Didaktische Konzepte, Modelle und Prinzipien des sonderpädagogischen Förderschwerpunktes Lernen werden für den Unterricht angewendet und erprobt. Ausgewählte Fördermaßnahmen werden bei der Einheits- sowie Unterrichtsplanung bedacht, integriert und ausgewertet. Eine Bedingungsfeldanalyse sowie eine didaktische Analyse ausgewählter Lerninhalte und die Lernvoraussetzungen der SchülerInnen werden beschrieben, sodass darauf aufgebaut Lehr- und Lernziele formuliert werden. Durch angehängtes Begleitmaterial sowie eine kurze Erörterung der Chancen und Gefahren des digitalen Lernens erweitern die hier dargestellte Unterrichtsplanung für den Unterricht mit SchülerInnen des Förderschwerpunkts Lernen.
Nun wird das didaktische Konzept des Offenen Unterrichts analysiert. Zunächst wird auf die Begriffsbestimmung eingegangen, im Anschluss werden Charakteristika benannt und zuletzt wird ein Bezug zu den Lernvoraussetzungen von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen genommen.
Weder die Wirksamkeit noch die genaue Begriffsbestimmung des Konzepts des Offenen Unterrichts sind bis heute untersucht. Unterschiedlichste Termini lassen das Konzept als eine Alternative zum Frontalunterricht erahnen. Eine in der Literatur oft rezipierte Definition ist die folgende von Wallrabenstein, der Offenen Unterricht als einen "Sammelbegriff für unterschiedliche Reformansätze in vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind auf der Grundlage eines veränderten Lernbegriffs [versteht]". Wallrabenstein erläutert sechs charakteristische Merkmale, die das Unterrichtskonzept erkennbar machen: Lernwelt, Lernorganisation, Lernmethoden, Lernatmosphäre, Lernergebnisse sowie Lerntätigkeiten.
Im Offenen Unterricht wird eine Übereinstimmung zwischen Bedürfnissen und Interessen von SchülerInnen und Lehrpersonen unter Einbezug der Regeln und Normen angestrebt, die mit dem Herstellen einer symmetrischen Kommunikation dieser Seiten einhergehen. Wesentliche Kennzeichen sind das Streben nach Verwirklichung von Autonomie auf SchülerInnenseite als eine zentrale Schlüsselqualifikation, die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, die Entwicklung der Kritikfähigkeit sowie Kreativität und das selbstständige Auseinandersetzen mit der persönlichen Umwelt. Hericks benennt weiterhin als Charakteristik die Mitbestimmung der SchülerInnen in Bezug auf Unterrichtsinhalte, -durchführung und -verlauf.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoriegeleitete Analyse
2. Ausführliche Unterrichtsvorbereitung
2.1 Bedingungsfeldanalyse
2.1.1 Lernumgebung Schule
2.1.2 Lernumgebung Klasse
2.1.3 Lernvoraussetzungen der SchülerInnen
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktische Analyse
2.4 Lehr- und Lernziele
2.5 Verlaufsplanung
3. Einheitsplanung
4. Chancen und Gefahren digitalen Lernens
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der didaktischen Konzeption und detaillierten Unterrichtsplanung für den Förderschwerpunkt Lernen. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine adaptive und strukturierte methodische Herangehensweise, etwa mittels teiloffener Unterrichtskonzepte und spezifischer Lesestrategien, Lernprozesse individueller und effektiver zu gestalten.
- Didaktik des Offenen Unterrichts im Förderschwerpunkt Lernen
- Detaillierte Analyse der Bedingungsfelder und Schülervoraussetzungen
- Methodische Gestaltung von Unterrichts- und Einheitsplanungen
- Medieneinsatz und Chancen/Gefahren des digitalen Lernens
- Förderung von Lesekompetenz und metakognitiven Prozessen
Auszug aus dem Buch
1. Theoriegeleitete Analyse
Im folgenden Abschnitt wird das didaktische Konzept des Offenen Unterrichts analysiert. Zunächst wird auf die Begriffsbestimmung eingegangen, im Anschluss werden Charakteristika benannt und zuletzt wird ein Bezug zu den Lernvoraussetzungen von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen genommen.
