Cashflow-basierte Größen werden bei Analysen jeglicher Art gegenüber klassisch-bilanziellen Größen bevorzugt. Die rege Nutzung zeigt sich auch bei der Unternehmensanalyse durch externe Analysten, indem beispielsweise durch bilanzpolitische Maßnahmen beeinflusste Größen wie der Jahresüberschuss von nachrangiger Bedeutung sind, wenn manipulationsunanfällige Größen wie Cashflows erhoben werden können. Durch die Verankerung der Kapitalflussrechnung als festen Bestandteil eines Jahresabschlusses nach IFRS sowie der Notwendigkeit bei Kapitalmarktorientierung oder Konzernrechnungslegungspflicht nach dem deutschen HGB, wird der Cashflow-Betrachtung durch die verbesserte Informationslage stetig mehr Wert beigemessen.
Dies geht sogar so weit, dass Unternehmen, welche eine gute Anlegerbeziehung pflegen, diverse Cashflow-Größen auch über die rechtliche Notwendigkeit hinaus veröffentlichen. Hierdurch wird den Analysten bei ihrem Ziel geholfen, durch verschiedene Ansätze ein verbessertes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (VFE) des analysierten Unternehmens zu gewinnen.
Folglich ist es das Ziel dieser Ausarbeitung, die Rolle unterschiedlicher Cashflow-Größen in der Unternehmensanalyse durch externe Adressaten darzustellen und zu bewerten.
Hierzu beginnt das zweite Kapitel mit den Grundlagen der Unternehmensanalyse, indem der Begriff im engeren Sinne definiert und von anderen Verwendungen abgegrenzt wird. Gleichsam werden in diesem Zuge auch Zielsetzung und potenzielle Stakeholder thematisiert. Das dritte Kapitel widmet sich dann einer einheitlichen Definition des Cashflows, um in der Folge grundsätzliche Berechnungsansätze darzustellen.
Anschließend werden im darauffolgenden Kapitel unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten in der Unternehmensanalyse thematisiert, bei welchen der Cashflow Aussagen hinsichtlich Liquidität, Investitions- und Finanzkraft oder Ertragsanalyse möglich macht. Ergänzend hierzu wird die Bedeutung im wertorientierten Unternehmenskontext thematisiert, um anschließend im letzten Kapitel die Ausarbeitung mit einer Schlussbetrachtung und kritischen Würdigung abzurunden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Unternehmensanalyse
2.1 Gegenstand und Abgrenzung
2.2 Zielsetzung und Stakeholder
3 Grundlagen zu Cashflow-Größen
3.1 Definition und Zielsetzung
3.2 Grundsätzliche Ermittlungsansätze
4 Anwendungsmöglichkeiten von Cashflow-Größen in der Unternehmensanalyse
4.1 Cashflow als Liquiditätskennzahl
4.2 Cashflow als Kennzahl der Finanzkraft
4.3 Cashflow als Kennzahl der Erfolgsanalyse
4.4 Cashflow als wertorientierte Kennzahl
5 Schlussbetrachtung und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Rolle unterschiedlicher Cashflow-Größen in der externen Unternehmensanalyse darzustellen und kritisch zu bewerten. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Cashflow-basierte Kennzahlen als Analyseinstrumente dienen können, um ein fundiertes Urteil über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zu bilden.
- Grundlagen der Unternehmensanalyse und Identifikation relevanter Stakeholder.
- Definition und verschiedene Ermittlungsmethoden von Cashflow-Größen.
- Analyse des Cashflows im Kontext von Liquiditäts- und Finanzkraftbeurteilungen.
- Untersuchung des Cashflows zur Erfolgsanalyse und als Instrument der wertorientierten Unternehmensführung.
- Kritische Würdigung des Nutzens und der Grenzen von Cashflow-Kennzahlen für externe Adressaten.
