Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Wasserversorgung der Stadt Pergamon. Folgende Leitfrage wurde gestellt: „Inwieweit spiegelte das Wasserversorgungssystem die Entwicklung der Stadt Pergamon wider?“ Bislang gibt es nur wenige geschichtswissenschaftliche Beiträge zur gemeinsamen Entwicklung der Stadt Pergamon und ihrer Wasserversorgung. In der Arbeit werden daher themenrelevante Publikationen verwendet. Zentral sollen die Monografie von Wolfgang Radt „Pergamon - Geschichte und Bauten einer antiken Metropole“ und der Sammelband „Pergamon - Panorama der antiken Metropole“ von den Herausgebern Ralf Grüßinger, Volker Kästner und Andreas Scholl verwendet werden. In beiden wird der Schwerpunkt auf die sowohl städtebauliche als auch politische Entwicklung und Geschichte der Stadt Pergamon gelegt. Da der Fokus in diesem Aufsatz auch auf archäologischen Befunden liegt, werden zusätzlich unterstützende Veröffentlichungen des deutschen archäologischen Instituts hinzugezogen.
Die Arbeit folgt einer strukturierten Gliederung. Dabei soll im Folgenden zunächst die Entwicklung der Stadt Pergamon genauer betrachtet werden und dann die entsprechende Entwicklung des Wasserversorgungssystems der Stadt skizziert werden. Schließlich soll diese allgemeine Entwicklung anhand eines Beispiel-Areals, das während der Stadtgrabungen untersucht wurde, in einem einzelnen Stadtteil verdeutlicht und die Entwicklung in fünf Phasen eingeteilt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stadtentwicklung
3. Wasserversorgungssystem in Pergamon
3.1 Zisternen, Leitungen und Aquädukte
3.2 Phasen der Wasserversorgung in Pergamon
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wasserversorgungssystem des antiken Pergamon und analysiert, inwieweit die wasserbauliche Entwicklung als Spiegelbild der städtebaulichen und politischen Geschichte der antiken Metropole betrachtet werden kann.
- Historische Entwicklung der Stadt Pergamon
- Technische Meisterleistungen der antiken Wasserversorgung
- Analyse der Wasserversorgungsphasen anhand beispielhafter Areale
- Einfluss des städtischen Wachstums auf den Wasserbedarf
- Politische und sozioökonomische Faktoren des urbanen Wandels
Auszug aus dem Buch
3.1 Zisternen, Leitungen und Aquädukte
Die früheste Stadtanlage Pergamons deckte ihren Wasserbedarf wohl aus den lokalen Ressourcen ab. Auf der Kuppe des Burgberges stand eine Zisterne in die Wasser sickerte und die täglich mehr als 1 m3 Wasser aufnehmen konnten. Am Fuße des Stadtberges lagen außerdem weitere Quellfassungen und Sickerstollen aus denen das Wasser allerdings händisch abgeschöpft und auf den Berg getragen werden musste. Durch die im Winter reichhaltigen Niederschläge und vorhandene Grund- und Sickerwasserquellen konnte die früheste Siedlung aber relativ problemfrei versorgt werden.
Laufe der Zeit entstanden dann eine Vielzahl von weiteren Zisternen, Leitungen und Aquädukte. Die Zisternen waren wasserdichte irdische, meist aber unterirdische Behälter, in die durch Tonrohrleitungen das von den Dächern laufenden Niederschlagswasser geleitet wurde. In Pergamon wurden auf dem Burgberg mindestens 149 Zisternen gefunden. Diese Zisternen waren in den Fels geschlagen und hatten nach unten erweiterte Hohlräume. Zum Bau der Zisternen nutze man wohl Hacken und Meißel aus Eisen, mit denen man die flaschen- oder glockenförmigen Hohlräume in den Fels schlug. Um die Zisternen abzudichten, nutzte man Tuff- oder Ziegelsplitt-Mörtel, der die Risse und Spalten des Bodens auf dem Burgberg schloss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existentielle Bedeutung von Wasser für frühzeitliche Siedlungen und definiert die Leitfrage hinsichtlich des Zusammenhanges zwischen dem Wasserversorgungssystem und der Stadtentwicklung Pergamons.
2. Stadtentwicklung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung Pergamons von der bronzezeitlichen Besiedlung über die hellenistische Residenzstadt bis hin zur römischen Metropole.
3. Wasserversorgungssystem in Pergamon: Das Kapitel erläutert die technischen Lösungen der Wasserbereitstellung, inklusive der Leitungsbau-Projekte und der archäologisch untersuchten Stadien der Wasserversorgung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die enge Korrelation zwischen der städtebaulichen Expansion und der technologischen Ingenieurskunst bei der Wasserversorgung zusammen und beantwortet die Leitfrage.
Schlüsselwörter
Pergamon, Wasserversorgung, Stadtentwicklung, Antike, Aquädukte, Zisternen, Hellennismus, Römische Kaiserzeit, Ingenieurskunst, Stadtgrabung, Siedlungsgeschichte, Eumenes II., Attaliden, Infrastruktur, Wasserleitungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der antiken Stadt Pergamon und widmet sich dabei besonders der Frage, wie und mit welchen technischen Mitteln die Wasserversorgung den wachsenden Anforderungen der städtischen Entwicklung angepasst wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Stadtgeschichte Pergamons, die archäologischen Befunde zu Wasserbauten sowie die soziopolitischen Auswirkungen auf die Infrastruktur der antiken Metropole.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwieweit spiegelte das Wasserversorgungssystem die Entwicklung der Stadt Pergamon wider?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die auf der Auswertung relevanter archäologischer Publikationen, Monografien und einer Fallstudie zu einem spezifischen Beispiel-Areal basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Stadtentwicklung und eine detaillierte Analyse der technischen Wasserversorgungssysteme, unterteilt in verschiedene chronologische Phasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Pergamon, Wasserversorgung, Aquädukte, Stadtentwicklung, hellenistische Zeit sowie antike Ingenieurstechnik.
Welche Rolle spielten die sogenannten „Druckleitungen“ für Pergamon?
Druckleitungen waren technische Meisterleistungen, die es den Baumeistern ermöglichten, Wasser entgegen der bergigen Topografie auf den Stadtberg zu führen, was eine nie dagewesene technische Herausforderung darstellte.
Wie regelte die antike Verwaltung den Umgang mit Wasserressourcen?
Die Stadt verwaltete die Nutzung durch Gesetze wie die „Astynomen-Inschrift“, die den Umgang mit Zisternen sowie deren Sauberkeit und Wartung verbindlich festlegte, um die Versorgung auch in Krisenzeiten zu gewährleisten.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Die Wasserversorgung in Pergamon als Spiegelbild der Stadtentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1371338