Da psychische Störungen, seelische Erkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten meist im Gebiet der (Klinischen) Psychologie angesiedelt sind, wird im Folgenden versucht, mit einem pädagogischen Blick eine ausgewählte Verhaltensauffälligkeit zu betrachten. Dementsprechend wird sich folglich mit der Frage beschäftigt, wie ein solcher Pädagogikbegriff auf eine psychische Krankheit, wie der Essstörung Anorexia nervosa, angewendet werden kann. Zu Beginn wird der Begriff der Verhaltensstörung ausgeführt und einige anerkannte Definitionen, sowie Schwierigkeiten erläutert. Darauffolgend wird mithilfe der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD), allgemein auf das Spektrum Essstörungen eingegangen, um einen Überblick in das gewählte Krankheitsbild zu ermöglichen. Außerdem wird eine knappe Einführung in verschiedene Formen von auffälligem Essverhalten und deren diagnostische Kriterien gegeben.
Nach diesem Überblick wird ausführlich auf das Krankheitsbild der Anorexia nervosa eingegangen. Zu Beginn werden Krankheitsbild und Verlauf dargestellt. Anschließend werden mögliche Ursachen und die Diagnostik einer Magersucht ausgeführt. Nachdem das Krankheitsbild Anorexia nervosa eingehend erläutert worden ist, soll nun die Pädagogik in den Blick genommen werden. Vorab werden Behandlungsmöglichkeiten dargelegt, die eine erfolgreiche Anwendung in der Heilung von magersüchtigen Patienten gefunden haben. Anschließend wird auf wichtige präventive Maßnahmen hingewiesen, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit verringern können. Unter dem Punkt Erziehung und Unterricht werden Angehörigen und Lehrkräften Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit an Anorexie erkrankten Personen genannt. Zum Abschluss dieser Arbeit wird auf die Heilungschancen eingegangen und Forderungen gestellt, um einen besseren Umgang mit Magersucht und an Magersucht erkrankten Personen zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verhaltensauffälligkeiten
3. Essstörungen
4. Anorexia nervosa
4.1 Krankheitsbild
4.2 Krankheitsverlauf
4.3 Ursachen
4.4 Diagnostik
4.5 Folgeschäden und Begleiterkrankungen
5. Pädagogik bei Anorexia nervosa
5.1 Behandlungsmöglichkeiten
5.2 Präventionsmaßnahmen
5.3 Erziehung und Unterricht
6. Schluss
6.1 Heilungschancen
6.2 Forderungen
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Literaturquellen
7.2 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Anorexia nervosa aus einer sonderpädagogischen Perspektive, mit dem primären Ziel, Handlungsmöglichkeiten für Angehörige und Lehrkräfte im Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie pädagogische Interventionen, Präventionsstrategien und ein unterstützendes Umfeld zur Behandlung und Bewältigung dieser psychischen Erkrankung beitragen können.
- Klinische Merkmale und Verlauf der Anorexia nervosa
- Multikausale Entstehungsbedingungen der Magersucht
- Medizinische und psychische Folgeschäden
- Präventionsmöglichkeiten im schulischen Umfeld
- Handlungsempfehlungen für Erziehung und Unterricht
Auszug aus dem Buch
4.1 Krankheitsbild
Patienten mit Anorexia nervosa empfinden eine überaus große Abneigung gegenüber ihrem Körper. Insbesondere Mädchen versuchen während der Pubertät die damit einhergehenden Veränderungen ihres Körpers zu verlangsamen oder gar aufzuhalten: Nicht erwachsen werden wollen, ist eine häufige Aussage junger Mädchen die sich gegen die Veränderungen ihres Körpers zur Wehr setzen und dafür nicht nur Schädigungen ihres Hormonsystems in Kauf nehmen. Dass bei starkem und überdauerndem Gewichtsverlust die Regelblutung ausbleibt (Amenorrhoe), ist eine vom Körper gut durchdachte Sparmaßnahme, denn eine Schwangerschaft in solch einem Zustand wäre sowohl für die Mutter, als auch für das Kind lebensbedrohlich. Ist der Fettanteil im Körper zu gering, kann er nicht genug weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) bilden, welche zum Eisprung führen würden.
