Immer häufiger klagen Lehrkräfte über Probleme mit auffälligen Schülerinnen und Schülern, über Vandalismus und Gewalt im Schulhaus oder die steigende Zahl von Jugendlichen, die von ihnen durch eine Gefährdungsmeldung an die Institution der Jugendhilfe verwiesen werden müssen. Schülerinnen und Schüler ihrerseits signali-sieren, dass ihnen eine neutrale Ansprechperson für soziale und persönliche Prob-leme in der Einrichtung fehlt, in der sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen.
Um diese außerhalb des schulischen Aufgabenbereichs liegenden Problematiken abzudecken und dem darüber hinaus präventiv entgegenzuwirken, wurde an der IGS in Vöhrum, ähnlich wie in anderen Schulen, vor fünf Jahren Schulsozialarbeit mit zunächst einer halben Stelle eingeführt. Bereits im Jahr 2003 wurde diese auf 1 ½ und zwei Jahre später noch einmal um eine Viertelstelle aufgestockt, sodass inzwischen zwei Diplom-Sozialpädagogen dort tätig sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Motivation
1.3 Ablauf des Praktikums
1.4 Vorgehensweise und Zielsetzung
2 Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit
2.1 Historische Aspekte zum Verhältnis von Jugendhilfe und Schule
2.2 Rechtliche Grundlagen der Schulsozialarbeit
2.3 Formen der Trägerschaft
2.4 Organisationsformen der Schulsozialarbeit
3 Schulsozialarbeit an der Integrierten Gesamtschule in Vöhrum
3.1 Begriffsklärung
3.2 Klientel der Schulsozialpädagogen
3.3 Ziele der Schulsozialarbeit
3.4 Aufgaben und Handlungsfelder der Schulsozialarbeit
3.4.1 Unterrichtlicher Bereich
3.4.2 Außerunterrichtlicher Bereich
3.4.3 Außerschulischer Bereich
3.5 Methoden der Schulsozialpädagogen
3.6 Handlungsprinzipien in der Schulsozialarbeit
4 Schulsozialarbeit – die „Krisenfeuerwehr“ der Lehrer?
4.1 Einleitung
4.2 Praxisbeispiel
4.2.1 Beschreibung
4.2.2 Ergebnisse einer Lehrerbefragung zum Thema der Schulsozialarbeit
4.3 Einordnung des Falls in die wissenschaftliche Diskussion
4.3.1 Kooperationsmodelle zwischen Lehrern und Sozialarbeitern
4.3.2 Faktoren, welche die Kooperationsform beeinflussen
4.4 Schlussfolgerungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld der Kooperation zwischen Schulsozialarbeitern und Lehrkräften, mit dem Ziel, das Berufsbild der Schulsozialarbeit als präventives und unterstützendes Angebot innerhalb des schulischen Alltags zu definieren und Abgrenzungen zum Verständnis der Schulsozialarbeit als bloße „Krisenfeuerwehr“ zu reflektieren.
- Historische und rechtliche Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit in Deutschland.
- Handlungsfelder und methodische Schwerpunkte an einer Integrierten Gesamtschule.
- Analyse der Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialpädagogen anhand eines Praxisbeispiels.
- Untersuchung von Kooperationsmodellen und deren Einflussfaktoren in der professionellen Praxis.
- Reflexion des eigenen Kompetenzgewinns während der Praktikumszeit.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsklärung
An der Integrierten Gesamtschule wird Schulsozialarbeit als ein im Schnittpunkt zwischen Jugendhilfe und Schule angesiedeltes, niedrigschwelliges und dauerhaft in den Schulalltag integriertes Angebot definiert. Es verbindet verschiedene Leistungen der Jugendhilfe, wie Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischen Kinder- und Jugendschutz sowie die Förderung der Erziehung in Familien, miteinander und bringt jugendhilfespezifische Ziele, Tätigkeitsformen, Methoden und Herangehensweisen in die Schule ein. Diese könnten selbst bei einer Erweiterung des beruflichen Auftrages der Lehrer nicht von der Schule alleine realisiert werden, sodass Schulsozialarbeit eine zusätzliche Ressource für die Institution Schule darstellt. Zugleich erweitert sie die präventiven und integrativen Handlungsmöglichkeiten der Jugendhilfe und öffnet für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern neue Zugänge zu deren Leistungsangebot.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Darstellung der Problemstellung, Motivation sowie des Ablaufs und der Zielsetzung des Praktikums an der Integrierten Gesamtschule.
Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Schulsozialarbeit in Deutschland sowie Erläuterung der rechtlichen Grundlagen und verschiedenen Trägermodelle.
Schulsozialarbeit an der Integrierten Gesamtschule in Vöhrum: Konkrete Einblicke in die Arbeit an der Schule, einschließlich der Handlungsfelder, Methoden und der zentralen Handlungsprinzipien.
Schulsozialarbeit – die „Krisenfeuerwehr“ der Lehrer?: Kritische Auseinandersetzung mit dem Kooperationsverhältnis zwischen Lehrern und Sozialarbeitern anhand eines Praxisbeispiels und theoretischer Modelle.
Fazit: Bewertung der Qualität der Schulsozialarbeit an der IGS sowie Reflexion des persönlichen Lernerfolgs und der Kompetenzentwicklung.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Kooperation, Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Schulkultur, Prävention, Handlungsfelder, Integrierte Gesamtschule, Berufsbild, Praxisbericht, Soziales Lernen, Profession, Krisenintervention, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Schulsozialarbeit an einer Integrierten Gesamtschule und hinterfragt kritisch das Verständnis dieser Arbeit als „Krisenfeuerwehr“ der Lehrkräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Rahmenbedingungen, die verschiedenen Aufgabenbereiche und Methoden sowie die komplexe professionelle Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schulsozialpädagogen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Beitrag der Schulsozialarbeit zur Schulentwicklung darzustellen und durch eine professionstheoretische Analyse aufzuzeigen, wie eine gelingende Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Bericht stützt sich auf eigene Beobachtungen und Tagebucheinträge im Praktikum, ergänzt durch eine Untersuchung bei Lehrkräften sowie eine literaturbasierte Analyse von Kooperationsmodellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Rahmenbedingungen, die spezifische Arbeit an der IGS Vöhrum und eine detaillierte Fallanalyse der Zusammenarbeit zwischen Pädagogen beider Fachrichtungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Schulsozialarbeit, Kooperationsmodelle, Jugendhilfe, Prävention und professionelles Selbstverständnis.
Warum nehmen Schulsozialpädagogen am „Sozialen Lernen“ teil?
Das Soziale Lernen ist ein festes Unterrichtsfach, das soziale Kompetenzen fördern soll; die Anwesenheit der Sozialpädagogen ermöglicht eine engere Verzahnung und bietet Lehrern neue Perspektiven auf ihre Klassen.
Wie beeinflussen unterschiedliche Trägermodelle die Arbeit?
Die Trägerschaft entscheidet über die fachliche Anbindung und Autonomie der Schulsozialarbeit; je nach Modell kann die Akzeptanz bei Lehrern und die Einbindung in schulische Abläufe variieren.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Heuer (Autor:in), 2006, Schulsozialarbeit: Die Krisenfeuerwehr der Lehrer?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/137232