Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen zusammenfassenden Überblick über die
Entwicklung der Popmusik und die damit verbundene musikwissenschaftlichen
Forschung zu bieten. Dabei sollen zwei Einschränkungen gemacht werden. Zeitlich
beschränkt sich diese Darstellung auf die Entwicklung seit den Anfängen in den
fünfziger Jahren bis in die neunziger Jahre. Geographisch beschränke ich mich auf
die Region der Bundesrepublik Deutschland.
Um die Entwicklung der Popmusik überhaupt beschreiben zu können, ist es
zunächst nötig, den Begriff Popmusik selbst näher zu definieren und einzugrenzen.
Das ist insofern schwierig, dass es nicht nur keine eindeutige Definition gibt, sondern
dass es auch verschiedene Positionen gibt, deren Meinungen unter Umständen sogar
gegenläufig sind. Darüber hinaus unterlag das Verständnis des Begriffs Popmusik
seit seiner Entstehung bis heute noch einem stetigen Wandel. [...]
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
2. Problematik
3. Entwicklung der Popforschung von 1950-1990
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit bietet einen zusammenfassenden Überblick über die Entwicklung der Popmusik und der damit verbundenen musikwissenschaftlichen Forschung in Deutschland im Zeitraum von den 1950er bis zu den 1990er Jahren.
- Definition und begriffliche Eingrenzung von Popmusik
- Herausforderungen der Popforschung in der traditionellen Musikwissenschaft
- Historische Etappen der institutionellen Etablierung von Popforschung
- Interdisziplinäre Konzepte und Analysemodelle der Popmusik
- Die Rolle der Popmusik in der Musikpädagogik und Identitätsfindung
Auszug aus dem Buch
Problematik
Eins der Kriterien für Popmusik, nämlich die orale Tradierung, ist gleichzeitig auch einer der Gründe für deren weitgehende Nichtbeachtung in der traditionellen Musikwissenschaft. Andere Gründe sind die oft tendenziell eher einfachen musikalischen Strukturen, wobei die Bandbreite populäre Musik auch strukturell anspruchsvolle Stücke hervorgebracht hat. Außerdem standen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die subversiven Entwicklungen der Zweiten Wiener Schule im Mittelpunkt des Interesses der Musikwissenschaft. Stattdessen stieß Popmusik in anderen Disziplinen schon früh auf gesteigertes Interesse. Daraus entstand im Laufe der Zeit ein multidimensionales sowie disziplinenübergreifendes Konzept, das unter anderem Musikpädagogik, Musikpsychologie, -Ethnologie, und –Psychologie, Systematische Musikwissenschaft, aber auch Medien- und Kulturwissenschaften mit einbezieht und sich nicht auf die Bewertung von Popmusik anhand musikstruktureller Analysemittel beschränkt. Diese Entwicklung soll im Folgenden bei der chronologischen Darstellung der Geschichte der Popmusik in Deutschland deutlich werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Popmusik als ein sich wandelndes, stark durch amerikanische Einflüsse geprägtes Konstrukt und steckt den zeitlichen sowie geographischen Rahmen der Untersuchung ab.
2. Problematik: Das Kapitel erläutert, warum Popmusik in der traditionellen Musikwissenschaft lange ignoriert wurde und plädiert für ein disziplinenübergreifendes Analysekonzept.
3. Entwicklung der Popforschung von 1950-1990: Hier wird die chronologische Geschichte der Popforschung in Deutschland dargestellt, von den Anfängen der Rezeption von Rock'n'Roll und Jazz bis hin zur zunehmenden Institutionalisierung in den 80er und 90er Jahren.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Popmusik aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz einen festen Platz in der universitären Musikwissenschaft einnehmen sollte und eine ganzheitliche Betrachtung über rein musikalische Strukturen hinaus erfordert.
Schlüsselwörter
Popmusik, Popularmusikforschung, Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Rock'n'Roll, Jazzmusik, Musikrezeption, Kulturwissenschaft, Musiksoziologie, Interdisziplinarität, Identitätsfindung, Analysemodell, Musikmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der Popmusik in Deutschland und der Art und Weise, wie diese in der musikwissenschaftlichen Forschung ab den 1950er Jahren behandelt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die begriffliche Abgrenzung von Popmusik, die Herausforderungen der wissenschaftlichen Anerkennung dieses Genres sowie die Entwicklung interdisziplinärer Forschungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Stand der Popmusikforschung zwischen 1950 und 1990 zu bieten und die Notwendigkeit einer umfassenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-deskriptive Untersuchung, die sich auf den chronologischen Verlauf der Forschung stützt und verschiedene Analysemodelle zur Popmusik vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Forschungsproblematik und die chronologische Entwicklung der Popforschung über vier Jahrzehnte, inklusive der Institutionalisierung an deutschen Universitäten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Popularmusikforschung, Musiksoziologie, Musikpädagogik und interdisziplinäre Musikwissenschaft definiert.
Warum spielt die orale Tradierung eine so große Rolle für die Forschungsproblematik?
Da Popmusik oft mündlich überliefert wurde und nicht schriftlich fixiert war wie klassische Kunstmusik, passte sie nicht in die traditionellen Analysekriterien der Musikwissenschaft, was zu ihrer jahrelangen Nichtbeachtung führte.
Wie veränderte sich die Rolle der Musikpädagogik in Bezug auf Popmusik?
Die Musikpädagogik zeigte früh Interesse, da Popmusik die Musikpräferenzen der Jugendlichen widerspiegelte, was einen starken Kontrast zum klassischen Lehrplan der 1960er Jahre bildete.
Welche Bedeutung hatten die 1980er Jahre für die Institutionen der Popforschung?
Die 1980er Jahre waren durch eine verstärkte Institutionalisierung geprägt, etwa durch die Gründung des Arbeitskreises Studium Populärer Musik (ASPM) und spezifischer Forschungszentren.
Welche Analyseelemente stehen im Modell der 1990er Jahre im Fokus?
Das Modell betrachtet neben musikalischen Strukturen vor allem die Wechselwirkungen zwischen Vermarktung, Rezeption, geschmacklichen Präferenzen und der sozialen Gruppenzugehörigkeit der Hörer.
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- Martina Drautzburg (Author), 2006, Die Geschichte der Popforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/132761