Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Rechtsextremismus bei Jugendlichen, zeigt den Prozess der Radikalisierung auf und skizziert Hinwendungsmotive. Darüber hinaus stellt er dar, warum Jugendliche für rechtsextreme Gruppen eine Zielgruppe sind und warum die Arbeit mit rechtsextremistischen Jugendlichen zum Aufgabenbereich der Sozialen Arbeit gehört. Als mögliches Handlungskonzept wir der Ansatz der gerechtigkeitsorientierten Jugendarbeit für die Soziale Arbeit dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rechtsextremismus bei Jugendlichen
2.1 Definition und Abgrenzung
2.1.1 Radikalisierung
2.1.2 Rechtsextremismus, Rechtsradikalität und Neonazismus
2.2 Ideologische Merkmale von Rechtsextremismus
2.3 Hinwendungsmotive und Ursachen
2.4 Rechtsextremismus als Erlebniswelt
3 Gerechtigkeitsorientierte Jugendarbeit als möglicher Handlungsansatz Sozialer Arbeit
3.1 Grundlagen akzeptierender Jugendarbeit
3.2 Beziehungsarbeit als Grundlage akzeptierender Jugendarbeit
3.3 Kritik am Ansatz akzeptierender Jugendarbeit
3.4 Gerechtigkeitsorientierte Jugendarbeit
3.5 Grundlagen gerechtigkeitsorientierter Jugendarbeit
4 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Hinwendung Jugendlicher zum Rechtsextremismus und arbeitet die spezifischen Aufgaben sowie Handlungsansätze der Sozialen Arbeit in diesem Kontext heraus, um präventive und intervenierende Strategien zu beleuchten.
- Prozesse und Ursachen der Radikalisierung bei Jugendlichen.
- Die jugendliche „Erlebniswelt“ im Rechtsextremismus (Musik, Symbole, Codes).
- Methodische Grundlagen der akzeptierenden Jugendarbeit.
- Weiterentwicklung hin zur gerechtigkeitsorientierten Jugendarbeit.
- Das Spannungsfeld zwischen Hilfeauftrag und gesellschaftlicher Kontrolle.
Auszug aus dem Buch
2.3 Hinwendungsmotive und Ursachen
Die Gründe, warum Jugendliche sich dem Rechtsextremismus zuwenden, lassen sich verschiedenen generalisierten Merkmalen zuordnen. Bereits in der Kindheit gibt es Risikofaktoren, die später eine Zuwendung zu rechtsextremistischen Ideologien und Gruppen fördern. In diesem Zusammenhang spielt die Familie als erste Sozialisationsinstanz eine essenzielle Rolle. Bei vielen (ehemalig) Rechtsextremen sind die familiären Verhältnisse mit Konflikten belastet. Häufig wachsen Jugendliche in einer „unvollständigen“ Familie auf, also bei einem alleinerziehenden Elternteil oder mit Stiefeltern. Dabei ist häufig die Vaterfigur durch Tod oder Trennung nicht mehr präsent.
Die Beziehungen sind häufig durch emotionale Distanz oder sogar Gewalt geprägt. Gerade der Vater bzw. Stiefvater wird häufig als eine negative Figur gesehen, die mit Gewalt und Strafen droht. Die emotionale Distanz zeigt sich z. B. durch emotionale Unerreichbarkeit oder Abwesenheit und wenig Zuneigung und Anerkennung. Dies kann zu einer unsicheren Bindung zwischen Eltern und Kind führen. Weitere wichtige Faktoren in der Sozialisation sind Vorbilder innerhalb der Familie, die Affinitäten zu rechtsextremem Gedankengut haben (vgl. Rieker 2015, S. 8). Vor allem Großeltern, die beispielsweise positive Einstellungen zur Wehrmacht oder fremdenfeindliche Werte aufweisen, beeinflussen die Jugendlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Thematik ein, motiviert durch aktuelle rechtsextreme Straftaten, und definiert den Fokus auf die Soziale Arbeit mit Jugendlichen.
2 Rechtsextremismus bei Jugendlichen: Dieses Kapitel erläutert Begriffsdefinitionen, Radikalisierungsprozesse, ideologische Merkmale sowie die Funktion des Rechtsextremismus als Erlebniswelt.
3 Gerechtigkeitsorientierte Jugendarbeit als möglicher Handlungsansatz Sozialer Arbeit: Hier werden die Konzepte der akzeptierenden und gerechtigkeitsorientierten Jugendarbeit im Kontext der Jugendhilfe kritisch hinterfragt und methodisch begründet.
4 Schluss: Das Fazit fasst das Spannungsfeld des doppelten Mandats zusammen und betont die Notwendigkeit fachlicher Selbstreflexion und Transparenz für eine erfolgreiche präventive Arbeit.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Jugendliche, Radikalisierung, Jugendhilfe, akzeptierende Jugendarbeit, gerechtigkeitsorientierte Jugendarbeit, Erlebniswelt, Ideologie, Sozialisation, Prävention, Beziehungsarbeit, Identitätsstiftung, politische Bildung, Neonazismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gründe für die Radikalisierung Jugendlicher in den Rechtsextremismus und diskutiert angemessene pädagogische Handlungsansätze der Sozialarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Radikalisierungstheorien, die Rolle des Internet und von Musik als "Erlebniswelt" sowie professionelle Arbeitsprinzipien in der Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll aufgezeigt werden, wie die Soziale Arbeit Jugendliche aus rechtsideologischen Zusammenhängen heraus erreichen und unterstützen kann, ohne dabei rechtsextreme Werte zu legitimieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und einschlägigen Modellen der Radikalisierungs- und Jugendforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (psychologisch/soziologisch) und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der akzeptierenden bzw. gerechtigkeitsorientierten Jugendarbeit.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Radikalisierung, Jugendhilfe und gerechtigkeitsorientierte Jugendarbeit.
Was versteht man unter dem Konzept der „Erlebniswelt Rechtsextremismus“?
Es beschreibt, wie rechtsextreme Szenen durch Freizeitangebote, Musik und ein Zugehörigkeitsgefühl gezielt Bedürfnisse Jugendlicher nach Identität, Abenteuer und Anerkennung besetzen.
Was bedeutet das „doppelte Mandat“ für Sozialarbeiter in diesem Feld?
Sozialarbeiter stehen im Spannungsfeld zwischen dem gesetzlichen Kontrollauftrag der Gesellschaft und ihrem berufsethischen Auftrag, eine professionelle Beziehung auf Augenhöhe zum Klienten aufzubauen, um einen Ausstiegsprozess zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Natascha Gröger (Autor:in), 2021, Warum werden Jugendliche rechtsextrem und was ist hierbei die Aufgabe der Sozialen Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1365443