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Prostitution in Spanien unter Alfonso X. Eine Untersuchung anhand ausgewählter Rechtsbestimmungen der "Siete Partidas"

Titel: Prostitution in Spanien unter Alfonso X. Eine Untersuchung anhand ausgewählter Rechtsbestimmungen der "Siete Partidas"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sophia Jereczek (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit wird sich mit dem Thema der Prostitution im spanischen Mittelalter beschäftigen. Dabei wird der Frage nachgegangen werden, ob Alfonso X. eine für seine Zeit tolerante Politik im Umgang mit der Prostitution betrieb. Der Frage soll sich durch die Untersuchung der Gesetze XV.LIII in der Quinta Partida und des Ley XX.XII in der Primera Partida der Siete Partidas angenähert werden. Diese sind in den Códigos antiguos de España, Coleccion completa de todos los códigos de España überliefert . Da die Quellenlange für das Hochmittelalter relativ begrenzt ist, sind als zeitgenössische Quellen die zum Teil vorhandenen Protokolle der Cortes, Urkunden, Übersetzungen, Historien und vor allem die Rechtswerke besonders wichtig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext: Herrschaft Alfons X. von Kastilien

3. Prostitution im mittelalterlichen Spanien

4. Rechtlicher Schutz und soziale Stigmatisierung in den Siete Partidas

4.1 Analyse von Partida V.XV.LIII

4.2 Analyse von Partida I.XX.XII

5. Diskussion und Auswertung zur Regierungsweise Alfons X.

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen rechtlicher Duldung und moralischer Ausgrenzung der Prostitution unter der Herrschaft von Alfonso X. von Kastilien, wobei insbesondere der Frage nachgegangen wird, ob seine Gesetzgebung als Ausdruck eines für die Zeit toleranten Politikverständnisses zu werten ist.

  • Analyse mittelalterlicher Rechtsquellen (Siete Partidas) im direkten Kontext der Prostitutionsregulierung.
  • Untersuchung der finanziellen Absicherung von Prostituierten als staatlicher Rechtsakt.
  • Kritische Beleuchtung der kirchlichen Positionierung und deren Einfluss auf die soziale Stellung von Randgruppen.
  • Kontrastierung der juridischen Legalisierung mit der zeitgenössischen moralischen Stigmatisierung als "mala muger".

Auszug aus dem Buch

Alfonso X. und der Schutz des Einkommens von Prostituierten

Alfonso X. bestimmte in diesem Gesetz, dass der Freier die Prosituierte nicht dazu auffordern kann, ihm das Bezahlungsmittel zurückzuerstatten. Denn auch wenn sie verspricht zu tun, was der Kunde verlangt und die versprochene Leistung nicht erfüllt, darf der Kunde sein Geld, das er vorab bezahlt hat, nicht einfordern. Alfonso begründete diesen Schutz für das Einkommen der Prostituierte damit, dass die Unzüchtigkeit entsteht, weil der Freier die Prostituierte bezahlt hat und sie diese Bezahlung angenommen hat. Somit sind beide an der Unzüchtigkeit schuld. Allerdings hat die Prostituierte, auch wenn sie dem Freier eine Leistung schuldet, mehr recht in der Angelegenheit, als der Freier, der sie bezahlt hat. Denn nachdem der Kunde die Prostituierte bezahlt hat, kann er das Geld nicht mehr einfordern und sie auch nicht anzeigen. Die Unzüchtigkeit kommt ihn diesem Fall nur von seiner Seite, denn er bezahlt sie für sexuelle Leistungen, die sie noch nicht erfüllt hat. Dies gibt Aufschluss darüber, dass dem König durchaus bewusst war, dass die Prostituierte nicht der Ursprung und alleinige Schuldige der Unmoral war. Denn letztendlich ist es der Freier, der sie um diese unsittlichen Dienste bittet und dafür auch bezahlt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Politik Alfons X.

2. Historischer Kontext: Herrschaft Alfons X. von Kastilien: Darstellung der politischen Rahmenbedingungen der Reconquista und des Einflusses des Königs auf Recht und Wissen.

3. Prostitution im mittelalterlichen Spanien: Analyse der sozioökonomischen Faktoren für den Anstieg der Prostitution und der damaligen kirchlichen Haltung.

4. Rechtlicher Schutz und soziale Stigmatisierung in den Siete Partidas: Detaillierte juristische Untersuchung der ausgewählten Gesetzesstellen zu Einkommen und rechtlichem Status von Prostituierten.

5. Diskussion und Auswertung zur Regierungsweise Alfons X.: Vergleichende Betrachtung der politisch-rechtlichen Praxis und der moralisch-kirchlichen Bewertung.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Frage nach einem vermeintlich toleranten Politikstil Alfons X.

Schlüsselwörter

Alfonso X., Siete Partidas, Prostitution, Mittelalter, Kastilien, Rechtsgeschichte, Kirche, Reconquista, mala muger, Zehnt, soziale Randgruppen, Toleranz, Unzüchtigkeit, Gesetzgebung, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den rechtlichen Umgang mit der Prostitution im kastilischen Hochmittelalter unter der Herrschaft von Alfonso X. anhand spezifischer Gesetze aus den Siete Partidas.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die juristische Absicherung von Prostituierten, die kirchliche Ablehnung von Sündern sowie der historische Kontext der Herrschaft Alfons X.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll geklärt werden, ob die legislativen Maßnahmen Alfons X. als eine für das Mittelalter ungewöhnlich "tolerante" Politik gegenüber Prostituierten interpretiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Quellenanalyse spezifischer Rechtsbestimmungen, ergänzt durch eine interdisziplinäre Einordnung der sozialen und kirchlichen Bedingungen dieser Epoche.

Was wird im Hauptteil detailliert verhandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gesetze zur finanziellen Absicherung von Prostituierten sowie die kirchenrechtlichen Bestimmungen zur Zehntzahlung als Indikatoren für soziale Stigmatisierung oder Duldung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die "mala muger" (schlechte Frau), die Siete Partidas als universales Rechtswerk und das Konzept der "Toleranz" im mittelalterlichen Kontext.

Wie definiert die Autorin "Toleranz" in Bezug auf Alfonso X.?

Toleranz wird hier als eine Art praktische Duldung verstanden, die trotz moralischer Vorbehalte eine rechtliche Legalisierung und Strukturierung ermöglichte.

Welche Rolle spielt die Kirche bei der Einschätzung der Prostitution?

Die Kirche fungiert primär als moralische Instanz, die Prostituierte durch den Ausschluss von der Zehntzahlung exkludiert, während sie gleichzeitig Auswege für eine spirituelle Rückkehr anbietet.

Welches Rechtsverständnis vermitteln die Siete Partidas im Umgang mit Kunden und Prostituierten?

Das Recht räumt Prostituierten Schutz gegen Betrug ein, betrachtet sie jedoch gleichzeitig als moralisch minderwertig, indem es die Schuld der Unzucht vornehmlich auf den Freier schiebt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prostitution in Spanien unter Alfonso X. Eine Untersuchung anhand ausgewählter Rechtsbestimmungen der "Siete Partidas"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Sophia Jereczek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V1339260
ISBN (eBook)
9783346847423
ISBN (Buch)
9783346847430
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prostitution spanien alfonso eine untersuchung rechtsbestimmungen siete partidas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sophia Jereczek (Autor:in), 2019, Prostitution in Spanien unter Alfonso X. Eine Untersuchung anhand ausgewählter Rechtsbestimmungen der "Siete Partidas", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1339260
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Leseprobe aus  17  Seiten
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