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Neuseeland - Zwischen Regulierung und Globalisierung

Title: Neuseeland - Zwischen Regulierung und Globalisierung

Diploma Thesis , 2009 , 57 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Betriebswirt Lars Braun (Author)

Economics - Case Scenarios

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„Neuseeland Experiment“, „Globalisierung eines Wohlstandstaates“, „Kiwi-Wunder“ oder die „Liberalisierung einer Marktwirtschaft“, all das sind Ausdrücke mit denen die Zeit seit 1984 von Neuseeland beschrieben wird. Doch was ist die Globalisierung? „Die Welt schrumpft“ hat John Pilger, ein australischer Journalist, einmal geschrieben. Es bedeutet, die Welt ist enger zusammen gerückt und zum Teil leben wir auch schon in der Globalisierung, „Die Kleidung, die wir tragen, ist wahrscheinlich in asiatischen Fabriken zusammengenäht worden, viele Lebensmittel in unseren Supermärkten
stammen aus afrikanischem Anbau. Man kann Filme in Mali kaufen oder Romane aus Kolumbien lesen“. Auch sind Entscheidungen, die getroffen werden, nicht mehr nur regional in einem Land von Bedeutung. So kann es in der heutigen Zeit sein, dass eine
Investitionsentscheidung in London zur Folge hat, dass in Tokio tausende Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Wiederum kann solch eine Entscheidung in Berlin tausenden Bürgern in Indien einen Arbeitsplatz beschaffen. Die Frage, die sich bei globalem Handeln, einem globalen Finanzwesen oder zusammengefasst der Liberalisierung und dem damit verbundenem Aufheben aller Grenzen und Hindernisse
stellt, „Ist die Globalisierung eine Bereicherung oder eine Bedrohung?“

Neuseeland hat die Schritte „Liberalisierung“ und „Globalsierung“ der Märkte und des Landes wie keine andere Industrienation dieser Welt vorangetrieben und durchgesetzt. Thema dieser Diplomarbeit wird es sein, die bedeutendsten Veränderungen in Neuseeland darzustellen, die diese Umwandlung bewirkt haben. Im Hauptteil wird auf wesentliche Reformen eingegangen, die in der Zeit vom 1984 bis 1994 in Neuseeland stattgefunden haben. Ziel soll es sein zu zeigen, ob der radikale Schnitt, der Wandel von einem Wohlfahrtstaat in eine freie und offene Marktwirtschaft, die Globalisierung von Neuseeland ein Erfolg für die Bürger und das Land darstellt und inwieweit so ein Reformprojekt übertragbar ist auf anderen Volkwirtschaften ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Vorwort

1.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Geschichte

2. Das Neuseeland - Experiment

2.1 Auslöser des Experiments und Ursachen der Krise

2.2 Bedeutende Reformen und ihre Auswirkungen

3. Die Lage nach dem Experiment

3.1 Fallbeispiel: Stromausfall in Auckland 1998

3.2 Folgen des Strukturwandels

3.3 Ursachen und Gründe für das Scheitern des Experiments

3.4 Akzeptanz in der Bevölkerung

4. Der Ausweg aus der Krise

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den radikalen wirtschaftspolitischen Wandel Neuseelands von einem regulierten Wohlfahrtsstaat hin zu einer liberalisierten, marktorientierten Wirtschaft im Zeitraum von 1984 bis 1994, analysiert die Auswirkungen dieser Reformen und bewertet, ob das "Neuseeland-Experiment" als erfolgreich einzustufen ist und als Modell für andere Volkswirtschaften dienen kann.

  • Die Transformation Neuseelands von einem geschlossenen in einen globalisierten Markt.
  • Die Analyse der wesentlichen ökonomischen Reformschritte ("Rogernomics").
  • Soziale und wirtschaftliche Folgen der Deregulierung und Privatisierung.
  • Fallbeispiel: Die Auswirkungen der Strommarktprivatisierung in Auckland.
  • Kritische Reflexion über die Übertragbarkeit des Reformmodells auf andere Nationen.

Auszug aus dem Buch

Die Lage nach dem Experiment

Als Beispiel und Mahnung für Privatisierungsreformen und deren Folgen zeigte die Stadt Auckland im Jahr 1998. Durch den „Electricity Reform Act 1998“ wollte die Regierung Neuseelands mehr Wettbewerb, besseren Service und geringere Strompreise schaffen. Durch die Trennung von Netzanbieter und Stromanbieter sollten die Bürger selbst entscheiden können zu welchem Stromanbieter sie gehen. Auch die Verkäufe der Stromnetze und Firmen brachten dem Staat zusätzliche Einnahmen ein. Doch während sich bei einem von öffentlicher Hand gesteuerten Unternehmen der Marktpreis durch die Produktionskosten bildet, ist dies bei einem privaten Unternehmen anders. Hier werden erst Überkapazitäten an produzierten Strom und Überkapazitäten an Mitarbeitern abgebaut, um die Produktionskosten zu senken und so das Ziel der Gewinnmaximierung im Auge zu behalten. Aber niedrigere Kosten bei der Erstellung sind nicht gleich niedrige Strompreise für den Endverbraucher. Hinzu kommen bei einem Privatunternehmen Kosten für höhere Zinssätze, Werbekosten und Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit um viele neue Kunden zu gewinnen. Dieses führte in Neuseeland dazu, dass die Strompreise seit Mitte der 1980er Jahre stetig nach oben gingen.

