Ein Bilderbuch kann einen möglichen Zugang zu den Themen Flucht, Vertreibung und Migration im Deutschunterricht geben. In dieser Arbeit wird das Bilderbuch „Bestimmt wird alles gut“ exemplarisch unter dem Gesichtspunkt, wie die Thematiken Flucht und Migration anhand verschiedener Kriterien, im Sinne eines Interkulturellen Lernens im Literaturunterricht, dargestellt werden, untersucht und analysiert. Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen betrachtet und im zweiten Teil das Buch analysiert. Im Anschluss erfolgt eine Reflektion über die Bearbeitung der Thematik.
Insbesondere der Literaturunterricht eignet sich, um Interkulturalität zu erfahren und zu reflektieren. Ein gut gewähltes Bilderbuch kann bei Schülerinnen und Schülern zur unmittelbaren Erfahrung einer ästhetischen Empfindung führen. Es kann aber auch einen positiven Einfluss auf das Verstehen anderer Kulturen und somit eine wesentliche Hilfe zur Persönlichkeitsbildung sowie zur moralischen Urteilskraft leisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezug
2.1 Definitionen und Ziele des Interkulturellen Lernens
2.2 Interkulturelles Lernen im Literaturunterricht
2.3 Das Problemorientierte Bilderbuch wird zum Unterrichtsgegenstand
2.3.1 Fremdheit als Motiv in problemorientierten Bilderbüchern
2.4 Mehrsprachige Kinderbücher
3 Analyse am Beispiel
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Inhaltliche Zusammenfassung
3.3 Das Bilderbuch als Ikonotext nach Hopp
3.4 Kriterien der Darstellung von unterschiedlichen Welten nach Baoab Books
3.5 Durchführung der Analyse
3.5.1 Die Erzählinstanz – Das Erzählte – Der Erzähldiskurs
3.5.2 Layout
3.5.3 Darstellung unterschiedlicher Welten nach Baoab Books 2018
4 Fazit
5 Reflexion über die Bearbeitung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bilderbuch „Bestimmt wird alles gut“ von Kirsten Boie exemplarisch dahingehend, wie die Themen Flucht und Migration im Sinne eines Interkulturellen Lernens im Literaturunterricht der Grundschule dargestellt und analysiert werden können.
- Grundlagen des Interkulturellen Lernens in der Grundschule
- Didaktische Potenziale problemorientierter Bilderbücher
- Narratologische Analyse des gewählten Bilderbuchs
- Kriterien für die Darstellung interkultureller Welten in der Kinderliteratur
Auszug aus dem Buch
Die Erzählinstanz – Das Erzählte – Der Erzähldiskurs
Die Analyse beruht auf dem „narratologischen Modell der Bilderbuchanalyse“ (Hopp 2019, S. 154-155).
Bereits im ersten Satz der Geschichte werden die beiden Hauptfiguren vorgestellt, indem es heißt, dies sei ihre „Geschichte“. Es handelt sich dabei um einen nichtdiegetisch auktorialen Erzähler, welcher kommentierend als Vermittler der Geschichte auftritt. (vgl. Hopp 2019, S.153ff.) Der Erzähler zeichnet sich dabei, durch seine berichtende Erzählweise, aus. Sein Blick auf die Ereignisse werden von der Außenperspektive dominiert.
Durch den Hinweis, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, wird der Story eine emotionale Bedeutung verliehen und somit auch die Rezeption gelenkt. Der Leser oder die Leserin erhält zunächst durch den Erzähler einen Ausblick auf die aktuelle Situation der beiden Protagonisten „einem kleinen deutschen Ort“. (Boie 2016, S. 3) Für Anfangsleser und Anfangsleserinnen kann die eindeutige und einfache Einleitung der Charaktere und Orte ein besseres Verständnis ermöglichen. Aus der Diskrepanz zwischen dem aktuellen und früheren Wohnort der Familie entsteht eine Erwartungshaltung und damit eine Spannung beim Leser bzw. bei der Leserin, da die Frage aufkommt, was zwischen den beiden Zeitpunkten geschehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik Flucht und Migration in der Grundschule und Vorstellung des gewählten Bilderbuchs als Zugangsmöglichkeit.
2 Theoretischer Bezug: Betrachtung pädagogischer Grundlagen zum Interkulturellen Lernen, zum Literaturunterricht und zur Bedeutung problemorientierter sowie mehrsprachiger Bilderbücher.
3 Analyse am Beispiel: Praktische Untersuchung des Bilderbuchs „Bestimmt wird alles gut“ mittels narratologischer Methoden und Qualitätskriterien für Kinderliteratur.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung des Buches und Aufzeigen des Handlungsbedarfs für Lehrpläne und Lehramtsausbildung.
5 Reflexion über die Bearbeitung: Persönliche Einschätzung des Arbeitsprozesses und Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse bei der Analyse.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Grundschule, Bilderbuch, Flucht, Migration, Literaturunterricht, Narrative Analyse, Baoab Books, Mehrsprachigkeit, Integration, Fremdheit, Problemorientiertes Bilderbuch, Perspektivübernahme, Empathie, Transkulturalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Nutzung des Bilderbuchs „Bestimmt wird alles gut“ von Kirsten Boie, um Themen wie Flucht und Migration in der Grundschule im Rahmen des Interkulturellen Lernens zu bearbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Interkulturelles Lernen, Literaturdidaktik im Primarbereich, Migration, der Einsatz mehrsprachiger Literatur sowie die narratologische Analyse von Bilderbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie mittels eines konkreten Bilderbuchs interkulturelle Themenkomplexe kindgerecht und reflektiert im Unterricht behandelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das narratologische Modell der Bilderbuchanalyse nach Margarete Hopp sowie Qualitätskriterien für Kinderliteratur der Organisation Baobab Books.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Interkulturalität und Bilderbüchern sowie eine detaillierte Analyse der Erzählinstanz, des Layouts und der Darstellung von Weltbildern im gewählten Buch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelles Lernen, Flucht, Migration, Literaturunterricht, Narrative Analyse und Mehrsprachigkeit.
Welche Rolle spielt die Mehrsprachigkeit im analysierten Buch?
Das Buch ist zweisprachig (Deutsch-Arabisch) gestaltet, was laut Arbeit die Anerkennung der Erstsprache fördert und die Sprachsensibilität der gesamten Klasse schulen kann.
Wie bewertet die Autorin die Darstellung der Hauptfigur Rahaf?
Die Autorin erkennt zwar eine respektvolle Darstellung, mahnt jedoch an, dass die Figur teilweise in ein paternalistisches Muster fällt, was im Unterricht thematisiert werden sollte.
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- Romy Eidam (Author), 2019, Interkulturelles Lernen im Unterricht. Bilderbücher zum Thema Migration, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1331609