In der folgenden Seminararbeit wird die Fragestellung: "Welche Auswirkung hat die Bildung auf soziale Ausgrenzung und die städtische Integration?" beantwortet.
Für die Beantwortung dieser Frage wird die Arbeit in drei Hauptkapitel geteilt. Zunächst wird Soziale Ungleichheit definiert und analysiert, in welcher Form sich soziale Ungleichheit innerhalb einer städtischen Gesellschaft darstellt. Dafür werden vor allem Forschungsergebnisse des Soziologen Stefan Hradil zur sozialen Schichtung und Millieubildung herangezogen.
Dann wird mithilfe der wissenschaftlichen Befunde von Hartmut Häußermann und Walter Siebel ein historischer Überblick über die Formen sozialer Ausgrenzung in Städten gewonnen und durch die Studien von William Julius Wilson eingeordnet.
Im weiteren Verlauf der Seminararbeit wird die Frage geklärt, inwiefern das Bildungssystem diese sozialen Ungleichheiten bewältigen kann und für ein gleiches Maß an Bildungschancen unter den Schülern sorgt. Hierfür dient die Übersetzung von Chris Hamnetts „Welche Bedeutung hat schulische Bildung für die städtische Integration?“, von Uwe-Jens Walther als primäre Forschungsliteratur. Im Rahmen dieser Arbeit werden vor allem die geografische Struktur sowie die Segregation von Klasse und Ethnie behandelt.
Abschließend werden verschiedene Lösungsansätze vorgestellt und mit einem Fallbeispiel aus Großbritannien praxisorientiert dargestellt und bewertet. Den Schluss dieser Arbeit bildet das Fazit, in dem eine abschließende Bewertung der gesammelten Ergebnisse, eine Aussicht auf die Möglichkeiten und ein endgültiges Resümee gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Ungleichheit
3. Soziale Ausgrenzung
4. Bildungschancen, Bildungserfolg und Bildungsniveau
4.1 Die geografische Struktur der Bildungschancen in Städten
4.2 Segregation von Klasse und Ethnie im Bildungswesen
4.3 Bildung als Mittel gegen soziale Ausgrenzung
4.4 Fallbeispiel: Großbritannien – Umstellung des Bildungssystems
5. Fazit
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Bildungsprozessen, sozialer Ausgrenzung und der Integration in städtischen Räumen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern Bildungssysteme bestehende soziale Ungleichheiten abmildern oder durch infrastrukturelle und geografische Faktoren ungewollt reproduzieren können.
- Analyse der soziologischen Grundlagen sozialer Ungleichheit und Ausgrenzung.
- Untersuchung der räumlichen Segregation und ihrer Auswirkungen auf Bildungschancen in Großstädten.
- Evaluierung der Rolle von Bildung als Instrument der sozialen Mobilität und Integration.
- Vergleichende Betrachtung britischer Bildungsreformen und der damit verbundenen Herausforderungen.
Auszug aus der Seminararbeit
4.2 Segregation von Klasse und Ethnie im Bildungswesen
Zunächst ist die Art und Weise zu klären wie das Schulsystem ihre Schülerinnen und Schüler den einzelnen Schulen zuteilt. In Systemen, wo die Schülerinnen und Schüler über den Einzugsbereich der Nachbarschaft den Schulen zugeteilt werden, werden die sozialen Merkmale des Stadtteils auch in den Schulen projiziert. So kommen die beiden Soziologen Tim Butler und Chris Hamnett in ihrer Arbeit „The Geography of Education“ zu der Beobachtung, dass es „eine deutlich ausgeprägte Geografie der Bildung in den meisten Ländern [gibt], die soziale Ungleichheiten nach Bildungsangeboten, Zugang und Abschlüssen bzw. Leistungsergebnissen reflektiert und verstärkt“.
Die Ursachen für den geringen Bildungserfolg an Schulen mit einem erhöhten Anteil an Schülern aus benachteiligten Milieus sind dabei vielfältig.