Weder die Wirksamkeit noch die genaue Begriffsbestimmung des Konzepts des Offenen Unterrichts sind bis heute untersucht (vgl. REIß & WERNER 2015, S. 112). Unterschiedlichste Termini lassen das Konzept als eine Alternative zum Frontalunterricht erahnen (vgl. ebd., S. 112). Eine in der Literatur immer wieder rezipierte Definition ist die folgende von WALLRABENSTEIN (1994), der Offenen Unterricht als einen „Sammelbegriff für unterschiedliche Reformansätze in vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind auf der Grundlage eines veränderten Lernbegriffs [versteht]“ (ebd., S. 54). WALLRABENSTEIN (1994) präzisiert seine Definition und erläutert sechs charakteristische Merkmale, die das Unterrichtskonzept erkennbar machen (vgl. BOHL & KUCHARZ 2010, S. 13): Lernwelt, Lernorganisation, Lernmethoden, Lernatmosphäre, Lernergebnisse sowie Lerntätigkeiten (vgl. WALLRABENSTEIN 1994, S. 61f.). Im Offenen Unterricht wird eine Übereinstimmung zwischen Bedürfnissen und Interessen von SchülerInnen und Lehrpersonen unter Einbezug der Regeln und Normen angestrebt, die mit dem Herstellen einer symmetrischen Kommunikation dieser Seiten einhergehen (vgl. REIß & WERNER 2015, S. 112).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoriegeleitete Analyse: Das Kapitel erläutert das Konzept des Offenen Unterrichts, definiert dessen Merkmale und diskutiert die Anwendbarkeit bei SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
2. Ausführliche Unterrichtsvorbereitung: Hier werden das spezifische Bedingungsfeld, die Lernumgebung, eine fachwissenschaftliche Sachanalyse zum Thema Wald sowie didaktische Überlegungen und Konkretisierungen für die Verlaufsplanung dargelegt.
3. Einheitsplanung: Dieses Kapitel enthält tabellarische Planungen für Unterrichtseinheiten, die sich mit dem Verhalten in der Natur und dem Waldbesuch befassen.
4. Chancen und Gefahren digitalen Lernens: Die abschließende Betrachtung beleuchtet den Nutzen digitaler Medien für individuelle Lernprozesse, weist jedoch kritisch auf sozioökonomische Barrieren und didaktische Herausforderungen hin.
Schlüsselwörter
Offener Unterricht, Förderschwerpunkt Lernen, Unterrichtsplanung, Bedingungsfeldanalyse, Didaktische Analyse, Waldpädagogik, Individualisierung, Digitales Lernen, Lesekompetenz, Metakognition, SchülerInnen, Inklusive Didaktik, Verlaufsplanung, Lernvoraussetzungen, Medienkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Konzeption und praktischen Planung von Unterricht für SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Offenen Unterrichts, die Analyse der spezifischen Lernumgebung und der individuellen Voraussetzungen einer fünften Klasse sowie die konkrete Gestaltung von Unterrichtseinheiten zum Themenbereich „Wald“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer adaptiven Unterrichtsplanung, die Fachwissen vermittelt und gleichzeitig die Schülerschaft durch Strukturierung in ihren metakognitiven und sozialen Lernprozessen unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Einbettung sowie eine strukturierte Unterrichtsplanung nach dem Dreischritt (Einstieg, Erarbeitung, Ergebnissicherung) inklusive Differenzierungsmaßnahmen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsfeldanalyse, eine fachwissenschaftliche Sachanalyse zu heimischen Baumarten, eine didaktische Reflexion der Unterrichtsreihe sowie die konkrete Verlaufsplanung für die Deutschstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Offener Unterricht, Förderschwerpunkt Lernen, Individualisierung, Strukturierung, Lesemethodik sowie der Einsatz digitaler Medien.
Wie reagiert die Planung auf SchülerInnen mit speziellen Schwierigkeiten wie Stottern oder impulsives Verhalten?
Für Bjarne (impulsiv) wird auf klare Strukturvorgaben und Rituale gesetzt, während für Leonie (Stottern) Kleingruppenarbeit und positive Verstärkung für mündliche Beiträge vorgesehen sind.
Welchen Stellenwert nimmt die Digitalisierung in der Arbeit ein?
Digitale Medien werden als Werkzeuge zur Individualisierung bewertet, wobei das Dokument gleichzeitig mahnt, dass technische Voraussetzungen nicht bei allen Lernenden gegeben sind und der pädagogische Kontakt durch Lehrpersonen essenziell bleibt.
Wie wird das Konzept des "Offenen Unterrichts" mit dem "Förderbedarf Lernen" in Einklang gebracht?
Die Autorin argumentiert, dass Offenheit und Strukturierung keine Gegensätze sind; vielmehr profitieren lernbeeinträchtigte SchülerInnen von einer adaptiven Kombination, bei der Freiräume allmählich und gestützt durch methodische Hilfen eingeführt werden.
- Arbeit zitieren
- L. Sieter (Autor:in), 2021, Didaktische Konzepte im Förderschwerpunkt Lernen. Unterrichts- und Einheitsplanung für den Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1375118