Es ist ein Anliegen dieser Arbeit, den Begriff der "Leistungsbeurteilung" erst zu erläutern, um auf die Anforderungen dieses Vorgangs konkret eingehen zu können und so die zahlreichen Formen und Funktionen der Beurteilung zu besprechen. Angeschlossen ist außerdem die Bearbeitung der rechtlichen Grundlage sowie der Sonderfall der mündlichen Schülerleistung, bevor die Beurteilung von Schreibleistungen und der Umgang mit Kriterienkatalogen erläutert und im letzten Schritt ein Beispiel aus der Praxis betrachtet werden kann.
Das Leben in der gegenwärtigen Leistungsgesellschaft erfordert auch bereits von Schüler/innen eine gewisse Leistungserbringung, dies natürlich auch innerhalb des Schulalltags. Die Diskussionsbedürftigkeit von leistungsorientierten Gesellschaften und somit auch der Leistungsorientierung innerhalb der Schule ist aber nicht Thema dieser Arbeit, sondern vielmehr stehen Ablauf, Vorgehensweisen und Einflüsse bei der Beurteilung von schulischen Leistungen im Mittelpunkt. Dieses Tätigkeitsfeld erweist sich für Lehrpersonen nämlich als äußerst komplex und stellt Anforderungen und Arbeitsschritte an die Lehrkräfte, die häufig zwar in nur wenige Vorgänge zusammenfallen, jedoch mehrere kognitive Leistungen gleichzeitig erfordern. Anhand eines Beispiels werden hierzu Theorie und Praxis gegenübergestellt und der Einsatz von Kriterienkatalogen beleuchtet. Dazu wird zunächst geklärt, welche Tätigkeiten die Leistungsbeurteilung umfasst und tangiert, um daran aufzuzeigen, dass bereits der Versuch, die grundlegenden Arbeitsfelder einer Lehrperson zu umreißen, genauso zu immer zahlreicheren Teilaufgaben führt, wie die Klärung seiner/ihrer Aufgaben innerhalb des Leistungsbeurteilungsprozesses.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Leistungsbeurteilung
2.1 Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
2.1.1 Formen der Leistungsbeurteilung
2.1.2 Anforderungen an Leistungsbeurteilungen
2.1.3 Funktionen der Leistungsbeurteilung
2.2 Probleme bei der Leistungsbeurteilung und Beurteilungsfehler
2.3 Sonderfall mündliche Schülerleistung
2.4 rechtliche Grundlage
2.5 Bildungsstandards
3 Beurteilung von ganzheitlichen Schreibleistungen
3.1 Kriterienkataloge
4 Leistungsbeurteilung mittels Kriterienkatalog: Ein Beispiel
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Leistungsbeurteilung im Schulalltag, wobei ein Fokus auf der Gegenüberstellung von Theorie und Praxis sowie der Anwendung von Kriterienkatalogen liegt.
- Struktur und Abläufe der Leistungsbeurteilung
- Rechtliche Grundlagen und Bildungsstandards in Österreich
- Herausforderungen und Fehlerquellen beim Bewerten
- Einsatz von Kriterienkatalogen bei Schreibleistungen
- Analyse eines Praxisbeispiels
Auszug aus dem Buch
2 Leistungsbeurteilung
Die Leistungsbeurteilung zählt neben der Kompetenz- und Wissensvermittlung zu den zentralen Aufgaben von Lehrenden. Näher betrachtet, umfassen diese allerdings mehr Aufgaben, als nur die genannten drei. Bevor Leistung überprüft werden kann, ist es zwar notwendig, Wissen zu vermitteln sowie Kompetenzen zu fördern und zu entwickeln, doch besteht ein Teil der Lehrtätigkeit auch darin, den Schüler/innen das notwendige Lernangebot erst anzubieten, um Lernerfolge erzielen zu können. Daneben ist die Fragen- und Aufgabenerstellung ein Arbeitsfeld, das Lernfortschritte zusätzlich erst ermöglicht. Diese Aktivitäten greifen ineinander, bedingen sich gegenseitig und bilden die Grundlage für eine Planung der weiteren Vorgehensweise.
Die Beurteilung von Schülerleistungen vereint ebenfalls verschiedene Aktivitäten in einer Person und berührt, nun von einem geänderten Standpunkt aus gesehen, z.T. dieselben Tätigkeitsfelder, wie die allgemeinen Aufgaben einer Lehrkraft. Ebenso, wie sich nämlich diese sowie Schülerleistungen als komplexes Feld erweisen, bestehen Leistungsbeurteilungen aus mehreren Verantwortungsbereichen:
Eine Leistung, die wir beurteilen, muss aber vorher in einer Prüfungssituation provoziert werden; und damit es überhaupt Leistung zu provozieren gibt, muss sie zunächst einmal in Unterrichtssituationen aufgebaut und entwickelt worden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, den Prozess und die Einflüsse der Leistungsbeurteilung im Schulalltag theoretisch sowie praxisnah zu beleuchten.