Bei noch jüngeren Mädchen bleibt die Regelblutung oft ganz aus und auch der Eintritt der Pubertät kann sich verzögern. Kommt es zu einer Gewichtszunahme, regeneriert sich das Hormonsystem meist nach einigen Wochen bis Monaten und die Menstruation setzt wieder ein. Die ständige Angst an Gewicht zuzunehmen oder die Kontrolle über das (Nicht-) Essen zu verlieren, führt zu einer dauerhaften gedanklichen Beschäftigung mit dem Thema Essen und Gewicht. Was darf gegessen werden und was nicht? Welche Lebensmittel haben die wenigsten Kalorien? Wie lange muss gelaufen werden, um eine bestimmte Kalorienanzahl zu verbrennen? Welche sportlichen Aktivitäten sind am effektivsten? Welche Lebensmittel gehören zu den verbotenen? Wie viel Gramm müssen in einer bestimmten Zeit abgenommen werden? Welche Mittel helfen die Gewichtsreduktion zu beschleunigen? Wie kann das Essverhalten vor anderen geheim gehalten werden?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der pädagogischen Betrachtung von Magersucht ein und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Verhaltensauffälligkeiten: Das Kapitel definiert den Begriff der Verhaltensauffälligkeit und beleuchtet verschiedene theoretische Sichtweisen auf abweichendes Verhalten.
3. Essstörungen: Hier erfolgt eine Einordnung der Essstörungen im Rahmen der internationalen Klassifikation ICD, inklusive einer kurzen Erläuterung verschiedener Störungsbilder.
4. Anorexia nervosa: Dieses Kernkapitel detailliert das Krankheitsbild, dessen Verlauf, Ursachen sowie die diagnostischen Verfahren und physischen wie psychischen Folgeschäden.
5. Pädagogik bei Anorexia nervosa: Das Kapitel bietet einen Überblick über therapeutische Behandlungsmöglichkeiten sowie konkrete Präventions- und Erziehungsansätze für den pädagogischen Alltag.
6. Schluss: Der Abschluss diskutiert die Heilungschancen bei Magersucht und formuliert bildungs- und gesundheitspolitische Forderungen.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dies ist das abschließende Verzeichnis der verwendeten fachlichen Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Magersucht, Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Pädagogik, Prävention, Pubertät, Körperwahrnehmung, Psychotherapie, Ernährungsverhalten, Adoleszenz, Diagnostik, Folgeerkrankungen, Behandlungsmethoden, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Betrachtung der Magersucht (Anorexia nervosa) und wie Lehrkräfte sowie Bezugspersonen Kinder und Jugendliche bei dieser Erkrankung unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die klinischen Grundlagen der Anorexia nervosa, die psychologischen Ursachen, die körperlichen Folgen sowie pädagogische Interventionen und Präventionsmaßnahmen ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen Magersucht aus sonderpädagogischer Sicht zu schaffen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Erziehungs- und Schulalltag zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die vorliegende Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung medizinischer sowie pädagogischer Fachquellen und Leitlinien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Krankheitsbild und die Ursachen detailliert, diagnostische Wege beschrieben und Maßnahmen für Schule und Elternhaus im Umgang mit Betroffenen erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Anorexia nervosa, Magersucht, Sonderpädagogik, Prävention, Behandlungsmöglichkeiten und der Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten.
Warum ist bei Magersucht eine frühzeitige Intervention so entscheidend?
Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Heilungschancen massiv, da chronische Verläufe, die lebensbedrohliche körperliche und psychische Schäden nach sich ziehen, eher vermieden werden können.
Wie sollten Lehrkräfte bei einem Verdacht auf Magersucht reagieren?
Lehrkräfte sollten nicht abwarten, das Thema im Kollegium ansprechen, das Gespräch mit dem betroffenen Schüler suchen und Eltern dazu motivieren, fachspezifische Beratungsstellen oder Ärzte aufzusuchen.
Rolle der Familie: Was ist hierbei besonders wichtig?
Wichtig ist ein stabiles und harmonisches Familienklima sowie vertrauensvolle Gespräche, bei denen das Kind nicht unter Druck gesetzt wird, sondern Unterstützung und Akzeptanz erfährt.
Wie wird das Phänomen in Bezug auf die moderne Gesellschaft bewertet?
Die Arbeit identifiziert das gesellschaftliche Schlankheitsideal und den hohen Leistungsdruck als wesentliche Einflussfaktoren auf die Entstehung von Essstörungen bei Heranwachsenden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Pädagogik bei Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1331457