Wörter tragen im Leben eine entscheidende Rolle und sind wichtiger Bestandteil der verbalen Kommunikation.
Die Fähigkeit, einen Sachverhalt erklären zu können, ist eine bedeutsame Kompetenz. Sei es beispielsweise im Alltag bei Wegweisungen, Spielregeln, Ortsangaben, Erzählen als auch bei vielen weiteren Unterhaltungen des täglichen Lebens.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Strategien der Wortbedeutungserklärung. Die verschiedenen Möglichkeiten der Worterklärung und die dazu einsetzbaren Strategien werden in der vorliegenden Arbeit thematisiert. Hierfür werden zunächst die Begriffe Wortbedeutung, Wortbedeutungserklärung und das Verb „erklären“ definiert. Im weiteren Verlauf werden vier zentrale Erklärungsstrategien der Wortbedeutungserklärung vorgestellt, welche im zweiten Teil der Arbeit zur Analyse zweier Transkripte dienen werden. Die Aufnahmen der Transkripte wurden mit zwei Mädchen unterschiedlichen Alters aufgenommen. Ihre Aufgabe war es, ausgewählte Begriffe ihrem Gegenüber mittels verbaler Sprache erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Wortbedeutung
2.2. Erklären
2.3. Wortbedeutungserklärung
3. Strategien zur Wortbedeutungserklärung
4. Analyse beider Transkriptteile anhand der vier Erklärstrategien nach Quasthoff und Hartmann
4.1. Einzelne Erklärstrategien
4.1.1. Explikation durch Beispiele
4.1.2. Nennung eines bedeutungsgleichen Ausdrucks
4.1.3. Nennung von übergeordneten Begriffen
4.1.4. Nennung von wesentlichen Merkmalen
4.2. Komplexe Erklärungen
4.3. Sonstige Erklärungen
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Erklärverhalten von Kindern im Kontext der Wortbedeutungserklärung, indem sie auf Basis empirischer Aufnahmen analysiert, welche Strategien genutzt werden, um Mitmenschen Begriffe verständlich zu machen.
- Grundlagen der Wortbedeutung und lexikalischer Definitionen
- Die Funktion und Kompetenz des Erklärens in der Kommunikation
- Empirische Untersuchung von Erklärstrategien von Kindern im Alter von acht und zehn Jahren
- Analyse und Einordnung von Erklärprozessen anhand der Kategorien von Quasthoff und Hartmann
- Bedeutung von lebensweltlichen Bezügen und geteiltem Vorwissen
Auszug aus dem Buch
3. Strategien zur Wortbedeutungserklärung
Quasthoff und Hartmann (1982) führen eine empirische Studie durch, in welcher Proband:innen in einem Interview die Bedeutung verschiedener „Stimulus-Wörter“ (QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.103) verbal erklären sollen. Dadurch entwickeln sie vier Erklärstrategien der Wortbedeutung. Es ist zu erwähnen, dass sich die vorliegenden Strategien in erster Linie auf alltagssprachliche Wortbedeutungen beziehen und nicht auf das Erklären wissenschaftlicher Begriffe und Definitionen (vgl. QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.105).
Dabei bezeichnet die Explikation durch Nennung von Beispielen die erste der vier Strategien. Hierbei werden Stimulus-Wörter mithilfe von „mehreren möglichen Untermengen des Begriffs“ (QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.105) zu fassen versucht. Durch untergeordnete Begriffe werden die Stimuluswörter erklärt. Von zentraler Bedeutung ist, dass genannte Beispiele nicht zwingend in einem Hyponymie-Verhältnis stehen müssen. Es können ebenso Beispiele genannt werden, welche nicht direkt unter das Stimuluswort geordnet sind (vgl. QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.105). So könnte für das Stimuluswort Lebensmittel ebenso das Beispiel Käse genannt werden, statt des mittelbar untergeordneten Begriffs Milchprodukte.
