Warum lernen Menschen eine fremde Sprache? Einige benötigen sie für den Beruf, andere, um sich auf einer Reise verständigen zu können. Es gibt viele Gründe, eine Sprache zu lernen, doch der Kerngedanke ist immer das Sprechen. Im Rahmen des Sprachunterrichts wird deshalb häufig ein Augenmerk auf kommunikative Methoden gelegt. Darüber hinaus findet sich in der DaF-Fachliteratur zunehmend die Idee, dass nicht nur die Fertigkeit des grammatikalisch korrekten Sprechens, sondern auch die Fertigkeit der „guten und verständlichen“ Aussprache im Unterricht trainiert werden sollte.
Die vorliegende Arbeit versucht die Frage zu beantworten, was Sprechfertigkeit und „gute“ Aussprache im Kontext des DaF-Unterrichts ausmachen, mit dem Ziel, anhand der analysierten Theorie ein Anwendungskonzept für die Praxis zu erstellen. Zu diesem Zweck wird analysiert, worin der Unterschied zwischen der Fertigkeit "Sprechen" und den anderen drei klassischen Fertigkeiten besteht. Im Abschnitt 2.1 werden "gute" Aufgaben sowie Übungen besprochen. Der Abschnitt 2.2 beschäftigt sich mit der Aussprachevermittlung im DaF-Unterricht und im Kapitel 3 wird schließlich ein Lehrkonzept für die Gestaltung des Unterrichts mit Fokus auf die Fertigkeit „Sprechen“ für Erwachsene im DaF-Bereich entwickelt und erläutert. Kapitel 4 dient zur Reflexion der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung
2. Theoretische Herleitung von Aufbau und Inhalt des Unterrichtsentwurfs
2.1. Die Fertigkeit „Sprechen“: Definition
2.2. Hilfreiche Übungen und Aufgaben zum Sprechen
2.3. Aussprachevermittlung im DaF-Unterricht
3. Förderung der mündlichen Fertigkeiten: Unterrichtsentwurf
4. Reflexion der Unterrichtseinheit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die wesentlichen Merkmale von Sprechfertigkeit und „guter“ Aussprache im Kontext des DaF-Unterrichts zu ergründen, um auf dieser theoretischen Basis ein praxisnahes Anwendungskonzept für den Unterricht zu entwickeln.
- Definition und theoretische Einordnung der Fertigkeit "Sprechen"
- Kriterien für effektive Sprechübungen und -aufgaben im Fremdsprachenunterricht
- Analyse von Methoden zur Aussprachevermittlung im DaF-Bereich
- Entwicklung und Erläuterung eines konkreten Lehrkonzepts für das A1.2-Niveau
- Reflexion über Herausforderungen bei der Umsetzung von Sprechtrainings
Auszug aus dem Buch
2.2. Hilfreiche Übungen und Aufgaben zum Sprechen
Henrici/Riemer (1994: 67) postulieren, dass der Lernprozess umso erfolgreicher und nachhaltiger ist, je näher die Unterrichtsaktivitäten an eine authentische Nutzung der Sprache im Alltag anlehnt sind. Diese Aussage steht im Einklang mit der Ansicht von Funk (2017: 165; s.a. Funk 2016: 436), der den „guten“ Übungen und Aufgaben im Fremdsprachenunterricht die folgenden Eigenschaften zuschreibt:
Übungstransparenz: Der Arbeitsauftrag ist klar. Die Lernenden wissen, was zu tun ist.
Zieltransparenz: Der Bezug zwischen Übung und kommunikativen Aufgaben ist für die Lernenden sichtbar.
Scaffolding: Der Bezug der Übung zu vorherigen Übungen ist sichtbar. Eine Progression von Anforderungen ist erkennbar.
Habitualisierung: Wiederholungen dienen der Automatisierung.
Interaktionsorientierung: Die Übung enthält interaktive Elemente.
Übungsökonomie: Die Übung ist mit überschaubarem und angemessenem Zeitaufwand und in der Regel ohne externe Hilfen zu erledigen.
Übungsökologie: Sprachliche Hilfen und Strukturvorgaben minimieren den Korrekturaufwand. Die Sprache ist alltagsrelevant.
Relevanz: Themen und Sprache sind alltags- bzw. berufsrelevant.
Offenheit und Personalisierung: Die Übung ist offen für persönliche Varianten und Ergänzungen.
Erfolgsorientierung: Erfolg ist objektiv messbar oder subjektiv spürbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gliederung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, untersucht Gründe für das Fremdsprachenlernen und beschreibt den Aufbau der Untersuchung.
2. Theoretische Herleitung von Aufbau und Inhalt des Unterrichtsentwurfs: Dieses Kapitel liefert die wissenschaftlichen Grundlagen, definiert das Sprechen als komplexe Fertigkeit und analysiert Kriterien für gute Übungen sowie die Aussprachevermittlung.
3. Förderung der mündlichen Fertigkeiten: Unterrichtsentwurf: Hier wird ein konkretes didaktisches Konzept für den Einzelunterricht auf A1.2-Niveau präsentiert, das sich an etablierten Modellen und der Rückwärtsplanung orientiert.
4. Reflexion der Unterrichtseinheit: Das abschließende Kapitel reflektiert die Anforderungen der Unterrichtsskizze, betont die Bedeutung einer angstfreien Lernumgebung und geht auf die Herausforderungen der Sprechgeschwindigkeit ein.
Schlüsselwörter
DaF-Unterricht, Sprechfertigkeit, Aussprachevermittlung, Unterrichtsentwurf, Mündliche Kommunikation, Fremdsprachenunterricht, Phonetik, Sprechübungen, A1.2-Niveau, Kommunikative Methoden, Artikulation, Sprachförderung, Lehrkonzept, Sprechkompetenz, Stimmhygiene
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Sprechfertigkeit und der Vermittlung einer „guten“ Aussprache im Kontext von Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Definition des Sprechens, Merkmale gelungener Übungsdesigns, spezifische Strategien der Aussprachevermittlung und die praktische Planung von Unterrichtseinheiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Sprechförderung aufzuarbeiten und in ein konkretes, praxisnahes Unterrichtskonzept für Lernende auf dem Niveau A1.2 zu überführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Herleitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse aktueller Fachliteratur und didaktischer Konzepte, die anschließend auf ein praktisches Unterrichtsbeispiel angewendet werden.
Was wird primär im Hauptteil vermittelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Sprechfertigkeit und eine praktische Unterrichtsskizze, die den Einsatz von Übungen, Visualisierungen und speziellen phonetischen Schwerpunkten darlegt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie DaF-Unterricht, Sprechfertigkeit, Aussprachevermittlung, Unterrichtsentwurf und kommunikative Kompetenz geprägt.
Warum ist eine angstfreie Lernumgebung bei dem vorgestellten Entwurf entscheidend?
Aufgrund der hohen Konzentration auf Sprech- und Ausspracheübungen zeigt die Reflexion, dass ein hohes Maß an Unterstützung und eine angenehme Atmosphäre notwendig sind, um Stress beim Lernenden zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Stimmhygiene im Unterrichtskonzept?
Da intensives Training der Mundmuskulatur ungewohnt sein kann, weist die Reflexion auf die Bedeutung von Stimmhygiene und Aufwärmübungen hin, um Überbelastungen vorzubeugen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Förderung der mündlichen Fertigkeiten. DaF Niveau A1.2, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1331390