Diese Seminararbeit befasst sich mit einem brandaktuellem Thema - der EU-Taxonomie, resp. der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach eben jener.
Der Fokus liegt hierbei auf die Berichtspflicht für Nicht-Finanzunternehmen. Ein entsprechendes Fallbeispiel der EnBW rundet die theoretischen Erkenntnisse ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 EU-Taxonomie
2.1 Entstehungsgeschichte
2.2 Berichtspflicht
2.2.1 Berichtspflicht für Finanzunternehmen (Fokus Kreditinstitute)
2.2.1.1 Green Asset Ratio (GAR)
2.2.1.2 KPI für außerbilanzielle Risikopositionen
2.2.1.3 F&C-KPI
2.2.1.4 Übersicht KPI Kreditinstitute
2.2.2 Berichtspflicht für Nicht-Finanzunternehmen
2.2.2.1 Umsatz-KPI
2.2.2.2 CapEx-KPI
2.2.2.3 OpEx-KPI
2.2.2.4 Übersicht KPI Nicht-Finanzunternehmen
3 Fallbeispiel: EnBW
3.1 Umsatz-KPI
3.2 CapEx-KPI
3.3 OpEx-KPI
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Anforderungen und die praktische Anwendung der EU-Taxonomie-Verordnung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, wobei der Fokus auf den Berichtspflichten für Nicht-Finanzunternehmen sowie der kritischen Auseinandersetzung anhand eines konkreten Praxisbeispiels liegt.
- Entstehungsgeschichte und regulatorischer Kontext der EU-Taxonomie
- Differenzierung der Berichtspflichten für Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen
- Methodik und Aufbau der zentralen Leistungsindikatoren (Umsatz-, CapEx- und OpEx-KPI)
- Praktische Untersuchung der Berichterstattung am Beispiel des EnBW-Konzerns
- Kritische Reflexion der Transparenz und Interpretationsspielräume der Taxonomie
Auszug aus dem Buch
3.1 Umsatz-KPI
Die Ermittlung der Umsatz-KPI erfolgt, wie in Kapitel 2.2.2.1 erläutert, durch die Gegenüberstellung der taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Nettoumsatzerlöse und den gesamten Nettoumsatzerlösen.21 Die Ermittlung der zur EU-Taxonomie konformen Umsatzerlöse erfolgt auf Grundlage der in IAS 1.82 a) beschriebenen Umsatzdefinitionen. Im Nenner werden die taxonomiekonformen Umsatzerlöse aufaddiert, der Zähler beinhaltet sämtliche Umsatzerlöse. Im vergangenen Geschäftsjahr 2021 waren demnach 14,60% der erzielten Nettoumsatzerlöse des EnBW-Konzerns ökologisch nachhaltig. Die EnBW kritisiert an dieser Stelle die Vorgehensweise zur Ermittlung dieser Kennzahl, resp. die fehlende Aufschlüsselung des Nenners, wozu laut Konzern ein verfälschtes Bild von der Realität entsteht. So ist rein aus den Zahlen her abzulesen, dass die taxonomiekonformen Umsatzerlöse im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 um 5,70% gesunken sind. Dies begründet der Konzern mit einer deutlich gestiegenen Volatilität auf den Energiemärkten, sowie witterungsbedingten Erzeugungseinschränkungen durch die Windparks von EnBW, obwohl deren Bestand ausgebaut wurde.
Damit wird ein grundlegendes Ziel der Taxonomie, Finanzflüsse in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken, verfehlt. Die hier fehlende Transparenz könnte beispielsweise durch inflationsbereinigte Preise verbessert werden. Laut aktuellem Ausweis wird dem Empfänger lediglich vermittelt, dass die nachhaltigen Umsatzerlöse abgenommen hätten. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesellschaftliche und politische Relevanz des Themas Nachhaltigkeit ein und erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Berichtspflicht nach dem CSR-RUG.
2 EU-Taxonomie: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte, die Zielsetzung der EU-Taxonomie sowie die detaillierten Berichtspflichten für Finanzunternehmen und Nicht-Finanzunternehmen inklusive der relevanten Leistungsindikatoren.
3 Fallbeispiel: EnBW: Hier wird die praktische Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung anhand des EnBW-Konzerns veranschaulicht und eine kritische Würdigung der Kennzahlenermittlung vorgenommen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Sinnhaftigkeit der EU-Taxonomie und weist auf bestehende Herausforderungen sowie den noch bestehenden Klärungsbedarf bei der Integration von Nachhaltigkeitsstandards hin.
Schlüsselwörter
EU-Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSR-RUG, Green Asset Ratio, Umsatz-KPI, CapEx-KPI, OpEx-KPI, Nicht-Finanzunternehmen, Kreditinstitute, EnBW, Klimaziele, Nachhaltigkeitskriterien, Transparenz, European Green Deal, Wirtschaftsaktivitäten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen im Kontext der EU-Taxonomie-Verordnung und untersucht, wie Kennzahlen zur Nachhaltigkeit definiert und in der Praxis ausgewiesen werden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Die zentralen Themen sind der regulatorische Rahmen des "European Green Deal", die spezifischen Berichtspflichten für Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen sowie die methodische Erfassung nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Ermittlung der vorgeschriebenen Leistungsindikatoren zu schaffen und deren Aussagekraft anhand eines realen Praxisbeispiels kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der EU-Verordnung sowie eine Fallstudienanalyse des EnBW-Konzerns, ergänzt durch die Auswertung aktueller regulatorischer Vorgaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen KPI (Umsatz, CapEx, OpEx) für beide Unternehmensgruppen definiert und anschließend deren spezifische Anwendung und Problematik am Praxisbeispiel der EnBW dargelegt.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere EU-Taxonomie-Verordnung, Berichtspflicht, Leistungsindikatoren (KPI) und Nachhaltigkeitstransformation.
Warum kritisiert die EnBW die Berechnung der Umsatz-KPI?
Die EnBW bemängelt eine fehlende Aufschlüsselung des Nenners, was zu einem verfälschten Bild der Realität führen kann, da Marktschwankungen die Kennzahl negativ beeinflussen, auch wenn die nachhaltigen Aktivitäten eigentlich ausgebaut wurden.
Welches Problem besteht laut Autor bei den CapEx-Investitionen?
Der Autor führt an, dass die Einbeziehung zahlungsunwirksamer Posten, wie etwa Nutzungsrechte nach IFRS 16, zu einer verzerrten Darstellung führen kann, was den Zielen der Taxonomie zur Vermeidung von Greenwashing widersprechen könnte.
- Arbeit zitieren
- Kris Lewandowski (Autor:in), 2022, Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der EU-Taxonomie-Verordnung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1335656