Doch überlebte Neuseelands Stromversorgung das radikale Experiment von 1984 – 1990 der Labour Regierung, sowie den darauf folgenden Reformen der National Partei. Der größte Hersteller und Anbieter von Elektrizität war die staatliche Energieversorgung, Electricity Division of the Ministry of Energy.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das "Neuseeland-Experiment" ein, definiert die Globalisierung im Kontext der neuseeländischen Geschichte und erläutert die Zielsetzung sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Das Neuseeland - Experiment: Hier werden die Ursachen der wirtschaftlichen Krise vor 1984 dargelegt und die ab 1984 durchgeführten radikalen Reformen, wie Fiskal- und Sektorreformen, detailliert beschrieben.

3. Die Lage nach dem Experiment: Dieses Kapitel analysiert die Folgen der Reformen anhand des Beispiels Auckland, beleuchtet die wirtschaftliche Strukturveränderung, Ursachen des vermeintlichen Scheiterns sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung.

4. Der Ausweg aus der Krise: Dieses Kapitel beschreibt die politische Rückkehr zu staatlichen Eingriffen und die Korrektur fehlgeschlagener Privatisierungen nach der Jahrtausendwende.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet das Reformprojekt und diskutiert die schwierige Übertragbarkeit der Erfahrungen auf andere Volkswirtschaften wie Deutschland.

Schlüsselwörter

Neuseeland, Neuseeland-Experiment, Rogernomics, Globalisierung, Liberalisierung, Privatisierung, Wohlfahrtsstaat, Arbeitsmarktreformen, Reformpolitik, Strukturwandel, Staatsverschuldung, Fiskalpolitik, Deregulierung, Wirtschaftsreform, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den massiven wirtschaftspolitischen Wandel Neuseelands, der ab 1984 durch die sogenannte "Rogernomics" eingeleitet wurde und das Land von einem hochgradig regulierten Wohlfahrtsstaat in eine liberale Marktwirtschaft transformierte.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Liberalisierung der Märkte, Privatisierung staatlicher Unternehmen, Reformen des öffentlichen Sektors sowie die einschneidenden Änderungen des Arbeits- und Tarifrechts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es zu bewerten, ob der radikale Wandel ein Erfolg für das Land war und inwieweit dieses Reformprojekt auf andere Volkswirtschaften übertragbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Aufarbeitung historischer Daten, politischer Reformschritte und der Auswertung ökonomischer Kennzahlen sowie ergänzender Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Ursachen der Krise vor 1984, die Durchführung der Reformpakete durch die Regierungen unter Labour und National Partei sowie deren unmittelbare und mittelbare Folgen für die Wirtschaft und die Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Neuseeland-Experiment, Rogernomics, Liberalisierung, Privatisierung und Wirtschaftsreform.

Was ist die zentrale Erkenntnis aus dem Fallbeispiel Auckland?

Das Beispiel verdeutlicht, dass eine unkontrollierte oder schlecht geplante Privatisierung kritischer Infrastruktur – wie im Fall der Stromversorgung – zu massiven Versorgungsengpässen und sozialen Belastungen führen kann.

Wie bewertet der Autor die langfristige Übertragbarkeit des Modells?

Der Autor steht einer direkten Übertragbarkeit auf andere Staaten, wie beispielsweise Deutschland, aufgrund dort vorherrschender unterschiedlicher politischer Machtverhältnisse und Konsensstrukturen skeptisch gegenüber.

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Details

Title
Neuseeland - Zwischen Regulierung und Globalisierung
College
Administrative and Economic Academy Essen
Grade
1,3
Author
Diplom Betriebswirt Lars Braun (Author)
Publication Year
2009
Pages
57
Catalog Number
V133617
ISBN (Book)
9783640400737
ISBN (eBook)
9783640401109
Language
German
Tags
Neuseeland Globalisierung Liberalisierung reform Marktwirtschaft Phillipskurve Arbeitslosigkeit Experiment Neuseeland-Experiment Reformen Richardson Rogernomics Roger Douglas David Lange
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Betriebswirt Lars Braun (Author), 2009, Neuseeland - Zwischen Regulierung und Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/133617
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