Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen und Vorteile der Theaterpädagogik für Kinder mit geistigen Behinderungen. Sie legt ihren Fokus auf die integrative und inklusive Rolle des Theaterspiels in der Gesellschaft und zeigt, wie es als ein Mittel zur Förderung des gesellschaftlichen Integrationsprozesses dienen kann. Diese Studie zielt darauf ab, die Potenziale der Theaterpädagogik im Hinblick auf Menschen mit geistigen Behinderungen zu beleuchten und zu reflektieren, wie diese Art der ästhetischen Bildung die Lebensqualität und die Alltagsbewältigung der betroffenen Kinder verbessern kann. Anhand von fundierten Forschungen und persönlichen Erfahrungen wird diese Arbeit die wichtigsten Aspekte der Theaterpädagogik erläutern, die geistigen Behinderungen im Fokus haben, und schließlich ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen präsentieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Inhalt
2. Einleitung
3. Definition geistige Behinderung und Theaterpädagogik
3.1 Definition geistige Behinderung
3.2 Definition Theaterpädagogik
4. Chancen der Theaterpädagogik
4.1 Theaterspielen - aber wozu?
4.2 Theater - ästhetisches Lernen
4.3 Improvisation: Theaterpädagogik mit ästhetisch-bildender Intention
5. Bezug Theaterpädagogik auf Kinder mit geistiger Behinderung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial theaterpädagogischer Methoden in der Arbeit mit Kindern mit geistiger Behinderung, um deren Alltagskompetenzen zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
- Verbindung von Kunst und Pädagogik in der theaterpädagogischen Praxis
- Förderung von Kreativität, Ausdrucksmöglichkeit und Selbstvertrauen
- Anpassung theaterpädagogischer Übungen für Menschen mit geistiger Behinderung
- Bedeutung ästhetischer Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung
- Praktische Methoden wie das Basale Theater und das Puppenspiel
Auszug aus dem Buch
4.3 Improvisation: Theaterpädagogik mit ästhetisch-bildender Intention
Keith Johnstone, der zwischen 1956 und 1966 am Londoner Royal Court Theatre tätig war, entwickelte Methoden, um Spontaneität bei Schülern - sowohl professionelle Schauspieler als auch Nicht-Profis zu fördern. Dies tat er, nachdem er selbst schlechte Erfahrungen in seiner schulischen Erziehung gemacht hatte, die er als einengend und fantasielos ansah. Sein Ansatz basiert auf der Förderung von Wahrnehmung, Fantasie und Imagination (vgl. Czerny 2004, S. 24 f.). Sein Ziel ist es, dass in der Improvisation und im Leben alles dauerhaft einzigartig und veränderbar ist, was bedeutet, dass die Persönlichkeit sich entwickeln und wandeln kann. Er betont, dass starre Verhaltensweisen, Automatismen und Blockaden verändert werden können - sowohl auf der Bühne als auch in der Realität (vgl. ebd., S. 46).
Johnstone möchte mittels seiner Arbeit deutlich machen, dass man seine Persönlichkeit auf jede erdenkliche Weise verändern kann, einschließlich der Wahrnehmung, Gefühle, Beziehungen und kommunikativen Verhaltensweisen. Er arrangiert unvorhergesehene Szenen, in denen die Spielenden sich spontan und unvorbereitet einbringen. Durch die Beobachtung der Stimmung und die Erschaffung von Spielabläufen können sie Reaktionen und Spielanregungen der Mitspieler erhalten und darauf reagieren (vgl. ebd.). Es geht darum, sich ganz frei zu fühlen, sich treiben zu lassen und nicht zu versuchen, etwas zu erzwingen. Wenn jemand z.B. in einer bestimmten Situation versucht, besonders clever zu wirken, denkt er an die Zukunft und verpasst so den Moment. Es ist wichtig, das Erste, was einem in den Sinn kommt, spontan zu nutzen, ohne nachzudenken, ob es nicht eine bessere Option geben könnte. Dazu gehört auch, jegliche Blockaden zu beseitigen, wie die Unterdrückung abwegiger Ideen, Prüderie und Perfektionismus (vgl. Bidlo 2006, S. 105).
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert des gemeinsamen Theaterspiels für die gesellschaftliche Integration und erläutert die Motivation sowie die Zielsetzung der Arbeit.
3. Definition geistige Behinderung und Theaterpädagogik: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und ordnet sie in den rechtlichen sowie pädagogischen Kontext ein.
4. Chancen der Theaterpädagogik: Das Kapitel analysiert den pädagogischen Wert des Theaterspiels und beleuchtet verschiedene Dimensionen des Leiblichen, der Kreativität und der Improvisation.
5. Bezug Theaterpädagogik auf Kinder mit geistiger Behinderung: Hier wird die praktische Anwendung theaterpädagogischer Methoden – wie das Basale Theater oder das Puppenspiel – auf die spezifische Zielgruppe übertragen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Theaterpädagogik als wirkungsvolles Instrument in der sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Theaterpädagogik, geistige Behinderung, ästhetische Bildung, soziale Arbeit, Inklusion, Improvisation, Basales Theater, Puppenspiel, Persönlichkeitsentwicklung, Teilhabe, Körperwahrnehmung, Spontaneität, Kreativität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Hausarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Chancen der Theaterpädagogik im Einsatz mit geistig behinderten Kindern innerhalb des Moduls Ästhetische Bildung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Theaterpädagogik, die Definition geistiger Behinderung, Methoden des ästhetischen Lernens und deren gezielte Anwendung in der inklusiven Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu reflektieren, in welcher Weise Theaterpädagogik zur Verbesserung der Alltagswelt von Kindern mit geistiger Behinderung beitragen und welche Chancen dieses Medium für diese Zielgruppe bietet.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Diskurs der Theaterpädagogik anhand von Fachliteratur systematisch aufbereitet und auf die Zielgruppe anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition von Behinderung und Theaterpädagogik, die Erläuterung der Chancen (wie Improvisation und Ganzheitlichkeit) sowie die spezifische Anwendung theaterpädagogischer Methoden in der Arbeit mit Kindern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe umfassen Theaterpädagogik, Inklusion, geistige Behinderung, ästhetische Bildung und Partizipation.
Wie trägt das Basale Theater konkret zur Förderung bei?
Das Basale Theater ermöglicht Menschen mit schweren Einschränkungen einen niederschwelligen Zugang zum Theaterspiel, indem es visuelle und auditive Reize nutzt, um Inhalte von Geschichten unmittelbar erlebbar zu machen.
Wie unterscheidet sich die Theaterpädagogik von klassischer „schulischer“ Bildung?
Im Gegensatz zu einer auf Defizite fokussierten schulischen Bildung setzt die Theaterpädagogik an den Stärken und Potenzialen der Individuen an und fördert ganzheitlich – also unter Einbeziehung von Körper, Geist und Seele.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Theaterpädagogik als Mittel zur Förderung von Kindern mit geistigen Behinderungen. Eine integrative und inklusive Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1375749