Auszug aus dem Buch
4.1 Cashflow als Liquiditätskennzahl
Die Liquidität hat im Unternehmenskontext eine besondere Stellung und stellt ein Satisfizierungsziel dar, indem die jederzeitige und plangerechte Einhaltung ein Muss für jedes Unternehmen darstellt. Gleichsam sollte auch keine Maximierung des Bestandes an liquiden Mitteln angestrebt werden, da diese in der Regel unverzinslich angelegt sind und das Erfolgsziel des Unternehmens negativ tangieren. Der Kern der Liquiditätsanalyse sollte eine stromgrößenorientierte Analyse sein, welche nicht nur Bestandsgrößen wie Zahlungseingangs- und -ausgangspotentiale vergleicht, sondern tatsächlichen Zahlungsflüsse des Unternehmens mit der Außenwelt darstellt. Die Jahresabschlussunterlagen börsennotierter Unternehmen liefern hierfür mit der Kapitalflussrechnung (KFR) eine interessante finanzwirtschaftliche Beurteilungsmöglichkeit, welche darüber Auskunft gibt, welche Vorgänge im Unternehmen eine Veränderung des Finanzmittelfonds bewirkt haben. Hierbei ist es die Zielsetzung der KFR, einen Einblick in die Fähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten, künftige Finanzüberschüsse zu erwirtschaften, finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen und Gewinnausschüttungen zu leisten. Die Zu- und Abflüsse werden hierbei wie in Abbildung 5 in drei Bereiche zugeordnet, welche als Cashflow aus operativer-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit bezeichnet werden. Aus der Abbildung wird letztlich ersichtlich, dass die Summe der drei Cashflows der Veränderung der liquiden Mittel entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Cashflow-Größen gegenüber klassischen bilanzorientierten Kennzahlen in der Unternehmensanalyse und definiert das Ziel der Ausarbeitung.
2 Grundlagen der Unternehmensanalyse: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unternehmensanalyse, grenzt diesen ab und identifiziert die wesentlichen Stakeholder sowie deren Informationsbedürfnisse.
3 Grundlagen zu Cashflow-Größen: Hier werden der Begriff "Cashflow" sowie die grundlegenden Verfahren zu seiner Ermittlung – insbesondere die direkte und indirekte Methode – erläutert.
4 Anwendungsmöglichkeiten von Cashflow-Größen in der Unternehmensanalyse: Das Kapitel untersucht detailliert, wie Cashflow-Kennzahlen zur Beurteilung von Liquidität, Finanzkraft, Erfolgspotenzial und als Teil der wertorientierten Unternehmensführung eingesetzt werden.
5 Schlussbetrachtung und kritische Würdigung: Der letzte Teil fasst die Erkenntnisse der Analyse zusammen und würdigt die Anwendbarkeit sowie die Grenzen von Cashflow-Größen kritisch.
Schlüsselwörter
Unternehmensanalyse, Cashflow, Kapitalflussrechnung, Liquidität, Finanzkraft, Erfolgsanalyse, Wertorientierung, Investitionstätigkeit, Finanzierungstätigkeit, Jahresabschluss, Bilanzanalyse, Erfolgsrechnung, Shareholder-Value, Finanzüberschuss, Rechnungslegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Bedeutung und Anwendung von Cashflow-Größen innerhalb der externen Unternehmensanalyse und deren Eignung als aussagekräftige Kennzahlen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Zentrale Themen sind die Grundlagen der Unternehmensanalyse, die Methodik der Cashflow-Ermittlung sowie die Differenzierung zwischen Liquiditäts-, Finanzkraft- und Ergebniskennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie verschiedene Cashflow-Kennzahlen helfen können, ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens zu gewinnen und finanzielle Risiken besser einzuschätzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Ansätze der Bilanzanalyse und der Kapitalflussrechnung, ergänzt durch die grafische Darstellung und Erläuterung von Kennzahlenmodellen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Cashflows und seine differenzierte Anwendung zur Liquiditätsanalyse sowie als Indikator für Finanzkraft, Erfolg und Unternehmenswert.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kapitalflussrechnung, Liquiditätssicherung, wertorientierte Steuerung und betriebliche Finanzkraft bestimmt.
Warum wird der Cashflow gegenüber dem Jahresüberschuss bevorzugt?
Der Cashflow gilt als weniger manipulationsanfällig gegenüber bilanzpolitischen Gestaltungsmaßnahmen, da er auf tatsächlichen Zahlungsströmen basiert und nicht auf buchhalterischen Erfolgsgrößen.
Worin liegt der Unterschied zwischen direkter und indirekter Cashflow-Ermittlung?
Die direkte Methode stellt Ein- und Auszahlungen unmittelbar gegenüber, während die indirekte Methode vom Periodenergebnis ausgeht und dieses um zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge bereinigt.
Was ist mit der Aussage "You can hide earnings, but you can't hide cash" gemeint?
Das Zitat unterstreicht, dass Gewinne durch bilanzielle Maßnahmen leichter beeinflussbar bzw. "versteckbar" sind, während die tatsächliche Liquiditätsentwicklung eine objektivere Sicht auf die operative Leistung zulässt.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Rollen von Cashflow-Größen in der Unternehmensanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1339548