Mode gehört zu dem kulturellen Bereich, an dem jeder Mensch teilnimmt. Die Sprache ist hierbei entscheidend, denn aus Kleidung wird Mode, indem über sie geschrieben wird. In der Forschung gibt es bislang nur vereinzelt Arbeiten, die sich mit den sprachlichen Charakteristika der Modesprache auseinandersetzen und daher wird in dieser Arbeit die folgende Fragestellung behandelt: Welche lexikalischen und stilistischen Charakteristika weist die Fachsprache der Mode auf?
Als Mode wird in diesem Beitrag die am Körper getragene Kleidung definiert. Untersuchungsgegenstand bildet ein Korpus von in Deutschland auflagenstarken Publikumszeitschriften, die der Unterkategorie der Frauen-, Mode- und Gesellschaftszeitschrift angehören. Thematischer Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Untersuchung der lexikalischen und stilistischen Charakteristika der Modesprache, die als ein Hinweis auf Fachsprachlichkeit gesehen werden können.
Im ersten Kapitel wird dargelegt, warum die Modesprache als Fachsprache bezeichnet werden kann. Der zweite Teil beinhaltet die intensive Auseinandersetzung mit den sprachlichen Besonderheiten der Modesprache. Aufgrund des beschränkten Umfangs der Arbeit können nur zwei sprachliche Charakteristika, die Anglizismen und Gallizismen sowie die Bildung von Komposita, analysiert werden. Sie tauchen am häufigsten in der Fachlexik auf und sind daher besonders signifikant für die Fachsprache der Mode.
Im Folgenden wird untersucht, ob es lexikalische und stilistische Unterschiede in Publikumszeitschriften für Frauen unter und über 40 Jahre sowie ab 55 Jahren gibt. Diese Thematik ist in der Forschung bislang unberücksichtigt geblieben, obgleich sie hinsichtlich der Herausarbeitung von sprachlichen und stilistischen Besonderheiten ergiebig sein kann. In diesem Teil geht es unter anderem um die Frage, ob es lexikalische und rhetorische Merkmale gibt, die, unabhängig von der Zielgruppe, in Modemagazinen konstant auftauchen. Ein Fazit, bestehend aus einer Zusammenfassung, Reflexion und weiteren Forschungsimpulsen, beschließt diese Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modesprache als Fachsprache
3. Die lexikalischen und stilistischen Charakteristika der Fachsprache der Mode
3.1 Anglizismen und Gallizismen
3.2 Die Bildung von Komposita
4. Publikumszeitschriften für Frauen unterschiedlichen Alters im Vergleich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen lexikalischen und stilistischen Charakteristika der Modesprache, um deren Status als Fachsprache zu analysieren und Unterschiede im Sprachgebrauch zwischen Publikumszeitschriften für verschiedene Altersgruppen aufzuzeigen.
- Definition und Zuordnung der Modesprache als Fachsprache
- Analyse von Anglizismen und Gallizismen in der Modeberichterstattung
- Untersuchung der Wortbildungsprozesse durch Komposita
- Vergleichende Analyse des Stils in Zeitschriften für unterschiedliche Altersgruppen
- Rolle rhetorischer Stilmittel zur Absatzsteigerung und Zielgruppenansprache
Auszug aus dem Buch
Die Bildung von Komposita
Im Wortbildungsprozess der deutschen Sprache ist es möglich, Wörter je nach Bedarf aneinander zu reihen und sogenannte Kompositionen zu bilden. Hierbei wird zwischen Determinativ- und Kopulativkomposita unterschieden. Beim ersteren stehen die zwei miteinander verbundenen Konstituenten in einem Verhältnis der Unter- bzw. Überordnung. Das Determinatum ist das Zweitglied und wird vom Determinans, dem Erstglied, näher bestimmt. Dies bedeutet, dass der Geltungsbereich des Zweitglieds durch das Erstglied eingegrenzt wird. Ein Beispiel für ein Determinativkompositum ist die Wortbildung „Schlaghose“ (InS, 136). Hierbei handelt es sich um eine Hose mit sehr weiten Beinen. Das Determinans „Schlag“ bestimmt das Determinatum „Hose“ näher, indem eingegrenzt wird, um welche Art von Hose es sich handelt.