Zunächst ist anzumerken, dass eben diese Schulen, deutliche Defizite der Schüler bei Disziplin und Verhalten aufweisen. Dies hat wiederum zur Folge, dass erfahrene Lehrkräfte diese Schulen meiden oder verlassen und an Schulen mit einer „ruhige[n] und gut erzogene[n] Umwelt“ wechseln. Die freien Stellen an den Schulen werden dann von jüngeren und unerfahreneren Lehrkräften besetzt, die aber meist mit der selben Bestrebung, nämlich die Schule möglichst schnell wieder zu verlassen, die Schüler unterrichten. Offensichtlich ist, dass dieser Mechanismus nicht förderlich für die Steigerung von Bildungschancen und Bildungserfolgen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Auswirkung von Bildung auf soziale Ausgrenzung sowie der methodischen Vorgehensweise und Struktur der Seminararbeit.
2. Soziale Ungleichheit: Definition von sozialer Ungleichheit anhand soziologischer Basisfaktoren und Analyse ihrer räumlichen Manifestation in Städten.
3. Soziale Ausgrenzung: Historischer Überblick über den Exklusionsbegriff und Darstellung der Zusammenhänge zwischen Arbeitsmarktchancen und gesellschaftlicher Isolation.
4. Bildungschancen, Bildungserfolg und Bildungsniveau: Untersuchung der Schlüsselrolle von Bildung unter Berücksichtigung von Deindustrialisierung, Migration und Qualifikationsanforderungen.
4.1 Die geografische Struktur der Bildungschancen in Städten: Analyse der räumlichen Disparitäten und der Eigendynamik benachteiligter Stadtviertel in Bezug auf den Bildungserfolg.
4.2 Segregation von Klasse und Ethnie im Bildungswesen: Erörterung der Auswirkungen von Einzugssystemen und der schulischen Segregation auf die Chancengleichheit.
4.3 Bildung als Mittel gegen soziale Ausgrenzung: Vorstellung und kritische Bewertung von Lösungsansätzen wie schulischer Durchmischung und frühkindlicher Förderung.
4.4 Fallbeispiel: Großbritannien – Umstellung des Bildungssystems: Analyse der britischen Bildungspolitik und deren marktbasierte Ansätze zur Steigerung der Leistungsfähigkeit.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Möglichkeiten, durch Bildung soziale und ethnische Ungleichheiten zu minimieren.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Soziale Ausgrenzung, Segregation, Städtische Integration, Bildungssystem, Bildungsniveau, Klassenspezifische Unterschiede, Ethnicity, Britische Bildungspolitik, Chancengleichheit, Soziale Mobilität, Stadtsoziologie, Integration, Leistungsindikatoren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Ausgrenzung mit einem Fokus auf städtische Räume.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Schichtung, der geografischen Segregation, dem Bildungserfolg in Abhängigkeit von der Herkunft und den Herausforderungen politischer Bildungsreformen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es zu klären, inwiefern Bildung zur städtischen Integration beitragen oder durch systemische Fehler soziale Ungleichheit reproduzieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse basierend auf soziologischer Forschungsliteratur sowie eine praxisorientierte Fallstudie zu Großbritannien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Definition von Ungleichheit, die Analyse von Ausgrenzungsprozessen und die Untersuchung der geografischen und klassischen Segregation im Bildungswesen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wesentliche Begriffe sind Soziale Ungleichheit, Segregation, Bildungschancen, Städtische Integration und Bildungsreformen.
Warum wird Großbritannien als Fallbeispiel gewählt?
Großbritannien dient als Beispiel, um die Auswirkungen von Schulentwicklungen – insbesondere des Wechsels von gegliederten zu integrierten und später marktnahen Systemen – empirisch zu hinterfragen.
Was ist das Ergebnis in Bezug auf das "Academy-Programm"?
Das Academy-Programm zeigt kurzfristig Erfolge bei den Leistungsnachweisen in benachteiligten Gebieten, wobei die langfristige Lösung der sozialen und ethnischen Ungleichheit weiterhin kritisch beobachtet werden muss.
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- Marius Faust (Author), 2018, Soziale Ungleichheit. Welche Auswirkung hat die Bildung auf soziale Ausgrenzung und die städtische Integration?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1335860