Des Weiteren nennen Quasthoff und Hartmann (1982) die Strategie der Explikation durch Nennung eines bedeutungsgleichen Ausdrucks. Bei dieser Strategie werden Stimuluswörter durch die Nennung gleichartiger Begriffe erklärt (vgl. QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.107). Ebenso wie bei der oben genannten Strategie der Explikation durch Nennung von Beispielen spielt bei dieser Möglichkeit des Erklärens nicht die Merkmale eines Begriffs eine Rolle, sondern „die Nennung eines Klassenbegriffs“ (QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.107). Der Unterschied beider Strategien liegt in der Bedeutung der Beispiele. Während bei der Explikation durch Nennung von Beispielen die Beispiele auf untergeordneten Hierarchieebenen liegen, liegen die Beispiele bei der Explikation durch Nennung eines bedeutungsgleichen Ausdrucks „auf der gleichen begrifflichen Hierarchieebene wie der zu erklärende Begriff“ (QUASTHOFF & HARTMANN 1982, S.107).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Wörtern in der Kommunikation und führt in das zentrale Thema der Wortbedeutungserklärung sowie die Zielsetzung der Arbeit ein.
2. Definitionen: Dieses Kapitel definiert essenzielle Begriffe wie Wortbedeutung, das Verb erklären sowie den spezifischen Begriff der Wortbedeutungserklärung auf theoretischer Grundlage.
3. Strategien zur Wortbedeutungserklärung: Hier werden die vier zentralen Erklärstrategien nach Quasthoff und Hartmann vorgestellt, die als theoretisches Gerüst für die darauffolgende Analyse dienen.
4. Analyse beider Transkriptteile anhand der vier Erklärstrategien nach Quasthoff und Hartmann: In diesem Hauptteil wird das gesammelte Transkriptmaterial mit den zuvor definierten Strategien evaluiert, wobei auch komplexe und sonstige Erklärformen betrachtet werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über die Anwendbarkeit der Strategien sowie die Bedeutung des Lebensweltbezugs beim Erklären.
Schlüsselwörter
Wortbedeutungserklärung, Erklärstrategien, Quasthoff und Hartmann, mentales Lexikon, Kommunikation, Sprachanalyse, Transkription, semantische Relationen, Erklärkompetenz, Begriffsbildung, Wortbedeutung, Alltagssprache, Bedeutungskonzeption, kindliche Sprachentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der Strategien, die Kinder verwenden, um anderen Personen die Bedeutung von Wörtern im Alltag zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Wortbedeutung, die Kompetenz des Erklärens und die empirische Untersuchung von Erklärstrategien anhand von Transkripten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Kinder Sprache nutzen, um Wissensdefizite bei anderen zu beheben und ob ihre Erklärungen den wissenschaftlichen Strategien von Quasthoff und Hartmann entsprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Transkriptionsanalyse zweier Aufnahmen von Kindern im Alter von acht und zehn Jahren, um Erklärsequenzen zu kategorisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die konkreten Erklärungen der Kinder und ordnet diese den Strategien „Explikation durch Beispiele“, „Nennung eines bedeutungsgleichen Ausdrucks“, „Nennung von übergeordneten Begriffen“ und „Nennung von wesentlichen Merkmalen“ zu.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wortbedeutungserklärung, Erklärstrategien, mentales Lexikon und Kommunikation geprägt.
Warum spielt das gemeinsame Vorwissen eine so große Rolle für die Kinder?
Wie die Transkripte zeigen, nutzen die Kinder häufig Situationen aus ihrer eigenen Lebenswelt, in denen sie voraussetzen, dass ihr Gegenüber dasselbe erlebt hat, was die Wortwahl und den Erfolg der Erklärung maßgeblich beeinflusst.
Sind die Strategien von Quasthoff und Hartmann für die Analyse der kindlichen Sprache ausreichend?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die klassischen Strategien zwar einen guten Überblick bieten, aber oft zu kurz greifen, da kindliche Erklärungen häufig mehrere Strategien kombinieren oder stark auf situative und lebensweltliche Bezüge angewiesen sind.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Strategien der Wortbedeutungserklärung mit Transkript, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1365682