2 Leistungsbeurteilung: Dieses Kapitel definiert den Prozess der Leistungsbeurteilung, dessen Anforderungen, Funktionen und die rechtlichen Rahmenbedingungen.
2.1 Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung: Es wird die Differenzierung zwischen der bloßen Leistungsmessung und dem bewertenden Akt der Beurteilung dargelegt.
2.1.1 Formen der Leistungsbeurteilung: Hier werden diverse Modelle wie Noten, Raster und Verbalbeurteilungen vorgestellt.
2.1.2 Anforderungen an Leistungsbeurteilungen: Erläutert werden Qualitätskriterien wie Validität, Reliabilität, Objektivität sowie das Prinzip der Variabilität.
2.1.3 Funktionen der Leistungsbeurteilung: Dieses Kapitel beschreibt die vielfältigen Zwecke, etwa Lernfortschrittskontrolle, Selektion oder Sozialisation.
2.2 Probleme bei der Leistungsbeurteilung und Beurteilungsfehler: Analysiert werden Schwierigkeiten bei der objektiven Bewertung und typische Fehlerquellen wie der Halo-Effekt.
2.3 Sonderfall mündliche Schülerleistung: Diskutiert werden die situativen Besonderheiten und der Bedarf an Strukturierung bei mündlichen Prüfungen.
2.4 rechtliche Grundlage: Bietet einen Überblick über die gesetzlichen Vorgaben in Österreich, insbesondere das SchUG und die LBVO.
2.5 Bildungsstandards: Beschreibt den Einfluss von Kompetenzorientierung auf die Unterrichtsplanung und Leistungsbeurteilung.
3 Beurteilung von ganzheitlichen Schreibleistungen: Fokus auf die transparente Bewertung komplexer Leistungen mittels Kriterienkatalogen.
3.1 Kriterienkataloge: Erläutert die Erstellung und den praktischen Einsatz von Katalogen bei der Bewertung.
4 Leistungsbeurteilung mittels Kriterienkatalog: Ein Beispiel: Veranschaulichung der theoretischen Ansätze anhand der Bewertung einer Meinungsrede einer siebenten Klasse.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Komplexität des Beurteilungsprozesses und der Grenzen systematischer Bewertungsverfahren.
Schlüsselwörter
Leistungsbeurteilung, Leistungsfeststellung, Kriterienkatalog, Schülerleistungen, Lehrkraft, Bildungsstandards, Benotung, Rechtsgrundlage, Kompetenzorientierung, Beurteilungsfehler, SchUG, LBVO, Lernfortschritt, Schulleistung, Bewertungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Leistungsbeurteilung im Schulalltag, deren komplexen Abläufen, notwendigen Schritten und den täglichen Herausforderungen für Lehrkräfte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen in Österreich, die Differenzierung zwischen Leistungsfeststellung und -beurteilung, die Relevanz der Objektivität sowie den gezielten Einsatz von Kriterienkatalogen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den umfassenden und oft unterschätzten Prozess der Leistungsbewertung zu beleuchten und Kriterienkataloge als ein Instrument zur Förderung von Transparenz und Struktur in der Praxis vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu den Grundlagen der Leistungsbeurteilung mit einer praktischen Veranschaulichung anhand eines Schreibauftrags im Deutschunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte, wie rechtliche Rahmenbedingungen und Fehlerquellen beim Bewerten, sowie die praktische Anwendung von Kriterienkatalogen bei der Korrektur von ganzheitlichen Schreibleistungen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungsfeststellung, Kriterienkatalog, Validität, Reliabilität, Objektivität, LBVO und die Schülerleistung als komplexes Evaluationsfeld.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Leistungsfeststellung und -bewertung?
Die Arbeit erläutert, dass die Leistungsfeststellung das formale Messen umfasst, während die Leistungsbeurteilung erst durch die wertende Zuweisung eines Urteils, etwa in Form einer Note, vollendet wird.
Welche Rolle spielen Kriterienkataloge in der behandelten Praxis?
Kriterienkataloge dienen als Instrument, um komplexe Leistungen, wie das Verfassen eines Aufsatzes, in transparente Teilbereiche zu zerlegen und somit die Vergleichbarkeit und Objektivität der Bewertung zu erhöhen.
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- Anonym (Author), 2019, Schülerleistungen beurteilen. Ein komplexer Teil des Lehralltages auf dem Prüfstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1351841