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Angriff auf die Demokratie oder bloße Verschwörungstheorie?

Das rechtspopulistische Feindbild der Medien anhand einer exemplarischen Frequenz- und Korpusanalyse des Begriffes Lügenpresse

Titel: Angriff auf die Demokratie oder bloße Verschwörungstheorie?

Hausarbeit , 2021 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Klara Santel (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll das rechtspopulistisch konstruierte Feindbild der Medien genauer untersucht werden und anhand einer kurzen exemplarischen Korpus- und Frequenzanalyse des ‚Schlachtbegriffs‘ Lügenpresse die Auswirkungen und Gefahren rechtspopulistischer Sprache herausgearbeitet werden. Dazu werden zunächst typische rechtspopulistische (linguistische) Strategien thematisiert und mittels des Medienfeindbildes an Beispielen erläutert. Dieses wird anschließend im Kontext von rechtspopulistischen Ideologien sowie genereller Medienkritik und Medienpsychologie aufgegriffen. In einem zweiten Teil soll anhand des Begriffes Lügenpresse die starke Verbundenheit zwischen Sprache und Ideologie aufgezeigt und im abschließenden Fazit unter dem Gesichtspunkt der sprachlichen Macht im Seminarkontext verortet werden.

„Lügenpresse“, „Altparteien“ oder „Angstkirchen“ – Metaphern wie diese lassen sich leicht dem rechtspopulistischen Spektrum zuordnen und dienen hier offensichtlich der Diffamierung von Feindbildern. Auf den ersten Blick scheinen Phrasen dieser Art fast schon lächerlich unglaubwürdig und dennoch ist es lohnenswert, einen tieferen Blick in die linguistischen Muster rechtspopulistischer AkteurInnen zu werfen. Die zentrale Grundstrategie stellt dabei das Anbieten von einfachen Lösungen zu sehr komplexen Problemen der modernen Welt dar, womit auch immer ein Protest gegen die fortwährende Regierung verbunden ist. Dabei wird ein großer Teil der Überzeugungskraft erst auf der sprachlichen Ebene entfaltet, Aufklärung und Wissen über solch typische ‚Sprachmanöver‘ können somit maßgeblich dazu beitragen, AdressatInnen resistenter gegenüber Manipulationen werden zu lassen.

Charakteristisch für die Ideologie des Rechtspopulismus ist neben provokanten Tabubrüchen und einem Rekurs auf das Volk besonders die Abgrenzung und Anfeindung von gesellschaftlichen Eliten. Zu diesen gehören neben regierenden PolitikerInnen und Parteien auf besondere Weise auch die Medien, welche als ‚Sprachrohr‘ dieser Eliten keineswegs autonom, sondern nur politisch erwünschte Wahrheiten berichten würden. Der Vorwurf einer Lügenpresse gewinnt in Zeiten der Corona-Pandemie noch weiter an Fahrt, wenn Reihen aus der Querdenkerbewegung behaupten, die Medien hätten das Virus nur erfunden, um die Eindämmungsmaßnahmen der Regierung zu rechtfertigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Die Sprache der Abgrenzung

2.2 Das Feindbild Medien

3. Exemplarische Frequenz- und Korpusanalyse des Begriffes Lügenpresse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das medial konstruierte Feindbild der „Lügenpresse“ im rechtspopulistischen Diskurs und analysiert mittels exemplarischer Frequenz- und Korpusdaten, wie durch sprachliche Strategien die Demokratie und Journalismus kritisiert oder manipuliert werden sollen.

  • Analyse rechtspopulistischer Sprachmuster und Kommunikationsstrategien.
  • Untersuchung des Begriffs „Lügenpresse“ als Kampfbegriff und Verschwörungsideologie.
  • Korpusbasierte Erhebung der Frequenzentwicklung des Schlagbegriffs zwischen 1946 und 2021.
  • Psychologische Hintergründe, wie etwa der „Hostile Media Effekt“, in der Medienwahrnehmung.
  • Die Rolle digitaler Medien und Netzwerke bei der Verbreitung solcher Narrative.

Auszug aus dem Buch

Die Sprache der Abgrenzung

„Populisten verstehen sich als Anwälte des Volkes“ (Niehr/Reissen-Kosch 2018, S. 17). Das als homogene wir-Gruppe verstandene Kollektiv wird in seiner Einfachheit klar von den abgehobenen und weltfremden gesellschaftlichen Eliten da oben abgegrenzt (vgl. Niehr/Reissen-Kosch 2018, S. 19). Für Äußerungen dieser Art werden metasprachliche Markierungen (wie z.B. die sogenannten freien Medien) zu Hilfe genommen, wodurch eine indirekte Abwertung und Distanzierung vorgenommen wird (vgl. Gannuscio 2019, S. 126). Bei der Diffamierung von Personengruppen können unauffällige Parallelisierungen von Attributen (z.B. gewählte korrupte Medienvertreter) eine natürliche Zusammengehörigkeit suggerieren (vgl. Detering 2019, S.12). Den MedienvertreterInnen wird so nicht nur Korruption unterstellt, diese wird durch das Attribut gewählt auch untrennbar mit der bestehenden Demokratie verbunden. Die Formulierungen System und Systempresse werden bewusst vage gehalten und von rechtspopulistischer Seite demonstrativ verachtet. Durch die Gleichsetzung dieser Haltung mit zurückliegenden Revolutionen und Aufständen gegen autoritäre Regime wird besonders die amtierende Regierung unweigerlich negativ charakterisiert (vgl. Detering 2019, S. 15 f.).

