William Laud war als Erzbischof und Politiker ein enger Berater des englischen Königs Charles I. Im Zuge des Bürgerkriegs wurde er hingerichtet. Diese Arbeit befasst sich mit den unterschiedlichen Fassungen Anton von Dycks Gemälde William Lauds und stellt die Frage nach der Selbstinszenierung des anglikanischen Bischofs und Staatsmanns.
Inhaltsverzeichnis
1. Wer war William Laud?
2. Anton van Dycks Londoner Jahre
3. Das Gemälde
3.2 Ein Priester in Chorkleidung - Beschreibung
3.3 Rochet und Chimere - Kleidung, Attribute und Ikonographie
4. Der Hintergrund - Deutung des Gemäldes
5. Theologe mit Aufgaben im Staatsdienst – ein anglikanischer Bischof
6. Quellen und Literaturverzeichnis:
6.1. Quellen:
6.2 Literatur:
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Porträt von Erzbischof William Laud aus der Werkstatt von Anton van Dyck, um zu analysieren, wie sich der Geistliche, Staatsmann und Berater von König Karl I. durch dieses Bildnis selbst inszenieren wollte und welche Rückschlüsse die symbolische Bildsprache auf sein Selbstverständnis und seine politische Rolle im England des 17. Jahrhunderts zulässt.
- Die historische Identität und politische Biografie von William Laud
- Die künstlerische Praxis Anton van Dycks am englischen Hof
- Ikonographische Analyse der Kleidung, Attribute und Hintergrundmotive
- Die Doppelfunktion von Laud als kirchlicher Würdenträger und Staatsdiener
- Provenienz und Zuschreibung der verschiedenen Gemälde-Exemplare
Auszug aus dem Buch
3.2 Ein Priester in Chorkleidung - Beschreibung
Das Gemälde in der Version in Cambridge ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und hat die Maße 121,6 x 97,1 cm21. Die porträtierte Person steht in der Mitte des Bildes, dem Betrachter zugewandt, leicht nach rechts gewandt. Sie trägt einen grauen Bart und unter dem schwarzen Hut ist graues Haar erkennbar. Sie hat einen lebendigen Blick. Der rechte Arm ist auf dem Sockel einer Säule aufgestützt, der linke Arm hängt leicht angewinkelt nach unten. Im näheren Hintergrund links ist eine Säule zu sehen, im tiefen Hintergrund rechts eine Art Vorhang aus rotem und goldenem Stoff zu erahnen. Die Person trägt ein weißes Hemd mit einem schwarzen Überwurf. Aus dem Halsausschnitt schaut ein weißer Kragen. Die Kleidung hat einen faltenreichen Wurf.
Der Hintergrund ist in dunklen Farben gehalten, von dem sich das weiße Hemd kontrastreich absetzt.
Zwischen den Bildern in St. Petersburg und Cambridge scheint einer der Unterschiede zu sein, dass die Person auf dem Exemplar in Cambridge den Betrachter direkt ansieht, auf dem in St. Petersburg der Blick eher nach unten gerichtet ist. Dies mag mit der Verwendung des Bildes und seiner ursprünglichen Position in einem Raum zusammenhängen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wer war William Laud?: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und Wirken von Erzbischof William Laud, sein politisches Engagement sowie die Entstehungsumstände seines Porträts bei Anton van Dyck.
2. Anton van Dycks Londoner Jahre: Hier wird der Werdegang van Dycks als Hofmaler am englischen Königshof beschrieben und aufgezeigt, wie er durch seine Porträtkunst zur Legitimation der Stuart-Dynastie beitrug.
3. Das Gemälde: Dieses Kapitel widmet sich der quellenkritischen Untersuchung der verschiedenen Versionen des Porträts und deren Zuschreibung sowie der detaillierten Beschreibung der Dargestellten Attribute.
3.2 Ein Priester in Chorkleidung - Beschreibung: Es erfolgt eine detaillierte visuelle Beschreibung des Cambridger Exemplars, inklusive der Pose des Dargestellten und der Komposition des Hintergrunds.
3.3 Rochet und Chimere - Kleidung, Attribute und Ikonographie: Dieses Unterkapitel analysiert die symbolische Bedeutung der kirchlichen Kleidung und die bewusste Abgrenzung Lauds von älteren bischöflichen Attribut-Traditionen.
4. Der Hintergrund - Deutung des Gemäldes: Eine Untersuchung der ikonographischen Bedeutung von Säulen und Vorhängen im Bild, die Laud in die Reihe bedeutender weltlicher Herrscher stellen.
5. Theologe mit Aufgaben im Staatsdienst – ein anglikanischer Bischof: Eine Schlussbetrachtung zur Doppelnatur Lauds als Kirchenmann und Staatsdiener, die den Kernkonflikt darstellt, der zu seinem Scheitern und seiner Hinrichtung führte.
6. Quellen und Literaturverzeichnis:: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen, inklusive Bildmaterial, sowie die wissenschaftliche Fachliteratur auf.
6.1. Quellen:: Auflistung der Standorte und Eckdaten der verschiedenen Porträtexemplare.
6.2 Literatur:: Vollständiges Verzeichnis der zitierten wissenschaftlichen Werke und Kataloge.
Schlüsselwörter
William Laud, Anton van Dyck, Erzbischof von Canterbury, englischer Bürgerkrieg, Porträtmalerei, Ikonographie, Staatsreligion, anglikanische Kirche, Herrscherporträt, 17. Jahrhundert, Maltechnik, Provenienzforschung, Kirchenfürst, Staatsdienst, Stuart-Dynastie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert das bekannte Porträt des Erzbischofs William Laud, das in der Werkstatt von Anton van Dyck entstand, um dessen Selbstinszenierung im Kontext seiner kirchlichen und politischen Machtposition zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Biografie Lauds, der Kunstgeschichte des Porträts am Hof von Karl I. sowie der ikonographischen Deutung der verwendeten Symbole im Bild.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob und wie William Laud seine Rolle als Theologe, Kirchenfürst und Staatsmann durch die künstlerische Gestaltung des Porträts bewusst nach außen hin definieren wollte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine kunsthistorische quellenkritische Analyse der verschiedenen Gemäldefassungen sowie auf eine historische Einordnung der politischen Rolle von Laud im England des 17. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit genau behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Werkstattpraxis van Dycks, die detaillierte Analyse der Kleidung und Hintergrundmotive (Säulen, Vorhänge) sowie die Interpretation dieser Details als Symbole von Macht und kirchlichem Selbstverständnis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie William Laud, Anton van Dyck, Ikonographie, englischer Bürgerkrieg, anglikanische Kirche und Herrscherporträt charakterisieren.
Gibt es innerhalb der Forschung einen Konsens darüber, welches Bild das Original ist?
Nein, die Zuordnung des Originals ist in der Forschung umstritten; es existieren verschiedene Theorien, die entweder Exemplare in St. Petersburg, Cambridge oder Lambeth Palace favorisieren.
Wie deutet der Autor die symbolische Bedeutung der Kulisse im Porträt?
Die Kulisse, bestehend aus Säulen und Vorhängen, wird vom Autor als ein Mittel gedeutet, den Erzbischof in die Tradition von Herrschern und Adeligen zu stellen und ihn als anglikanischen Kirchenmann auszuweisen, der sowohl den Staat stützt als auch die Liturgie reformiert.
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- Markus Pohl (Author), 2011, Anton van Dycks "Archbishop William Laud“. Theologe, Staatsmann, Kirchenfürst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1356149