.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Forschungsfrage: Einführung in das Thema Delphi-Methode und Definition des Ziels, die Eignung für das Projekt „Web-TV“ zu prüfen.
2. Delphi – ein historischer Exkurs: Betrachtung der antiken Ursprünge des Orakels von Delphi und dessen Bedeutung für die moderne Namensgebung der Methode.
3. Begriffsbestimmungen – unterschiedliche Ansätze: Einteilung der Definitionen der Delphi-Methode in zwei Kategorien bezüglich Kommunikation und Prognose.
4. Die klassische Delphi-Befragung: Beschreibung der vier Schritte einer klassischen Delphi-Befragung und deren iterative Natur.
5. Die vier Typen der Delphi-Befragung: Vorstellung verschiedener methodischer Ansätze wie Ideenaggregation, Vorhersage, Expertenansicht und Konsensfindung.
6. Wissenschaftliche Grundlagen: Diskussion der erkenntnistheoretischen Basis und des „1+n“-Arguments für die Wirksamkeit der Methode.
7. Delphi-Befragungen im Vergleich: Analyse der Vor- und Nachteile gegenüber Gruppendiskussionen und Expertenbefragungen.
8. Anwendungsgebiete: Untersuchung der Einsatzmöglichkeiten, insbesondere in der technologischen Prognose.
9. Grenzen der Delphi-Befragung: Kritische Auseinandersetzung mit der prinzipiellen Unsicherheit von Zukunftsprognosen.
10. Fazit und Empfehlung für das Projekt: Zusammenfassende Einschätzung und abschließende Empfehlung für das Projekt „Web-TV“.
Schlüsselwörter
Delphi-Methode, Delphi-Befragung, Expertenbefragung, Konsensfindung, Prognose, Gruppendiskussion, Iteration, Medienforschung, Expertenurteil, Zukunftsforschung, Ideenaggregation, Kommunikation, Web-TV, Methodik, Validität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Delphi-Methode und untersucht kritisch, ob dieses Instrument für spezifische Medienforschungsprojekte, wie das „Web-TV an der HdM“, geeignet ist.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben der Definition und historischen Herleitung behandelt die Arbeit verschiedene Delphi-Varianten, erkenntnistheoretische Fundamente sowie einen Vergleich mit alternativen Befragungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Tauglichkeit der Delphi-Befragung als Forschungsinstrument für das Projekt „Web-TV“ zu evaluieren und Empfehlungen für die praktische Anwendung auszusprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die bestehende Definitionen und methodische Ansätze der Delphi-Forschung synthetisiert.
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Delphi-Prozesses, die Unterscheidung verschiedener Anwendungstypen und eine kritische Auseinandersetzung mit den prognostischen Grenzen der Methode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich primär durch Begriffe wie Delphi-Befragung, Expertenurteil, Konsensfindung, Prognose und qualitative/quantitative Methoden aus.
Welche Rolle spielt das „1+n“-Argument in der Arbeit?
Das „1+n“-Argument dient zur wissenschaftlichen Begründung, warum die Aggregation der Einschätzungen vieler Experten (Schwarmintelligenz) zu valideren Ergebnissen führen kann als die Einzelmeinung.
Warum wird eine Delphi-Befragung für das Projekt „Web-TV“ letztlich kritisch bewertet?
Der Autor kommt zum Schluss, dass der hohe organisatorische und zeitliche Aufwand, der für die Durchführung einer sauberen Delphi-Studie notwendig ist, in keinem Verhältnis zum Rahmen des studentischen Projekts steht.
- Arbeit zitieren
- B.Eng. Jan Dittrich (Autor:in), 2009, Die Delphi Methode, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/137963