Angebliche Forderungen nach einer direkten Herrschaft des Volkes werden unter dem Begriff der Demokratie getarnt. Schließlich geht es hier keineswegs um Meinungsvielfalt und Diversität, sondern um einen gemeinsamen gesunden Menschenverstand, welcher für das Volk eine oberste Handlungsmaxime für politische Entscheidungen werden solle (vgl. Niehr/Reissen-Kosch 2018, S. 24).

Parteien wie die AfD setzen mit ihren Strategien an einem Menschen an, der einfache Antworten für seine überfordernde Umwelt und eigenes Versagen sucht (vgl. Seidler, S. 19). Beliebt sind daher besonders sprachliche Mittel, die der Vereinfachung, Dramatisierung und bildlichen Verdeutlichung von Sachverhalten dienen. Metaphern und Vergleiche erzeugen rhetorisch verschleiernde, aber sachlich oft unmissverständliche Zusammenhänge (vgl. Detering 2019, S. 26). Dabei gleichen rechtspopulistische Argumente allzu oft einer empörten Reaktion auf ‚gefühlte‘ Missstände und bieten somit einfach zugängliche Erklärungsmodelle für die vielen Probleme der modernen Gegenwart (vgl. Mathias 2018, S. 43).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der rechtspopulistischen Sprachstrategien ein und definiert die Forschungsziele sowie die Relevanz der Untersuchung des Begriffs „Lügenpresse“.

2.1 Die Sprache der Abgrenzung: Der Abschnitt erläutert, wie durch sprachliche Mittel wie Abgrenzung und Diffamierung eine wir-Gruppe gegenüber Eliten konstruiert wird.

2.2 Das Feindbild Medien: Dieses Kapitel analysiert die psychologische Komponente und die Funktion von Verschwörungstheorien bei der Entstehung des Feindbildes gegenüber den klassischen Medien.

3. Exemplarische Frequenz- und Korpusanalyse des Begriffes Lügenpresse: Hier erfolgt die empirische Untersuchung der Wortverlaufskurve und die Inhaltsanalyse historischer sowie aktueller Belege zur Verwendung des Begriffs.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Gefahren rechtspopulistischer Linguistik für den gesellschaftlichen Diskurs und fordert eine kontinuierliche Reflexion durch Aufklärung.

Schlüsselwörter

Lügenpresse, Rechtspopulismus, Sprache, Medienkritik, Verschwörungstheorie, Korpusanalyse, AfD, politische Kommunikation, Hostile Media Effekt, Diffamierung, Filterblasen, Diskursanalyse, gesellschaftliche Spaltung, linguistische Muster, Rhetorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Der Text untersucht die sprachlichen Strategien rechtspopulistischer Akteure in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Begriff „Lügenpresse“ und dessen Nutzung zur Diffamierung von Medienvertretern liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die Themenfelder Sprache und Ideologie, rechtspopulistische Rhetorik, medienpsychologische Phänomene sowie die historische und aktuelle Entwicklung politischer Kampfbegriffe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen rechtspopulistischer Sprache auf die öffentliche Meinung und das Vertrauen in Medien durch eine kombinierte Frequenz- und Korpusanalyse aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden nutzt die Autorin?

Es wird eine exemplarische Frequenz- und Korpusanalyse durchgeführt, gestützt auf Daten des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (DWDS), ergänzt um linguistische Argumentationsanalysen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Abgrenzungsmechanismen, der psychologischen Konstruktion von Medien-Feindbildern und der spezifischen Wortgebrauchsgeschichte von „Lügenpresse“.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?

Neben dem zentralen Terminus „Lügenpresse“ sind Diskursmerkmale wie „wir-Gruppe“, „Systempresse“, „Hostile Media Effekt“ und „Verschwörungstheorie“ prägend für die Arbeit.

Wie lässt sich der Anstieg der Verwendung des Begriffs „Lügenpresse“ erklären?

Der Anstieg korreliert stark mit dem politischen Werdegang der AfD seit circa 2010 sowie mit der Zunahme von Protestbewegungen wie Pegida und der sogenannten Querdenker-Bewegung.

Welche Bedeutung kommt der „Wortverlaufskurve“ in der Analyse zu?

Die Wortverlaufskurve visualisiert quantitativ, wie der als nationalsozialistisch vorbelastet geltende Begriff nach 1945 an Bedeutung verlor und ab den 2010er Jahren im politischen Diskurs erneut massiv an Relevanz gewann.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Angriff auf die Demokratie oder bloße Verschwörungstheorie?
Untertitel
Das rechtspopulistische Feindbild der Medien anhand einer exemplarischen Frequenz- und Korpusanalyse des Begriffes Lügenpresse
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Sprache, Macht, Gewalt
Note
1,3
Autor
Klara Santel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
12
Katalognummer
V1339394
ISBN (eBook)
9783346837868
ISBN (Buch)
9783346837875
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtspopulismus Korpusanalyse Rechte Sprache Linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klara Santel (Autor:in), 2021, Angriff auf die Demokratie oder bloße Verschwörungstheorie?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1339394
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Leseprobe aus  12  Seiten
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