Meine Hausarbeit über David Hume entstand im Rahmen eines Seminars, welches sich um das Werk "Ein Traktat über die menschliche Natur" von Hume drehte. Benotet wurde sie mit der Note 1,7 und thematisch geht es um das Verhältnis von Gefühl und Verstand. Die Hausarbeit beinhaltet eine Begriffsanalyse relevanter Begriffe zum Thema, eine textnahe Rekonstruktion zum Thema sowie eine Erörterung mit Einfluss verschiedener Positionen. Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern ist das Verhältnis von Gefühl und Verstand plausibel? Und die Nebenfrage: Was versteht David Hume unter starken Motiven?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturzusammenfassung
3. Begriffserklärungen
3.1 Eindrücke
3.2 Affekte
3.3 Die Rolle des Gefühls
3.4 Vorstellung
3.5 Die der Vernunft
3.6 Motive/Motivation
4. Rekonstruktion und Interpretation „Von den Motiven des Willens“
5. Rekonstruktion und Interpretation „von den Ursachen der heftigen Affekte“
6. Erörterung der Problemstellung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Gefühl und Vernunft in der Philosophie von David Hume, insbesondere im Kontext der Willensentscheidung, um die Plausibilität seiner Thesen kritisch zu beleuchten.
- Humes Skeptizismus und die Rolle der Vernunft im Willensakt
- Ablehnung der Vernunft als primäres Handlungsmotiv
- Differenzierung zwischen Eindrücken, Vorstellungen, ruhigen und heftigen Affekten
- Kritische Analyse und Gegenüberstellung von Humes Argumentation
- Einfluss von Stärke und Indikatoren auf die motivationale Kraft der Affekte
Auszug aus dem Buch
4. Rekonstruktion und Interpretation „Von den Motiven des Willens“
In den folgenden Seiten möchte ich auf die Argumentationsstruktur David Humes in Bezug auf das Verhältnis von Verstand und Gefühl in seiner Philosophie eingehen, dabei werde ich seine Argumente rekonstruieren und auch seine Intention herausfinden. Ich beziehe mich dabei in den folgenden Textstellen auf die deutsche Übersetzung der beiden Bücher „Über die Affekte“(2) und „Über die Moral“(3), welche von Theodor Lipps übersetzt und in einem Buch 1978 in Hamburg veröffentlicht wurde. Dabei basieren beide Bände auf die originale englischsprachige Erstauflage von David Hume aus dem Jahre 1739-1740. Der Textabschnitt, welcher jetzt untersucht wird, ist dabei der 3. Abschnitt des 3. Teils aus dem zweiten Buch „Über die Affekte“.
Gleich zu Beginn findet Hume einen Weg, um gezielt das Thema anzusprechen welches er thematisieren und auch beweisen möchte. Hume beschreibt in Zeile 1-18 die bisher sehr verbreitete rationalistische Denkweise von vielen Philosophen, bei dem der Verstand ein wichtiges Motiv des Willensaktes darstellt. In Zeile 18-22 nimmt er nun Stellung zu diesem Thema, er ist der Meinung, dass dieses Weltbild ist veraltet und führt nun 2 Behauptungen auf, welche er auch nachfolgend beweisen möchte. 1. Die Vernunft ist kein Motiv einer Handlung, 2. Die Vernunft untersteht bei der Entscheidung den Affekten. Um dies zu beweisen, stellt er jetzt erstmal eine für ihn vorhandene erste Prämisse auf. Hume meint, der Verstand würde nur nach „demonstrativen Beweisgründen“ (Z.24) oder Wahrscheinlichkeiten urteilen, indem er entweder Beziehungen unserer Vorstellung betrachtet oder Zusammenhänge mit Objekten aus unserer Erfahrung herstellt (Z.23-29).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das philosophische Thema des Verhältnisses von Vernunft und Gefühl sowie Formulierung der Forschungsfrage.
2. Literaturzusammenfassung: Übersicht und Analyse der bestehenden Forschungssituation zur Motivationstheorie von David Hume.
3. Begriffserklärungen: Definition und Erläuterung zentraler theoretischer Konzepte wie Eindrücke, Affekte, Vernunft und Motivation.
4. Rekonstruktion und Interpretation „Von den Motiven des Willens“: Analyse der Argumentation Humes zur Unterordnung der Vernunft unter die Affekte beim Willensakt.
5. Rekonstruktion und Interpretation „von den Ursachen der heftigen Affekte“: Detaillierte Betrachtung, wie Affekte an Stärke gewinnen oder verlieren und als Motive wirksam werden.
6. Erörterung der Problemstellung: Kritische Auseinandersetzung mit Humes Thesen anhand von Gegenbeispielen und alternativen Perspektiven.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsfrage und Entwicklung eines eigenen, modifizierten Erklärungsmodells.
Schlüsselwörter
David Hume, Empirismus, Vernunft, Affekte, Sinneseindrücke, Motivation, Wille, Handlungsentscheidung, Willensakt, Kausalkette, Psychologie, Erkenntnistheorie, Begriffsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie David Humes und seinem Verständnis darüber, wie Verstand und Gefühl bei menschlichen Handlungen interagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Es geht primär um die Motivationstheorie, die Einteilung von Affekten und die Rolle der menschlichen Vernunft bei Entscheidungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Humes Darstellung des Verhältnisses von Gefühl und Verstand bei Handlungsentscheidungen plausibel ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine quellenbasierte Rekonstruktion und Interpretation der Schriften Humes sowie eine kritische Erörterung mithilfe von Sekundärliteratur und Gegenbeispielen angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Dort werden die zentralen Begrifflichkeiten definiert und Humes Argumente für die Vorrangstellung der Affekte vor der Vernunft detailliert rekonstruiert und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Empirismus, Affekte, Vernunft, Motivation und Willensakt.
Was unterscheidet bei Hume "heftige" von "ruhigen" Affekten?
Die Unterscheidung basiert auf der Intensität und der Art des Einflusses, wobei Hume argumentiert, dass auch ruhige Neigungen ohne Mitwirkung der Vernunft handlungsleitend wirken können.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Vernunft?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Humes strikte Trennung zwar wichtige Aspekte betont, aber die Rolle der Vernunft durch Gegenbeispiele aus dem Alltag nicht vollständig ignoriert werden kann.
- Arbeit zitieren
- Keanu Müller (Autor:in), 2022, David Humes Verständnis des Verhältnisses von Gefühl und Verstand, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1375674