Im Folgenden soll betrachtet werden, welche Formen das Determinans in der Modesprache annehmen kann. Zum einen kann es als Zahl oder Bruch erscheinen wie zum Beispiel in der Komposition „7/8-Länge“ (InS, 102), die zur Bezeichnung einer Hose, deren Saum unmittelbar nach der Wade endet, verwendet wird. Ferner können Namen ein Erstglied sein. Die Bezeichnung „Marlene-Hose“ ist beispielsweise auf die Stilikone der vergangenen Jahrhunderts, Marlene Dietrich, zurück zu führen. Die Hose besitzt einen geraden Schnitt, ein weites Bein, ein oder zwei Bundfalten sowie Flügeltaschen oder in die Seitennaht eingearbeitete Taschen. Weiterhin können Verben ein Erstglied sein wie wie das Kompositum „Wickeloptik“ (Br, 34) zeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Bedeutung der Modesprache als Teilbereich unseres kulturellen Lebens dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer lexikalischen und stilistischen Merkmale.
2. Modesprache als Fachsprache: Hier wird die Modesprache definiert und diskutiert, warum sie trotz ihrer breiten Zielgruppe als Fachsprache einzustufen ist.
3. Die lexikalischen und stilistischen Charakteristika der Fachsprache der Mode: Dieses Kapitel analysiert detailliert den Einsatz von Anglizismen und Gallizismen sowie die komplexen Wortbildungsprozesse bei Komposita innerhalb der Fachlexik.
4. Publikumszeitschriften für Frauen unterschiedlichen Alters im Vergleich: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Zeitschriften verdeutlicht, wie sich Sprachgebrauch, Wortwahl und rhetorische Mittel je nach Zielgruppe voneinander unterscheiden.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei bestätigt wird, dass die Modesprache über fachsprachliche Spezifika verfügt, die jedoch stark auf die jeweilige Zielgruppe und deren Alter abgestimmt sind.
Schlüsselwörter
Modesprache, Fachsprache, Anglizismen, Gallizismen, Komposita, Wortbildung, Publikumszeitschriften, Stilistik, Rhetorik, Zielgruppenanalyse, Sprachwandel, Fremdwörter, Modeberichterstattung, Sprachgebrauch, Terminologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Modesprache als Fachsprache und hinterfragt, welche lexikalischen und stilistischen Besonderheiten sie prägen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Zentral sind die Rolle von Anglizismen und Gallizismen, die Wortbildung durch Komposita sowie der Einfluss rhetorischer Stilmittel innerhalb verschiedener Modezeitschriften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, welche lexikalischen und stilistischen Charakteristika die Modesprache aufweist und ob diese als Anhaltspunkte für ihre Einstufung als Fachsprache dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine korpusbasierte Analyse, bei der aktuelle Publikumszeitschriften wie "InStyle", "Brigitte" und "Brigitte woman" untersucht und hinsichtlich ausgewählter sprachlicher Parameter verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Modesprache, die detaillierte Analyse sprachlicher Strukturen (Fremdwörter, Komposita) und einen empirischen Vergleich der Sprachverwendung altersabhängiger Zeitschriften.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Modesprache, Fachsprache, Anglizismen, Komposita, Stilistik und Zielgruppenansprache geprägt.
Wie unterscheidet sich der Sprachgebrauch in Zeitschriften für jüngere Frauen von dem für ältere Frauen?
Jüngere Zeitschriften nutzen häufiger Anglizismen und spielerische Wortspiele, während Magazine für Frauen ab 40 oder 55 Jahren einen sprachlich reduzierteren, direkteren Stil bevorzugen, der jedoch durch gezielte Rhetorik ergänzt wird.
Was bedeutet der Begriff "Homonymie" im Kontext der untersuchten Modesprache?
Homonymie bezieht sich in der Arbeit auf Wörter mit gleicher Schreibweise, die jedoch unterschiedliche Bedeutungen tragen, was in der Modeschreibung teilweise bewusst genutzt wird.
Warum spielt die Personifizierung in der Modeberichterstattung eine Rolle?
Personifizierungen werden eingesetzt, um die Mode als lebendiges Objekt darzustellen, zu dem die Leserinnen eine emotionale Beziehung aufbauen können, was die Attraktivität der Produkte steigert.
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- Christina Minich (Author), 2016, Die lexikalischen und stilistischen Charakteristika der Modefachsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1341721